KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 3 (April 1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 45 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachr.-Left K. C.-Blätter 45 nicht den seinen empfiehlt. Die schweren wirtschaftlichen Verhältnisse lasten auf jedem Beruf. Die Üeberfüllung ist eine allgemeine. Die wirtschaftlichen Konjunkturvorgänge, von deren Ablauf auch der Arbeitsumfang im Anwaltsberuf bestimmt wird, find nicht im Voraus zu berechnen. Der gegenwärtigen Depression kann möglicherweise in den nächsten Zähren durch das Fälligwerden der Aufweriungsbeträge ein Abebben der Krise folgen Auch der Geburtenrückgang kann fich im Laufe der Jahre auswirken. Schon heute herrscht ein Mangel an kaufmännischen Lehrlingen. Die gegenwärtige Aebersetzung im Anwaltsberuf wird im Laufe der Jahre durch das natürliche Ausscheiden der Aelteren zurückgehen. Wir dürfen nicht vergessen, daß durch die Folgen der Inflationszeit heute noch sehr viele Anwälte ihren Beruf ausüben, die bei anderem Ablauf der Dinge heute im. Ruhestand lebten. Aber auch trotz dieser Aebergangserscheinungen sollten die gegenwärtigen Verhältnisse nicht dazu beitragen, die in der Ausbildung begriffenen jungen Juristen zur Berufsabkehr zu zwingen; in anderen Zweigen des Wirtschaftslebens sieht es nicht rosiger aus. Die nurneru8 e1au8U8-Beschlüsse können vielleicht taktisch die Wirkung auslösen, daß Primaner und Abiturienten das Iura-Studinm aus ihren Plänen streichen. Das wäre durchaus zu begrüßen. Nötigenfalls kann statt des Abituriums eine Aufnahmeprüfung an deu Universitäten, wie sie in England üblich ist, ins Auge gefaßt werden. Das ist jedoch der späteste Zeitpunkt zu einer Berufsbeschränkmrg. Bei der weiteren Laufbahn, insbesondere beim Eintritt in die Anwaltschaft sollte man die Neueindringlinge nicht durch ein generelles Verbot abhalten, sondern versuchen, den freien Wettbewerb in der Weise zuzulassen, daß er selbst im Sinne eines numeru8 e1au8U8 wirkt, indem er nur die Fähigsten zum Ziel kommen läßt. Nef. W. S. Matzdorff (Sprev., Neo-Frib.) Die Not des Angestellten Akademikers. Der Bund angestellter Akademiker technisch-naturwissenschaftlicher Berufe e. B. hielt am Sonnabend, den 22. März 1930 im Reichswirtschaftsrat in Berlin seine 11. ordentliche Sprechertagung ab, zu der aus allen Teilen des Reichs Vertreter erschienen waren. Äm Mittelpunkt der Tagesordnung stand ein Referat: „Abbau, ein Schlagwort und seine tiefere Bedeutung", in dem der Generalsekretär des Bundes, Dr. Milde, einen Einblick gab in die soziologischen Voraussetzungen akademischer Berufsarbeit, die Bedeutung und Wirkung des durch die Rationalisierungsmatznähmen in der deutschen Wirtschaft bedingten Abbaues für die angestellten technischen Akademiker. Der Redner führte aus, datz trotz des Wandels der geistigen Einstellung in der heutigen Wirtschaftsführung der angestellte Akademiker daran festgehalten Habe, nicht nur seine wissenschaftlichen Kenntnisse, sondern auch seine Persönlichkeit in den Dienst des Ltnternehmens zu stellen und an seine besondere Mission als Bindeglied zwischen Arbeitgeber- und den übrigen Arbeitnehmer-Kategorien zu glauben. Bedauerlicherweise habe sich aber auch gerade den technischen Akademikern gegenüber die Einstellung der Arbeitgeber grundlegend geändert, da diese nicht mehr, wie dies in der Zeit vor dem Kriege gewesen ist, den Akademikern als Aequivalent für ihr persönliches Interesse am gemeinsamen Werk das Gefühl der Mitverantwortung an ihrem beruflichen und persönlichen Schicksal entgegenbringen. Die technischen Akademiker würden von dem Abbau, wie er heute an der Tagesordnung sei, besonders hart betroffen, da sie, wie dies bei keinem anderen akademischen Berufskreis der Fall sei, mit der industriellen Praxis aufs engste verbunden sind. Für sie bedeute die Mechanisierung der Betriebe und die Entpersönlichung der Arbeit ein Problem, das sie ganz unmittelbar in ihrer Berufs- und Standes-Ethik berühre. Eine besondere Tragik läge für sie darin, datz gerade sie dazu berufen sind, selbst mit an erster Stelle die Voraussetzungen zur Einsparung menschlicher qualifizierter Arbeitskraft zu schaffen. Der heute fast überall übliche schematische Abbau, über den dazu meistens von den kaufmännischen Leitungen nur auf Grund von RentabiliLätsberechnungenentschiedenwird,> unter Richtachtung der Persönlichkeit-