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KC-Blätter · 1930-03-01 · Heft 2 (März 1930) · p. Seite 24

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 2 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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24 K. C.-Blätter . Nachr.-Lest dieserOrganisationen zu befürchten stände, so ist darauf folgendes zu erwidern: Ist schon aus der Tatsache, daß nicht die geringste Interessenkolliston vorliegt, ein Desinteressement der Fachverbände ersichtlich, so zeigt vollends ein Vergleich der Größenverhältnisse, daß der Zusammenschluß einer kleinen Minorität keine ernstliche politische Gefahr bedeuten kann. Außerdem legt aber der Verband seinen Mitgliedern den Beitritt zu einer der großen Ingenieurorganisationen mit Äinblick auf ihre fachliche Fortbildung, wissenschaftliche Arbeit und Forschung dringend nahe und behält sich lediglich die Lösung der Sonderausgaben vor. Welche Ausgaben sind das? Das Arbeitsgebiet des Verbandes umfaßt drei Gruppen von Aufgaben: 1. Arbeitsvermittlung, 2. Arbeitsbeschaffung, 3. Berufsberatung. Stellt Punkt 1 die Verteilung des bereits vorhandenen Materials dar, wozu ebenfalls eine ständige Kontrolle des Arbeitsmarktes gehört, so umfaßt Punkt 2 die Erschließung neuer Arbeits- Möglichkeiten durch Fühlungnahme mit geeigneten Wirtschaftspersönlichkeiten und Aktivierung bisher brachliegender Kräfte. Punkt 3 schließlich enthält die wesentliche Aufgabe der Kontrollierung des Nachwuchses im Sinne einer Einschränkung des Zustroms zu den technischnaturwissenschaftlichen Berufen. Daß alle diese Aufgaben ohne laute Propaganda in dezenter und taktvoller Weise unter Vermeidung des Vorwurfs einer allzu einseitigen Intereffenpolitik erfüllt werden müssen, ist eine Selbstverständlichkeit, die nicht zu erwähnt werden braucht. And nun zu dem Einwand, der in dem zweiten Teil der zweiten Frage erhoben wird: Kann nicht im Rahmen des Bestehenden ähnliches - geleistet werden? Es ist von den Gegnern gesagt worden, daß ein Freundeskreis des Berliner jüdischen Arbeitsamtes die gleichen Aufgaben zu erfüllen vermag, weil maßgebende jüdische Ingenieure eher mit dem Fachausschuß als mit einem Sonderverband arbeiten würden. Das steht jedoch nicht zu erwarten, da der Enderfolg in beiden Fällen der gleiche ist. Dagegen ist, wie von den Gegnern zugestanden wird, der Verband in seiner homogeneren Gestattung und daher strafferen Organisation eher zu werbender Arbeit geeignet, was für den Erfolg von ausschlaggebender Bedeutung bleibt. (Loyalerweise muß übrigens hinzugefügt werden, daß gerade über die Bedeutung dieses Argumentes trotz der Zustimmung auf der Gegenseite eine geteilte Meinung herrscht.) Alles in allem kann gesagt werden, daß die Mitarbeit aller KE. er. nützlich und erforderlich ist, wobei zum Schluß noch eine Äußerlichkeit gestreift sei. Es wurde von einer Seite Einspruch dagegen erhoben, daß der Name des Verbandes in gewisser Weise an die Namen großer führender Fachverbände anklingt und daß darin Schwierigkeiten zu erblicken seien. Einer Namensänderung stünde selbstverständlich nichts im Wege, wozu allerdings das Vorhandensein einer entsprechenden Majorität auf der berufenen Generalversammlung erforderlich ist, ein Grund mehr für alle diejenigen, die die Verbandsarbeit für notwendig und nützlich halten, sich der neuen Organisation anzuschließen. flkademifcfag und öligem. Dachricfiten Aniversitätsfragen im Preußischen Landtag. Die Verarmung des deutschen Volkes hat in weilen Kreisen alles andere als eine Abneigung gegen das kostspielige Hochschulstudium erzeugt. Im Gegenteil drängen heute mehr denn je ganze Legionen junger Leute zum Studium, in der Erwartung, mit Hilfe einer akademischen Ausbildung bessere Erwerbsaussichten zu haben. Diese Erwartung trügt, denn die Folge dieses Zustandes ist eine unerträgliche Ueberfüllung der akademischen Berufe, deren einzelne Vertreter sich gegenseitig Licht und Luft benehmen- Die ständig anschwellende Zahl der Studierenden muß somit ernste Besorgnisse wecken vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus, wie auch aus rein fachlichen Gründen. Die Überschwemmung der Universitäten wird nicht mit Unrecht eine Studenten- Inflation genannt, und bringt wie alle Inflationen eine Abwertung sämt-

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