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KC-Blätter · 1930-03-01 · Heft 2 (März 1930) · p. Seite 25

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 2 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
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Nachr.-Left 25 K E.-Blätter Licher Begriffe» auch der wissenschaftlichen mit sich. Das Niveau eines geistigen Standes muß verflachen, wenn die Sachwaltung seiner Interessen unkontrollierbaren Mengen anvertraut wird. Vor allem wird heute die Wahl eines akademischen Berufes nicht mehr von ethisch-wissenschaftlichen Wünschen mitbestimmt, sondern ist nunmehr ein bloßes materielles Kalkül. Begünstigt wird diese Bewegung auch durch die großzügige Handhabung des Stipendien- und Ermäßigungswesens, die schon auf der Schule einsetzt, und vielleicht nicht immer ausschließlich denen zugutekommt, die kraft ihrer einwandfreien Befähigung ein wirkliches Anrecht daraus haben. So ist es verständlich, wenn interessierte und zuständige Stellen sich gegen diese Erscheinung zur Wehr setzen und auf Mittel sinnen, der immer bedrohlicher werdenden Aeberfüllung der Universitäten von Grund auf zu steuern. Bekanntlich erhebt die Rechtsanwaltschaft immer wieder den Ruf nach Einführung eines numerus clausus für den andrängenden Nachwuchs. Für die jungen Mediziner ist er hinsichtlich ihrer Kasserrzulassung schon praktisch geworden. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages hat kürzlich über diese Fragen verhandelt. Dabei wurde der Vorschlag gemacht, eine gewisse Rationalisierung der Abiturienten durchzuführen, d. h. eine beschränkte Auswahl der Befähigten zu treffen, die nach Absolvierung der Antersekunda die Schule weiter besuchen wollen. Es wurde betont, daß die weitaus größte Mehrzahl der Abiturienten in wirtschaftliche Berufe eintreten, bei denen praktische Vorbildung zum mindesten ebenso wertvoll erscheint wie besondere Kenntnisse in alten Sprachen oder in Physik oder Mathematik. Diese Gedankengänge vertrat auch im Landtag der frühere Kultusminister Dr. Boelitz, der ebenfalls anregte, daß eine Auslese bereits auf den Schulen nach der Reifeprüfung erfolge und daß ferner die Antüchtigen bereits nach dem ersten Semester vom Studium ausgeschaltet werden müßten. Abg. Dr. Lauscher (3.) behandelte eine ganze Anzahl von Einzelproblemen. Er wandte sich gegen eine Trennung von Forschung und Lehrern; unentbehrlich seien allerdings Stätten reiner Forschung, die im engen Verhältnis zu den Universitäten bleiben sollten. Me Fühlung mit dem Auslande fei zu pflegen und es sei wünschenswert, wenn deutsche Studenten im Ausland und Ausländer in Deutschland studierten. Die Grenzhilfe müsse auch aus das Gebiet der Kulturpflege ausgedehnt werden. Die Beiträge für die Wirtschaftshilfe sollten nicht herabgesetzt werden. Die Lochschulverwattung habe eine glückliche Land bewiesen, mit den beschränkten Mitteln Löchstleistungen zu erzielen. Die Selbstverwaltung der Universitäten habe gewisse Mängel, aber eine Bürokratiesierung sei abzulehnen. Notwendig sei eine Erhöhung der Altersgrenze für Lochschullehrer, weil hier eine Verschiedenheit innerhalb Deutschlands unerträglich sei. Abg. Dr. Loffman n-Münster (Dn.) beschäftigte sich eingehend mit den Fragen des akademischen Nachwuchses im Lehr- und Beamtenkörper. Bei den Lehrfächern sei die Forderung nach einer Modernisierung berechtigt. Nachdem das Beckersche Stüdentenrecht gescheitert sei, lasse sich ein Wiederaufbau der Studentenschaft nur von den einzelnen Lochschulen aus in die Wege leiten. Der erste Schritt sei ja bereits in Bonn getan worden. Der Minister möge Vorsorge treffen, daß zwischen Studentenschaft und Kultusministerium wieder ein wirkliches Vertrauensverhältnis entstehe. Abg. Dr. Nölting (S.) wies darauf hin, daß die Lochschule heute in der Lauplsache Berufsvorbildungsstätte sei. Künftige Beamte und wichtige gesellschaftliche Funktionäre sollten dort herangebildet werden. Deshalb sei eine Staatsaufsicht und eine Staatsernennung der Dozenten Erfordernis. Der Typus des Forschers sei von dem des Lehrers und des Menschenbildners stark unterschieden. Das Wesen der Pädagogik sei Führung, das Grundelement der Forschung Zweifel. Weil die Forscher zu wenig pädagogische Eignung und Neigung hätten, weise der Lehrbetrieb der Universität die größten Schäden auf. Deshalb siedle sich ein immer ausgedehnteres Repititorenunwesen am Rande der Universität an. Im Linblick auf die Studentenkrawalle des letzten Jahres scheine es angebracht, das Universitätsrektorat in die Lände solcher Männer zu legen, die über genügendes Verwaltungsgeschick und politisches Ver-

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