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KC-Blätter · 1930-04-01 · Heft 3 (April 1930) · p. Seite 40

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 3 (April 1930)
Date
1930-04-01
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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40 K. C.-Blätter Nachr.-Hest und gewiß dürfte man die Bedeutung des Gewordenen nicht überschätzen. Andererseits sei zu bedenken, daß auch das gegenwärtige Zeiturteil nicht nur kritrzistische Erkenntnis, sondern auch Gemütseinstellung sei. Wenn der K.C.er die ihm gebührende Stellung im deutschen Leben wahren wolle, so müsse er von dem Grundsätze ausgehen, daß jeder, der auf eine Gesellschaft Einfluß nehmen wolle, sich ihr anzupassen verstehen müsse. So sei der Couleurbetrieb nicht zum letzten auch hieraus zu verstehen. Der Verbindungszwang sei im übrigen von besonderem Erziehungswerte, weil er nicht auf autoritärer Grundlage beruhe, sondern durch Altersgenossen geübt werde. Sein Ziel sei die Erziehung zum inneren und äußeren Anstand. Gerade diejenigen Akademiker, die durch die Schule des alten Korporationszwanges gegangen sind, feien lebende Beweise seines inneren Wertes. Auch das Fechten habe in heutiger Zeit nicht seinen Sinn verloren. Mag auch die Schlägermensur eine Spielerei sein, so erweise sich gerade hierbei, wer noch nicht einmal den Mut zu einer Spielerei aufbringe. Der Mutige aber sei der Lebenstüchtige, was sich sogar im Examen bewahrheitet habe, wo der frische Draufgänger oft mehr Aussichten habe, selbst bei geringerem Wissensvorrat als der kraftlose Bücherwurm, dessen Nerven im ersten Trommelfeuer versagen. Das psychische Moment gebe auch dem Couleurtragen seinen Wert, denn das Stigma der betonten äußerlichenAuterscheidung erfordere besonderen Aufwand von innerer Stärke. Niemals freilich dürfe diese äußerliche Unterscheidung dahin mißdeutet werden, daß sie einen imaginären Wesensunterschied ter Farbenträger und der „Zivilisten" verkörpere. Mag auch manches von der Schere des Gärtners, Neuzeit genannt, gestutzt werden, das Wesen der Korporation sei Erziehungsarbeit, und der Erziehungsgedanke überdaure alle Revolutionen. Die Diskussion war äußerst rege. Als erfreuliche Wirkung des Appells an die Damen sind die Worte zu bemerken, die die Gattin des Kbr. Fritz Goldschmidt sprach. Sie erkannte an, daß Erziehung zur Kraft das Hauptziel der K. C.-Ausbildung sei. Sie bat aber nicht zu vergessen, daß es oft und stets Leute gegeben habe, denen die Natur zwar körperliche Stärke versagt habe, die aber vom Schreibtisch aus zündende Ideen ins Volk zu tragen wüßten, und die ihrem Verbände so Unermeßliches leisten könnten, und vor allem beträchtlichen Mut zu erweisen verstünden. Kbr. Max Mayer erinnerte daran, daß die Couleur für uns den Zweck besitze, das zum Ehrenzeichen zu machen, was Schandfleck war: Die Kennzeichnung des Juden. Ferner seien aus den zahlreichen Debattereden die Ausführungen des Kbr. Dreyfuß zitiert, der gegen die Trägheit mancher K.C.-Kreise zu Felde zog, und sie im wesentlichen darauf zurückführte, daß oft die Zivilcourage fehle, der innere Schwung, sich zur eignen Aufgabe zu bekennen. Erich Stern wies darauf hin, daß unser Kampf, der früher um gleiche Privilegien ging, heute um gleiche Grundrechte gehen müsse. Alles in allem läßt der eindrucksvolle Abend das Beste für eine ersprießliche Arbeit des Hamburger Attherrentages erhoffen. Hamburg als Tagungsort. Von Dr. Walter Jacobson Vorsitzendem des Hanseatischen Landesverbandes des K. C. Die Verlegung des Attherrentages nach Hamburg bedeutet mehr als die zufällige Wahl einer deutschen Stadt, als ein freundliches Entgegenkommen an die Mitglieder des Hanseatischen Landesverbandes. Sie bedeutet die Anerkennung von Hamburg als einer Stadt mit regem K. E.-Leben. Schon Jahrzehnte hindurch hat Hamburg den Verbindungen, insbesondere den süddeutschen Verbindungen zahlreiche und wertvolle Füchse gesandt. Aber erst im letzten Jahrzehnt ist Hamburg die Wirkungsstätte eigener, hier beheimateter K. C.-Verbände geworden. Die Verbindung „Saxonia" ist leider den Weg so zahlreicher, wertvoller kleiner K. C.-Verbindungen gegangen. Geblieben ist ein Landesverband mit starkem innerem Zusammenhalt. Gewiß kannsein Landesverband, zumal in einer Großstadt, nicht alle Kartellbrüder zu einer idealen Einheit zusammenschließen. And doch sind die zahlreichen, großen und kleinen Veranstaltungen des Hanseatischen Landesverbandes in ihrem harmonischen Verlauf ein Ausdruck der K. E.-Gesinnung

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