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KC-Blätter · 1930-06-01 · Heft 2 (Juni 1930) · p. Seite 25

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 2 (Juni 1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 25 (sequence 5)
Language
German
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K.C.-Blätter 25 der Burschenschaften Allemannia und Frankonia und des V. L. zunächst auf ein Jahr und ein Jahr später auf Denunziation des Darmstädter V. D. St. definitiv suspendiert wurde, im wesentlichen mit der Begründung, daß die Existenz einer farbentragenden jüdischen Verbindung an und für sich den akademischen Frieden gefährde. Bach zwei Richtungen sind die damaligen Vorgänge bezeichnend: Es war ausdrücklich der Korporation gestattet worden, auch während der Suspension zu fechten und aus der Zeit vor der Suspension bestehende Waffenverpflichtungen in der Suspensionszeit zu erledigen. Zu letzteren gehörte eine Sabel P. P.-Suite mit dem Darmstädter V. D. St., zu deren Austragung die mutigen teutonischen Vertreter durch einen Brief unseres damaligen Erstchargierten Glücksmann gegetreten wurden. Sie wußten darauf nichts Besseres zu tun, als den akademischen Behörden anzuzeigen, daß die suspendierte Verbindung in Wahrheit noch bestehe, und die akademischen Behörden benutzten diese Denunziation trotz der mündlich gegebenen Zusage des Amtmanns, daß der suspendierten Verbindung aus einer Austragung der vor der Suspension übernommenen Waffenverpflichtungen keine Schwierigkeiten erwachsen würden, zusammen mit gewissen Aeußerungen des jugendlichen Bebermutes der Mitglieder der Verbindung, wie sie die Mitglieder anderer Korporationen ungestraft dutzendemal bekundet hatten, ohne daß die Disziplinarbehörde sich gerührt hätte, zur dauernden Suspension. Die gleiche Schwäche, die damals die akademischen Behörden an den Tag gelegt haben, sollen sie, wie böse Zungen behaupten, in gewisser Art auch jetzt noch, unter ganz veränderten Verhältnissen, nicht völlig überwunden haben. Aber mochte durch die Suspension die äußere Form unseres Bundes getroffen sein, seinen Geist vermochten weder die „mutigen" Herren des V. D. St. und die gleichgesinnten Heidelberger Korporationen noch die akademischen Behörden zu töten. Und so entstand als Phönix aus der Asche die Bavaria, um einige Jahre ohne Couleur, dann aber wieder in den alten Hauptfarben als Beweis des unzerstörbaren Kampfesmutes und Optimismus deutscher Studenten jüdischen Glaubens zu wirken. Von Jahr zu Jahr strömten der Heidelberger Korporation in großer Zahl junge jüdische Studenten zu und, wie aus der ältesten Generation die Gründer der ersten Landesverbände des Eentralvereins deutscher. Staatsbürger jüdischen Glaubens hervorgegangen sind, so entstammen der 2. Hälfte des ersten Vierteljahrhunderts der Verbindung eine ganze Reihe von Männern, die heute in der Verwaltung der deutschen Groß- und Mittelgemeinden, im Centralverein, in den Logen usw. an führender Stelle stehen. Einen gewaltigen Einschnitt in der Entwicklung der Heidelberger Verbindung wie des gesamten K. C. und darüber hinaus des gesamten Korporationswesens brachte der Weltkrieg. Noch denke ich wie heute des Augenblicks, wo ich beim Stiftungsfest am 25. Juli 1914 unseren jungen Heidelberger Bundesbrüdern in einer Aussprache beim Mittagessen sagte, daß nach meiner Empfindung wir unmittelbar vor

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