KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 1 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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K. C.-Blä1Ler 7 Nachr.-Lefl sammenfassung der jungen Bewegung das gab, was ihr bisher in diesem Maße noch gefehlt hatte — ein ausgesprochenes Programm. Die von den einzelnen Ausschüssen vorgelegten und vom Plenum später genehmigten Entschließungen zeigten, daß die Probleme: „Studentische Selbstverwaltung", „Wirtschaftshilfe", und „Lochschulreform" an der Spitze der lebhaften Diskussionen standen. Grundbedingung für f»as an sich immer erstrebenswerte Ziel per Selbstverwaltung sei nicht nur das Lippenbekenntnis der Studenten zur Republik, sondern ein völliger geistiger simschwung in der Studentenschaft. Für die Wirtschaftshilfe wurde eine Umwandlung in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts gefordert. Auch für das ßtipendienwesen kristallisierte sich die Forderung nach Zentralisierung und Vereinheitlichung aus den Beratungen. Zum setzten und schwierigsten der oben angedeuteten Probleme schließlich wies Man neue Wege in der stärkeren Linhuziehung der Arbeiterjungend zum Dtudium an der Lochschule und in dem stärkeren Ausbau der anderen Bildungsmöglichkeiten für die große Maffe des Volkes. «Verwattungsakademien, pädagogische Akademien usw.) Im ganzen genommen sieht man den Millen zur Arbeit an der Lochschule und am Volke, ein positives Programm, das theoretische Fundament für die Zukunft. Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: Zum Vorsitzenden wurde Leinrich Kann (Soz.) gewählt. Weitere Mitglieder des Vorstandes wurden die Lerren: Böttcher (Soz.) Lange (F.W.V.) Miehlnickel (Zentr.) Eichler (Dem.) In den Äauptausschuß wurden dreizehn Mitglieder gewählt; und zwar die Lerren: 1. Berlowitz (Soz.) 2. Borchardt (K. C.) 3. Brandt (Republ.) 4. Dünnhof (Soz.) 5. Fiedler (Zentr.) 6. Lammelburger (Dem.) 7. Kampmann (Zentr.) 8. Krause (Soz.) 9. Kreie (Soz.) 10. Langhammer (Dem.) 11. Raddatz (Zentr.) 12. Samuel (K. C.) 13. Wang (Soz.) Hilfswerk für jüdische Studenten. Der Zeitschrift .Die Wahrheit, dem Organ der Union deutsch-öfterreichischer Juden, entnehmen wir folgenden Bericht: Deutsche Lehranstalten sind von jeher von jüdischen Studierenden aus den östlichen Ländern Europas gern aufesucht worden. Dies geschah wegen es hohen Standes der deutschen Wissenschaft und des auch schon in der Vorkriegszeit in Osteuropa herrschenden Antisemitismus. Der Hilfsverein der Deutschen Juden, der es sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, an der kulturellen Hebung der Juden im Osten mitruarbeiten, hat sein besonderes Interesse den Studierenden zugewandt, denen in ihrer Heimat die Wege zu ihrer Fortbildung so gut wie verschlossen waren. Nach dem Kriege befanden sich in Deutschland mehrere tausend jüdische Studenten, der größte Teil von ihnen in bitterer Not, die sich um so eher steigerte, als die Möglichkeiten, von den Angehörigen unterstützt zu werden, infolge der politischen Wirren und wirtschaftlichen Zerrüttung in Osteuropa immer mehr schwanden. Die Lage vieler dieser jungen Menschen, die jahrelang unter den größten Entbehrungen gearbeitet hatten, war eine verzweifelte. Ihnen mußte Hilfe gebracht werden. Dr. Paul Nathan, einer der Mitbegründer und Führer des Hilfsvereines, regte im Sommer 1924 beim Hilfsverein eine Hilfsaktion an und setzte sich mit größter Hingebung für die Durchführung derselben ctn. Der Hilfsverein übernahm die Leitung der Aktion; er interessierte die Iewish Colonisation Association und das American Joint Distribution Committee für dieses kulturell außerordentlich bedeutungsvolle Lilfswerk. Von diesen zwei Organisationen sind im Laufe der letzten Jahre dem Hilfsverein für das Studentenhilfswerk beträchtliche Summen zur Verfügung gestellt worden. Ferner sind von einzelnen jüdischen Gemeinden und Privatpersonen Beträge beigesteuert worden. Die dem Hilfsverein überwiesenen Gelder wurden dem Verband der Jüdischen Studentenvereine in Deutschland zugeführt, der den Hilfsverein von Semester zu Semester über die Höhe der jeweils er-