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KC-Blätter · 1930-06-01 · Heft 2 (Juni 1930) · p. Seite 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 2 (Juni 1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 31 (sequence 11)
Language
German
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K. C.-Blätter 31 Wir haben also noch große Ziele vor uns, wir haben aber auch junge Menschen, die mit uns nach diesen Zielen streben wollen. Wir können mit freudigem Stolz feststellen, daß in diesem Iubiläumssemester in Heidelberg zum ersten Male mehrere Söhne von Alten Herren das Burschenband tragen und erhoffen von ihnen eine Vermählung der alten ruhmvollen Tradition mit den Erfordernissen der Gegenwart. Wir sind und bleiben trotz aller Bitternis Optimisten. Angesichts der Zeichen der Zeit wäre es vermessen, wenn wir glauben wollten, den Tag der wahren Gleichberechtigung der deutschen Juden noch erleben zu können. Aber wir sind gewiß, daß die deutschen Juden diesen Tag sich erkämpfen werden, und wir wollen nicht müde werden, damit im Sinne unserer Gründer auch in den kommenden Jahrzehnten unsere alte liebe Verbindung für diesen edlen Kampf tapfere Streiter erzieht zum Ruhme des deutschen Judentums und zum Segen unseres geliebten deutschen Vaterlandes. Arr Max Mainzer. Diese Zeilen wollen nichts mit Personenkultus gemein haben. Ein Verband gleichgesinnter Menschen kann seiner gemeinsamen Idee mit Erfolg nur dienen, wenn er von wahrhafter Demokratie erfüllt ist, ohne den autokratischen Befehl des Einen, den einsichtslosen Gehorsam der Anderen. Aber auch die demokratische Form einer Bewegung verlangt den Führer und gestattet die freiwillige und freudige Anerkennung seiner Leitung. Bei dem Rückblick auf die vierzigjährige Geschichte unserer Verbindung scheint es mir deshalb nicht unzulässig, unseremFührer ein Wort der Freundschaft und ein Wort des Bekenntnisses zu einem Menschen zu widmen. Ein Wort der Freundschaft. Ueber alle „Tendenz" und Gesinnungsgemeinschaft hinaus ist diese Freundschaft, die persönliche Verbundenheit mit vielen oder wenigen Weggenossen unserer Studienzeit, der echteste und wertvollste Inhalt des Verbindungslebens. Keiner von den Alten war und ist treuer, selbstloser, hingebender und opferwilliger in seiner Freundschaft wie Max Mainzer. Viel Not und Sorge hat an seine Türe geklopft, sie blieb keinem verschlossen. So manche Bundesbrüder verdanken ihm Förderung und Fürsorge aus ihrem Berufswege. Was er im Kriege unseren Kämpfern im Felde, ihren Frauen und Eltern zu Hause war, wie unermüdlich er mit jedem, der ihm erreichbar war, die persönliche oder schriftliche Verknüpfung pflegte, das gehört wahrhaft zur Geschichte unserer Verbindung. Die Entwicklung unseres Altherrenverbandes schildern, hieße die Arbeit Mainzers und den inneren Zusammenhalt der Bundesbrüder darstellen. Der Verbindung selbst war und ist er nicht weniger wie der bonus pater. Nicht immer wurden seine Mahnungen und Ratschläge von unseren jungen Bundesbrüdern beifällig ausgenommen, wahrscheinlich hat er auch nicht immer recht gehabt. Aber immer war seine Sorge die Erhaltung des K. C.-

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