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KC-Blätter · 1930-01-01 · Heft 1 (Januar 1930) · p. Seite 8

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 1 (Januar 1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 8 (sequence 9)
Language
German
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8 K. C.-Blätter Nachr.-Left forderlichen Summen für Prüfungs- und Studiengebühren, sowie für Stipendien informierte. Der tzilfsverein bewilligte dem Studentenverband aus eigenen Fonds nicht unbeträchtliche Mittel und unterstützte noch gesondert eine Anzahl von Hörern. Im Ganzen sind für diese Aktion von Mitte 1924 bis Ende 1929 rund 177 000 RM. vom Hilfsverein aufgebracht und verausgabt worden. Mit diesen Summen konnte der Hilfsverein einer sehr großen Zahl von jüdischen Studenten den Abschluß ihres Studiums an deutschen Lehranstalten ermöglichen; insbesondere auch solchen jüdischen Akademikern, die infolge der ^lumeru8 e1un8U8-Bewegung in Ungarn, Polen und Rumänien deutsche Hochschulen aufzusuchen genötigt waren. Die Aktion wird fortgesetzt. 3m ganzen wurden vom Sommersemester 1924 bis zum Sommersemester 1929 1471 Studenten an den Universitäten in Berlin, Breslau, Erlangen, Frankfurt, Freiburg, Gießen, Göttingen. Halle, Jena, Kiel, Köln, Königsberg, Leipzig, Marburg, Würzburg, den Technischen Hochschulen in Berlin, Braunschweig, Darmstadt, Hannover und den Technischen Anstalten in Altenburg, Arnstadt, Frankenhausen, Hainichen, Köthen, Mittweida, Oldenburg, Strelitz, Wismar, Zwickau unterstützt. 814 Studenten haben ihr Studium beendigt. Hiervon studierten Technische Wissenschaften 322, Medizin 229, Naturwissenschaften 105, Philosophische Wissenschaften 82, Landwirtschaft 31, Handelswissenschaft 28, Rechtswissenschaft 12, Musikwissenschaft. 5. Den Absolventen mußten Mittel zur Heimreise — etwa 57 Prozent der Gesamtzahl der Absolventen kehrten nach ihren Heimatländern zurück — zur Verfügung gestellt werden. Der Hilfsverein trug zu den Kosten aus seinem Emigrationsbudget vielfach bei. Ein Teil der Absolventen verblieb in Deutschland, andere begaben sich nach Frankreich. Palästina und überseeischen Ländern, wobei wiederum der Hilfsverein dank seinen weit verzweigten Verbindungen mit jüdischen Organisationen und Institutionen in diesen Ländern die nötigen Informationen einholen konnte. Als die Hilfsaktion eingesetzt hatte, hat Paul Nathan in einer Ansprache, die er in einer zur Unterstützung der Aktion einberufenen Konferenz gehalten hatte, hervorgehoberr, daß die Studenten aus dem Osten dank ihrer Ausbildung in Deutschland eine bedeutsame Mission in ihren Heimatländern zu erfüllen berufen seien. Die Geister, die ich rief . . . Lange Zeit war auf den deutschen Lochschulen die Mehrzahl der Korporationen der Kern der völkischen Bewegung. Aber wie so oft finden ste keine Anerkennung bei den heutigen Jüngern Litlers, ja es scheint sogar, als wird ihr hochschulpolitisches Führertum nicht einmal mehr bei ihren eigenen Mitgliedern anerkannt. Wie in der großen Politik die National-Sozialisten der Deutschnationalen Volkspartei ihre Mannen abnehmen, so auf den Universitäten den Korporationen. Einige Zahlen aus den letzten Wahlen zu der freien, völkischen Studentenschaft zu Berlin: In Frankfurt a. M. sank die Zahl der Wähler der völkischen Korporationen von 800 auf 520, während die Nationalsozialisten ihre Zahl von 205 auf 425 vermehrten. In Breslau fiel die Zahl der gewählten Korporalionsvertreter von 22 auf 16, während die N.-S. mit 11 Sitzen neu in die Studentenschaft einziehen. In Berlin das gleiche Bild, die Korporationen mußten statt mit 19 mit 15 Sitzen vorlieb nehmen, während die Völkischen statt über 4 nunmehr über 9 Vertreter verfügen; an der Technischen Lochschule Charlottenburg verlieren die Korporationen 6 von 26 Sitzen, die National-Sozialisten triumphieren mit 9 statt 4 Vertretern. And so fort in beliebig langer Reihe. Nimmt es da wunder, daß selbst die „Deutsche Akademiker-Zeitung" in ihren Betrachtungen zur Jahreswende klagt? Steht so der Limmel auf dem allgemeinen polititschen Gebiete unter schwarzen Wolken, so sehen wir, daß auch auf dem Gebiete der Studenten- Politik das Iabr 1930 unter keinen glücklichen Vorzeichen beginnt. Der Aampf gegen die Korporationen wird immer heftiger. Das starke Machtinstrument, das die Studentenschaft, solange sie staatlich anerkannt war, darstellte, ist so gut wie zerschlagen. Aneinigkeit in den Reihen derStudentenschast selbst tritt immer mehr und mehr hervor, die Zersplitterung in Gruppen und Grüppchen, in Parteien

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