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KC-Blätter · 1930-04-01 · Heft 3 (April 1930) · p. Seite 44

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 3 (April 1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 44 (sequence 8)
Language
German
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44 K. C.-Blätter Nachr.-Lefk kann, oder wohnen sie nicht näher aneinander, als es manch einer glauben will? Besinnt man sich auf manches Kommerslied, das wir gern auf der Kneipe erklingen hören, und vergleicht man es mit Art und Melodie der Volkslieder, so wird man feststellen können, daß viele Studentenlieder recht eigentliche Volkslieder sind. Ein Volkslied ist ein Lied, das singt und sagt von dem, wie es ums Äerz beschaffen ist, frisch und ungekünstelt und das von jedem verstanden wird, weil jeder einmal so fühlen kann, wie dort beschrieben ist. Denken wir an Lieder, wie zum Beispiel „In jedem vollen Glase Wein", oder „Nach Süden nun sich lenken", oder „Gold und Silber lieb ich sehr", so haben wir bündigsten Beweis, daß Lieder, die den Volkston treffen, zugleich Studentenlieder sein können, historisch ist das sehr begreiflich, gab es doch Zeiten, da der Student ganz lebte wie das Volk, wo er ein wandernder Geselle, ein fahrender Schüler war, wie andere fahrende Handwerksburschen waren. Nirgends anders regt das Gemüt sich so zum Singen an, als in der freien Gottesnatur, im Dahinwandern in die blaue Ferne, auf der Nast in ländlichen Schenken, die von buntem Volke munter belebt sind So hat das Studentenwie auch das Soldatenlied und das Volkslied überhaupt eine gemeinsame historische Wurzel, und begegnet einander häufiger als es auf den ersten Blick wohl scheint. Da wir gerade bei der Literatur sind, so wollen wir auch eine weniger fröhliche, aber leider nötige Feststellung einschlägiger Art machen. In die Spalten der Bücherbesprechung, auch bezüglich der Belletristik, verirrt sich zuweilen die Politik. Es gibt Romane, die schließlich auch politisch gestempelt sind, und so kann man es verstehen, daß ein Buch, wie das bekannte Remarquesche Werk, von vielen politisch genommen und entsprechend bewertet wird. Es soll auch gar nichts dagegen gesagt sein, daß die „Sudetendeutsche Akademikerzeitung" anläßlich der Besprechung eines gegen Remarque gerichteten Buches ihre politische Gegnerschaft zu Remarque zum Ausdruck bringt. Rur darf man es nicht in dem Tone tun, den sie dabei anschlägt. Ihre Besprechung lautet im Original wie folgt: „Remarques „Im Westen nichts Neues" auf der Latrine und im Lazarett von einem Nicht-Frontsoldaten geboren, hat eine so ungeheure Verbreitung gehabt, wie im Kriege die von ihm so liebevoll geschilderten Läuse. Vorbedingung für beides ist ein gewisses Verdrecktsein. Aber mit dieser verhältnismäßig billigen Medizin — Emil Marius Requarks „Vor Troja nichts Neues" kostet nur 2,50 M. — kann man das ganze Uebel loswerden. Wer das eine Buch gelesen hat, der muß das andere kaufen, und bei dem homerischen Lachen, das ihn dann, vielleicht über sich selbst, ankommt, hustet er den letzten Rest von Gasschleim aus, der ihm mit dem Buch der Hunderttausende in die Lunge geraten ist." Es ist beschämend, daß auch für akademische Kreise politische Gegnerschaft nicht mehr das sachliche Auseinanderhalten vers chiedener Standpunkte bedeutet, sondern zu rüder, ruppiger Gehässigkeit ausartet. Mit Unwahrheiten und platten Schimpfereien zu arbeiten, entspricht dem Niveau eines „Miesbacher Anzeigers" aber nicht einer akademischen . Zeitschrift. R.tz. Zulaffirngssperre im akademischen Beruf. Nachstehend äußert sich ein Vertreter der juristischen Jugend zu dieser Frage. Die Red. Die Frage des Numerus elausus für den Anwattsberuf als Abwehrmaßnahme gegen die Aeberfüllung.der juristischen Berufe ist in diesen Tagen Gegenstand heftigster Debatten nicht nur juristischer Fachkreise. Sollten die Beschlüsse des Deutschen Anwaltvereins in irgendeiner Form ihren gesetzlichen Niederschlag finden, so ergibt sich für uns junge Referendare und Studenten der Jurisprudenz eine Situation, deren Auswirkungen nur zum Teil die Resultate zeitigen dürften, die sich ihre Väter versprechen. Gewiß bedeutet wachsendes Angebot und verminderter Bedarf die Gefahr für fast alle akademischen Berufe. Aber wie sieht es denn in den anderen Berufen aus? Wir erleben heute das groteske Bild, daß nahezu jeder Berufstätige von seinem eigenen Beruf abrät und jeden anderen, nur

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