Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1930-03-01 · Heft 2 (März 1930) · p. Seite 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 2 (März 1930)
Date
1930-03-01
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2268830-2268973-2268978--3606-2272700
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

K. C -Blätter 21 Nachr.-Left SowjeLshstem nicht alle Klassen an torisch entlehnt werden kann. Letzten der Befreiung teilnehmen läßt, der- Endes könnte also die Prosperierung ändert den geistigen Gesichtspunkt im - der Gesamtheit doch wieder zum Heile Generellen nicht — so wäre es bedes Einzelnen gedacht sein. Diese stimmt verkehrt, die Unterdrückung der Fragen sind jedenfalls des Nach- Einzelpersönlichkeit etwa ' mit reakdenkens wert. Nicht zuletzt für den tionärem Anrerdrückungswillen zu vermodernen Korporationsstudenten, der wechseln. Sicher ist, daß aus der sich über Art und Zweck des kor-- Glückseligkeit des Kollektivums das porativen Zusammenschlusses Rechen- Wohlbefinden des Einzelnen reflekschuft ablegen will. R. tz. Einiges über Hochschulpolitik. Von Gerichtsassessor Lans Lennhoff. (Sprev., Rh.-Pal.). Zn der letzten Nummer der K. C.- Blätter (Nachrichtenheft Nr. 1, Seite 5) hat Kbr. Samuel über den zweiten Studententag des Deutschen Studenten- Verbandes (D. St.-V.) berichtet. Er hat dabei sich auf die Wiedergabe bloßer Tatsachen beschränkt. Man las von der Beteiligung des Reichskanzlers und zweier Minister an den Veranstaltungen desStudententages. Dies war erfreulich, weil es zeigt, daß man bei den hohen Amtsstellen im Reich und in Preußen die Arbeit der freiheitlichen Studenten würdigt. Es ist aber auch bedenklich, denn es kann Auswirkungen auf die jungen Kommilitonen zeitigen — und hat sie leider vereinzelt auch schon gezeitigt —, die nicht wünschenswert erscheinen. Man begann, seine eigene Wichtigkeit zu überschätzen. And man scheint sich teilweise, im Besitze der Gunst der Behörden, zu sehr an diese anlehnen zu wollen. Es soll nicht von vereinzelten Taktlosigkeiten gesprochen werden, die die Tagesleitung im Gefühle ihrer anscheinenden Bedeutung für Staat und Volk beging, ihr gegenüber stand die ernste Mahnung des bisherigen Vorsitzenden Berlowitz am Schluß der Tagung: Werdet nicht übermütig! Bleibt bescheiden! Ihr seid schließlich nur Studenten, die zu arbeiten, sich erst zu bilden haben und noch keine fertigen Menschen sind! Es soll nicht von manchen Säumnissen gesprochen werden, die sich die bisherige Leitung des D. St.-V. wohl in dem Bewußtsein zu schulden kommen ließ: Wir haben mächtige Freunde in Behörden und Parlamenten; deshalb können wir auf planmäßige Stärkung unserer eigenen Organisation zunächst verzichten. Aber es muß gesagt werden, welch ein Unterschied zwischen diesem Studententag und manchen früheren zutage trat, bei der Art seiner Beratungen, binsichtlich der Aeberzeugungsfreudigkeit der Delegierten, hinsichtlich auch des Führerwillens der Leiter. Der Schrei- Her dieser Zeilen hat nur den Plenarsitzungen beigewohnt. Was und wie in den Ausschüssen verhandelt wurde, entzieht sich, bis auf die Ergebnisse, seiner Kenntnis. Die Vollsitzungen aber ergaben das Bild einer eigenartigen Müdigkeit. Wo war hier zu merken, daß junge Leute strebend zu einem Ziele Hindrängien? Wo zu empfinden, daß zwischen einzelnen Gruppen ihrer Weltanschauung nach Verschiedenheiten bestanden., die Auseinandersetzungen Hervorrufen mußten? Man hörte Berichte und Referate von auffallender Farblosigkeit. Man hörte in der Aussprache Reden, die wenig oder nichts besagten, in denen nichts gefordert wurde, in denen neue Wege nicht aufgezeigt wurden, in denen manche berechtigte, sachliche Kritik fehlte! War es die Folge einer übereifrigen Regie? Oder war es etwa das Nachlassen jugendlicher Spannkraft und Begeisterungsfähigkeit? Das Feuer, das die Kriegsteilnehmer 1919 durchglühte, ist verglommen. Das mag nicht zu ändern gewesen sein. Aber man sollte meinen, daß auch heute noch genug erstrebenswertes da ist, daß gerade die freiheitliche Studentenschaft stolzere und bewußtere Nachfahren derer sein könnten, die vor hundert Jahren die deutschen Lochschulen belebten! Im D. St.-V. gibt es politische und unpolitische Gruppen. Zu diesen letzten gehören vor allem die freiheitlichen Korporationsverbände, die mit ihrer straffen Gliederung einewesentlicheStütze des Verbandes sind. Man erkennt, diese Tatsache an; nicht öffentlich zwar; aber es spricht * deutlich genug, wenn ein

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.