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KC-Blätter · 1930-01-01 · Heft 1 (Januar 1930) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 1 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 9 (sequence 10)
Language
German
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Nachr.-Left K. C.-Blätter 9 und Parteichen wird immer stärker, ßty rücksichtsloser Kampf der nationalsozialistischen Studentengruppen hat begonnen. Diese versuchen immer mehr und mehr, die Deutsche Studentenschaft und jede Einzel-Studentenschaft in ihre Machtsphäre zu bringen. Auch in die Korporationen selbst wird diese Aneinigkeit hineingetragen, wie unsere Aufsatzreihe beweist, die wir im abgelaufenen Jahre gebracht haben. An dieser Stelle können nur abermals die - Worte wiederholt werden, die ich vor einem Jahre zu Beginn 1929 sagte: „Es scheint mir die Aufgabe der „Deutschen Akademiker Zeitung^ zu sein, die über allen Verbänden und Gruppen der Studentenschaft steht, immer wiederum zur Einigung und Einigkeit zu mahnen, wenn auch bisweilen in der Litze des Gefechtes die Gegner hart aneinanderprallen. Wir legen keinen Wert auf die Rolle des lachenden Dritten in diesem Bruderstreit, in dem es schon so weit geht, daß in der Lochschulpolitik der Korporations- Student seine Stimme gegen seine eigene Korporation abgibt; 'aber Hinausrufen muß man diesen Notschrei in die Reihen der alten Lerren, die noch immer nicht sehen, in welche Gefahr ihre Verbindungen geraten, wenn sie sie weiter gewähren lassen in ihrem nicht mehr kindlichen Litlerspiel. Der Führer der Nalionalsozialistischen Studentenschaft Frankfurts relegiert. (I. T. A.) Rektor und Senat der Universität Frankfurt a. Mai haben den Führer der Nationalsozialistischen Studentenschaft von der Universität verwiesen. Bei der Wahl zu der sog. allgemeinen Frankfurter Studentenschaft hatte der jetzt Gemaßregelte ein nationalsozialistisches Flugblatt unterzeichnet, in dem die Universität Frankfurt a. M. eine „Hochburg jüdischer Frechheit und marxistischer Unverschämtheit" genannt "wurde. Die erfreuliche Energie, mit der man in Frankfurt gegen die Auswüchse der politischen Verwilderung vorgeht, mag allseits zur Nacheiferung empfohlen werden. Laßt die Herrschaften nur einmal auf Granit beißen, und die Zähne werden ihnen ausfallen. Reichsgründungsfeiev dev Berliner Universität. Die traditionelle Feier der Universität Berlin zum Tag der Reichsgründung wurde unter starker Beteiligung — man sah Generaloberst Heye und Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden — begangen. Professor Eduard Spranger hielt die Festrede über das §hema „Wohlfahrtsethik und Opferethik in den Weltentscheidungen der Gegenwart". Er gedachte zunächst der Reichsgründung und der Kämpfe um die Erhaltung des Reichs; auch Stresemanns tat er Erwähnung, wobei er, neben dem rein Persönlichen, nicht umhin konnte,, anzuerkennen, daß dieser Staatsmann Deutschlands Weltgeltung wieder gemehrt habe. — Immerhin ging die Zurückhaltung des Redners hier soweit, daß er zu der Formulierung kam: „Das Wort Stresemanns vor den deutschen Studenten, ,Die Aufgabe ist es, das deutsche Volk zu erhalten' berechtige, im Rahmen der Reichsgründungsfeier seiner zu gedenken"..... Nationalsozialisten protestieren... In der „Monatsschrift für akadem. Leben" findet sich folgende Erklärung der Würzburger tzochschulgruppen des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, der die Schristleitung Raum gibt „in Anbetracht der Ungewöhnlichkeit des Falles". Protest. „Von dem Kranz, den der N. S. D. St. B. anläßlich der Langemarckfeier am Studentengedenkstein niederlegte, wurde von Bubenhänden eine Schleife entwendet. Der N.S.D.St.B. protestiert auf das schärfste gegen einen derartigen Uebergriff, der nicht einmal vor den Loten Halt macht. Eine solche Kampfesweise politisch Andersdenkender verletzt gröblichst das Empfinden eines jeden rechtlich denkenden Würzburger Studenten. Die Würzburger tzochschulgruppe des N. S. D. St. B." Wir sind allerdings weit davon entfernt, solch rohe Infantibilitäten gutzuheißen. Nur sHeint im gegebenen Falle den Protestierenden die moralische Legitimation zu fehlen. Wir wollen einmal davon absehen, wieviele von den Studenten, denen zu Ehren

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