KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 4-5 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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68 K. C.-Blätter Nachr.-toeft sind und daß heute der Mensch aus sich selbst das machen muß, was er für richtig erkannt hat. Das wurde von uns schon seinerzeit erkannt, wir wollten die jüdischen jungen Menschen, die sich unserer Führung anvertrauten, nicht irgendwie uniformieren, wir wollten nicht, daß die Persönlichkeit aufgegeben wird, aber wir wollten vor allen Dingen, daß das klassische Ideal der Humanität im besten Sinne des Wortes jedem von uns im Kampf ums Dasein erhalten bleibt, ui/b gewiß werden Sie sagen und. gewiß werden Sie denken, dazu braucht man keine Vereinigung, aber dieser Gedanke wäre nicht zu Ende gedacht, wenn wir nicht die Umgebung betrachten würden, in der wir damals gelebt haben und in der wir heute noch leben, und zwar nach aller Umwälzung und nach allem neuen Unerhörten, was die Geschichte gebracht hat. Wenn bei der Gründung unserer Vereinigung maßgebend gewesen ist der Gesichtspunkt, wehre Dich als Jude, wenn du angegriffen wirst, so ist und bleibt auch heute noch nach dem Wandel der Zeiten und nach einer neuen Epoche, in der wir leben, immer noch maßgeblich als erster unserer Gesichtspunkte, nach denen wir zu leben haben, der Gesichtspunkt der Wehrhaftigkeit, und dieser Gesichtspunkt der Wehrhaftigkeit, er mag sich ausdrücken und sich zeigen in den verschiedensten Formen der Außenwelt gegenüber. Mag es der Säbel mag es der Schläger, mag es das Boren sein, mag es der Sport sein, das sind Dinge, über die wir zu sprechen haben. Das aber an die Zeit Gebundene, das aber an die Ewigkeit Gebundene ist der Gesichtspunkt der unbedingten Wehrhaftigkeit der einzelnen Persönlichkeit, die bei uns erzogen werden soll, die entwickelt werden soll aus diesem Gesichtspunkt, nicht nur Du s o l l st Dich wehren, Du mußt Dich wehren, weil Du umkämpft wirst und weil Du nicht in Frieden leben kannst und weil es das Schicksal der jüdischen und der deutschen Menschen von jeher in der Geschichte gewesen ist. Stirb und werde! „Stirb und werde" in dem Gesichtspunkte, daß Du sterben lassen sollst das Feige, das Ghettohaftige, das Anmutige, das Pessimistische und Dich verwandeln sollst in jene Naturen, aus denen man Kraft findet und speziell aus dem jüdischen Menschen einen Kämpfer macht, und darum kann bei allem Wandel der Zeiten bei uns nicht das Entscheidende sein der Friede nach außen, der Friede nach innen, er kann erst entwickelt werden, wenn die Außenwelt den Frieden mit uns will. Er kann erst entwickelt werden, wenn wir nicht das Objekt, wir nicht der Gegenstand der Angriffe sind, wenn wir nicht jeden Lag und jede Stunde in unserem jüdischen und in unserem deutschen Empfinden gekränkt und beleidigt werden. Dieser Gesichtspunkt der Wehrhaftigkeit, er ist leider Gottes einem großen Leit unserer deutschen Brüder jüdischen Glaubens verloren gegangen, weil sie nichts mehr merken wollen und weil sie nicht sehen wollen, was außerhalb ihrer Kreise vorgeht. Weil sie nicht beachten wollen, daß die neue Zeit auf Grund falscher Theorien vom Blute, auf Grund falscher Theorien von der Volkszugehörigkeit, auf Grund falscher Theorien von religiöser Toleranz in dem jüdischen Menschen schon von der Stunde seiner Geburt an etwas Minderwertiges zu sehen bestrebt ist. Alle Kenntnisse, alle Bewegungen, aller Intellektuismus nützen da nicht das Geringste, wenn nicht Männer im besten Sinne des Wortes vorhanden sind, wenn nicht Menschen vorhanden sind, die jene Wehrhaftigkeit besitzen, von der wir gesprochen haben und die wir nicht erziehen können in einem Glauben, der sich im Grunde genommen kampflos der Interesselosigkeit hingegeben hat, wenn wir diese Jugend zur äußeren und inneren Wehrhaftigkeit erziehen. Wir sprechen von der inneren Wehrhaftigkeit. die nicht allein beruht in Kenntnissen, in Wissen, sondern beruht in der inneren Stärke und in der inneren Entschlossenheit. Wenn wir heute bei unseren politischen Männern einen solchen Fortschritt erkennen können, so wollen wir uns darüber nicht täuschen, diese innere Entschlossenheit ist es, die ihm zu einem starken Teil die Jugend und damit weitere Aussichten auf die Zukunft verschafft, eine innere Entschlossenheit, die wir unserer Jugend anerziehen müssen, weil sie allein die Grundlage der Selbstbehauptung bedeutet. Andwenn