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KC-Blätter · 1930-09-01 · Heft 3 (September 1930) · p. Seite 57

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 3 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 57 (sequence 15)
Language
German
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K. C.-Blätter 57 langte und nachdem sie sich durch Heirat mit Schutzjudentöchtern das Aufenthaltsrecht erwirkt hatten, den Kaufmannsberuf. Nur einer, Simon, blieb zeitlebens beim Lehrerberufe. Er starb in Lichtenau. Ein anderer (Moses) gründete in Rastatt ein Getreidegeschäft, der dritte (Michel) in Bruchsal eine Hopfenhandlung und der vierte (Jakob), mein Großvater, ließ sich in Liedolsheim nieder, wo er eine Enkelin des vorerwähnten Raphael Marx heiratete»). Merkwürdig ist noch, daß diese vier Brüder sich um 1820 den Familiennamen Rosenthal zulegten, während ihr älterer, leiblicher Bruder Josef den Namen Uhlfelder beibehielt. Ob er ursprünglich auch Privatlehrer war, ließ sich nicht feststeilen. Den Chawertitel, den er wegen hervorragenden jüdischen Wissens verliehen bekommen hatte, ließe allerdings darauf schließen. Der Name Josef Uhlfelders steht ebenfalls unter der Gründungsurkunde der bereits erwähnten Bruchsaler Werbekasse* 4). Verheiratet war er mit Lea, einer Tochter des Raphael Marx in Bruchsal. Josefs Vater E m a n u e l (Mendel) wurde 1754 in Uehlfeld geboren und war mit Mindel Joseph verheiratet. Sein Vater hieß Jakob. Er dürfte zwischen 1720 und 1730 geboren sein und starb, da mein 1793 geborener Großvater seinen Namen erhielt, kurz vor dessen Geburt. Die väterlichen Vorfahren von Ludwig Haas lebten vorwiegend in Südbaden. Sein Vater Julius (1845—1888) war in Emmendingen geboren, siedelte aber zuerst nach dem nahegelegenen Freiburg i. Br. über, wo seit 1862 wieder Juden wohnen dürfen und später nach Landau. Dort starb er im besten Mannesalter. Er war ein Sohn des Liebmann Haas (1802—1875), der viele Jahre Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Emmendingen war.. Die Markgrafen von Baden-Durlach erlaubten 1716, daß sich in diesem Städtchen Juden niederlassen dursten. Es waren zumeist Vertriebene aus der Schweiz und aus Stühlingen sowie Zuzügler aus dem Elsaß. Einen verständnisvollen Förderer und Fürsprecher fanden sie in Goethes Schwager Schlosser, der im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts in Emmendingen badischer Oberamtmann war. Er war es auch, der in den Judengemeinden seines Bezirks schon 1775 veranlaßte, daß die Iudenkinder Elementarunterricht erhielten und die schulentlassene Jugend vom Hausierhandel ab- und zum Ackerbau und Handwerk hingelenkt wurde»). Sicher war Ludwig Haas' Ururgroßvater, Natan Ducas-Haas, Sohn des Abraham Ducas, einer dieser ersten Elementarschüler. Geboren war er in Eichstetten, das zum gleichen Oberamte gehörte. Durch Heirat mit Miriam, geb- Schwab, aus Emmendingen, machte er sich später hier ansässig. Sein Todesjahr ist das Revolutionsjahr 1848. In mehrfachen Aktenstücken wird er als „Iudenschulz" bezeichnet. Bei der zwangsweisen Einführung erblicher Familiennamen (zwischen 1810 und 1820) nahm er den Namen Haas an°). Sicher ist er ein Nachkomme jenes Jsaac Ducas aus Emmen- °) Rosenthal, Leimatgeschichte der bad. Juden S. 360. 4) Oppenheimer, a. a. O., S. 10. ») Rosenthal a. a. O., S. 170, 182, 188, 201, 288, u. „Goethes Schwager Schlosser" i. Jsr. Gemeindeblatt für Mannheim VII, 3. H Dreyfuß, E., Die Familiennamen d. Juden, S. 85.

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