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KC-Blätter · 1930-06-01 · Heft 2 (Juni 1930) · p. Seite 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 2 (Juni 1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 38 (sequence 18)
Language
German
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38 K. C.-Blätter Denkst Du daran, Genosse froher Stunden, .... Von Dr. Ludwig Kander, Karlsruhe (Bad.-H.) Zu Heidelberg im Sommer 1895 war fünftes Stiftungsfest der Badenia. Ein kaum ausgekrochener Mulus durste ich am Kommers im Harmoniesaal teilnehmen und schon meldeten wir uns aktiv, Adolf Marx und ich. Die Badenia hatte damals gerade Couleur aufgesetzt. Der schneidige Ballin präsidierte und zum ersten Male war ein Vertreter der im 2. Semester bestehenden Sprevia beim Badenen-Stiftungsfest anwesend, Friedemann. Wie war es doch damals so idyllisch in Heidelberg! Eine Pferdebahn trottelte gemächlich durch die Hauptstraße, die noch heute sichtbaren schönen Zweispänner waren das Verkehrsmittel ins Neckartal, sofern der Monatserste nicht zu lange hinter uns lag. Drüben in Neuenheim, wo jetzt eine ganze Stadt entstanden ist, gab's nur wenig Häuser, schöne Villen umsäumten das Neckarufer bis zur Hirschgasse, wo noch vor den Augen der mit uns Studenten befteundeten Schutzmannschaft und in Gegenwart schaulustiger Fremder munter gepaukt wurde. Zum Schloß führte seit kurzer Zeit die Drahtseilbahn und hier am Klingenteich standen Reitesel, die zum Königsstuhl und zur Molkenkur die große Schar der Fremden beförderten, die allsommerlich Heidelberg besuchten. Wie anders ist das alles heute geworden! Und all, Ihr lieben Freunde, die Ihr damals mit uns die Gassen Heidelbergs und die Berge und Täler seiner Umgebung durchzöget, wo seid Ihr geblieben? Meine Konfüchse, der temperamentvolle, feurige Adolf Marx, und der treue Siegftied Heinemann (Vechta) sind nicht mehr. Fröhliche Erinnerungen knüpfen sich an Euch. Damals soll's in Heidelberg hie und da mal vorgekommen sein, daß man auf der Kneipe oder bei Engelmann nicht mehr ganz nüchtern war. Wie schrieb doch Adolf Marx in ein Kommersbuch: Sie waren voll mitnander, Es war bei Gott was Arg's, Der eine war der Kander, Der andere war der Marx. Im Verlaus unseres ersten Wintersemesters tauchte eine Erscheinung aus, die der Verbindung nach außen hin viel Glanz und Ansehen verschaffte. Erinnert Ihr Euch noch an Albert Herz aus Köln, zuerst Konkneipant, denn im Winter 96/97 zweiter Chargierter. Es war eine Freude, den großen, stattlichen Herz in Wichs zu sehen. Auch ihn deckt der Rasen. Den schönen Albert hast Du, Ludwig Holländer, unser Erster vom Winter 96, ihn genannt. War's nicht klug, lieber Holländer, daß Du Dich damals so gut in Heidelberg ausgeruht hast — bereits mittags 12 Uhr erhobst Du Dich aus den Federn. Heute hast Du ja keine Zeit mehr, müde zu sein! Ein großes Erlebnis aus meinem ersten Semester: Da erschien, von uns am Bahnhof festlich begrüßt, ein gar martialisch aussehender Herr, es war unser Mainzer in der Uniform des einjährigen Arztes

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