KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 1 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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10 K. C.-Blätter Nachr.-Lest der Gedenkstein errichtet war, es als Entweihung empfunden hätten, ihr Andenken vom Hakenkreuzbanner umschattet zu wissen. Wir wollen nur eins betonen: Es sind Kreise gewesen, die den Nationalsozialisten sehr nahe standen, und die in viel frivolerer Weise die Lotenruhe schändeten, indem sie jüdische Grabsteine massenweis verwüsteten. Und es sind immer wieder Nationalsozialisten, die in ihrer maßlosen Hetzpropaganda das Andenken der 12 000 kriegsgefallenen deutschen Juden besudeln. Gräber zerstören und Gefallene verleumden ist eine so frevle Büberei, daß allen, die daran tatsächlich oder moralisch mitschuldig sind, das Recht fehlt, gegen ähnliche Schandtaten zu protestieren. Die anständige Studentenschaft, mit der sich der N.D.St.B. plötzlich anbiedern will, sollte sich zusammenschließen zur Abwehrfront gegen jegliches Rowdytum, niste es nun in den Reihen der Nationalsozialisten, oder, wenn auch weniger häufig, in anderen Bezirken. Kundgebung für Hochschulreform. Die Vereinigung Sozialdemokratischer Studierender veranstaltete vor einiger Zeit eine Kundgebung, die das Problem der Lochschulreform zum Gegenstand hatte. Die sehr aut besuchte Versammlung bot Interessantes auch dem, der nicht in allen Punkten dem Weltanschauungsideal der Veranstalter zugetan ist. Anna Siemsen (Jena), M. d. R., sprach über: „Bürgerliches und sozialistisches Bildungsideal". Sie griff hinüber auf den englichen und französischen Kulturkreis, und stellte fest, daß dort eine Überschätzung des Gelehrten- und Beamtentums als Träger der Staatsfunkrion sich finde. Bei uns herrscht noch das Idol der unabhängigen, auf sich und ihrem Eiaentum basierenden Persönlichkeit. Drei KLaffenideologien seien zu bemerken: Kulturaristokratismus, Beamtenaristokratismus und verdienendes Bürgertum. Prof. L. Heller verbreitete sich über die auseinanderstrebenden Faktoren der Lochs chule alsFachschule und alsForscherbildungsanstalt. Prof. Erik Nölting, M.d. £., sprach über akademische Freiheit und wies nach, daß gerade vom demokratischen Blickpunkt aus eine „pöbelhafte Opposition" in die „heroische" Situation versetzt werden müsse, sich nicht mehr vom verhaßten Staat durchfüttern zu lassen. Deo Kampf gegen den ungarischen Numerus clausus. An der Szegediner Universität hat der Numerus clausus aufgehört. Die Stadt Szegedin hat nämlich zum Bau der Universität 8 Millionen Pengö beigetragen, hat aber seinerzeit ausgeiprochen, daß an der Szegediner Universität das Kind jedes Szegediner Bürgers ausgenommen werden muß. Die Universität forderte jetzt den Kultusminister auf, dieser Bestimmung des Subventionsvertrages Geltung zu verschaffen, worauf der Kultusminister erklärte, daß die Universitätsbehörden diese Forderung der Stadt Szegedin vom nächsten Semester an restlos respektieren werden.!' ... I Verbandsnachricfiten I...I (Die „Verbandsnachrichten" für die nächste Nummer sind einseitig beschrieben bis spätestens 20. Februar 1930 an die Schriftleitung einzureichen.) Bavaria, Heidelberg. Wir begannen am 28 Oktober unser Wintersemester, welches uns in geringerer Zahl wie im Sommer vereinigte. Erfreulich ist es, sestzustellen, daß dieConfuxia des letzten Semesters fast vollständig wieder ihren Weg nach „Altheidelberg" zurückfand. Gleich auf dem Anfangskonvente meldete sich unser lb. Jack Spier wieder aktiv und stellte somit in dankenswerter Weise seine oft bewährte Kraft in den Dienst unser lb. Bavaria. Die interimistischen Chargenwahlen ergaben: X a. B. Jack Spier (X>,XX> XX a. B. Lerbert Neu YXV a. B. Ludwig Metzger F. M. f. C. X F. M. s. T. XXX F. W. X S. W. XX u. a. F. M. Höchstädter K. W.i. a.B. Hans Lauchheimer (*) Sp. W. XX u. a. F. A. Polak