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KC-Blätter · 1930-06-01 · Heft 2 (Juni 1930) · p. Seite 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 2 (Juni 1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 32 (sequence 12)
Language
German
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32 K. C.-Blätter Gedankens und die Stärkung des Ansehens und der Schlagkraft der Verbindung. Deswegen darf er uns Alten, in deren Namen ich glaube sprechen zu dürfen, dieses kurze Wort innigen Dankes und herzlicher Liebe nicht verwehren. Und ein Wort des Bekenntnisses zur Gesinnung eines Menschen. Zwischen Euch Jungen und uns Alten, die wir noch im vorigen Jahrhundert aktiv waren, liegt eine Generation. Bei allem Bewußtsein unserer schicksalsmäßigen Verbundenheit sind wir von Euch durch tausend große und kleine Dinge des Lebenskampfes und des Alltags getrennt. Wir sehen auch in der Verbindung, ihrem Weg und ihrem Ziel, manches anders wie Ihr. Ein Wandel der Gesinnung oder nur ein Wandel der Form? Ach, diese Frage liegt nicht so schwer, wie Ihr glaubt. Ob Ihr fechtet oder boxt, ob Ihr Bier oder Limonade trinkt, ob Ihr die wenigen Semester Eurer Aktivität mit oder ohne bunte Mütze verlebt, alles das ändert an dem sittlichen Ideal des K. C. nichts. Uns scheint manchesmal, als ob Ihr zu tief in die vielfältige, echte und unechte Problematik Eurer Iugendbewegungsfragen verstrickt seid. Aber das schadet nichts. Weil Ihr von dem kategorischen Imperativ des deutschen Juden, der entschlossenen Verteidigung unserer Ehre und unseres Rechts erfüllt seid, weil Ihr unser deutsches Volkstum verteidigt und Euch zu unserem Staate bekennt, deswegen kann und wird zwischen Euch und uns niemals der ernsthafte Zweifel des Mißverstehens Wurzel fassen. So unkompliziert und im wahren Sinne primitiv ist im Grunde der Gedanke des K. C. An guten Vertretern dieses Gedankens ist im K. C. fürwahr kein Mangel. Einer ihrer Besten ist Max Mainzer. Weit über den K. C. hinaus, im Zentralverein, in der jüdischen Gemeinde, in seiner Partei vertritt er seit Jahrzehnten das Naturrecht des deutschen Juden. Keine Lockung und keine Schmähung hat ihn von der geraden Linie des seiner selbst bewußten deutschen Judentums abgedrängt. Wenn der K. C. in den endlosen Auseinandersetzungen vergangener Jahrzehnte über den Zionismus immer wieder an seinem Grundgedanken festgehalten hat, war das nicht zum wenigsten Max Mainzers Verdienst. Man hat diesen Anschauungen häufig den Vorwurf der verknöcherten Beharrlichkeit und des Festhaltens am Ueberlebten gemacht. Aber das ist nur eines der probatesten Schlagworte einer im Grunde recht unkultivierten Besserwisserei. Einen Menschen von der geistigen Beweglichkeit und Aufgeschlossenheit Max Mainzers kann ein solcher Vorwurf nicht treffen. Es ist im Gegenteil ein besonderer Reiz dieses in sich geschlossenen Menschen, wie er seine Ueberzeugung unbeirrt durch alle Fährnisse der jüdisch-politischen Mode sich erhalten hat. Wer — wie ich — gerade in diesen Dingen sich Max Mainzer besonders eng verbunden fühlt, kann Euch Jungen nur wünschen, daß Ihr Euch den K. C.-Gedanken immer so blank und unverwirrt erhalten möget, wie ihn Max Mainzer heute noch denkt und lebt. Ans allen aber wünschen wir, daß uns dieser wundervolle Feuerkopf von bald 60 Jahren noch lange, gesunde und glückliche Jahre erhalten bleiben möge, als Freund und als Führer. Jakob Marx (Bad.-H.).

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