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KC-Blätter · 1930-05-01 · Heft 1 (Mai 1930) · p. Seite 18

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Journal
KC-Blätter
Volume
1930
Issue
Heft 1 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 K. C.-Blätter handelt; soweit es sich aber um die Ausübung des Berufes handelt, bestehen für den jungen Arzt bereits große Hemmnisse; Hemmnisse, die allerdings nicht oder nur beschränkt von den ärztlichen Organisationen ausgegangen sind, die vielmehr von den Krankenkassen ausgehen und die den jungen Arzt durch die stark beengte Zulassung an der Ausübung der Kassenpraxis hindern. Dazu kommt, daß auch die städtischen Behörden die ärztliche Betreuung der ausgesteuerten Arbeitslosen, der Rentenempfänger usw. vielfach einzelnen fest angestellten Aerzten übertragen. So haben in Berlin z. B. nur 2 von 20 Bezirken freie Arztwahl. Für den jungen oder besser gesagt, für den nicht zugelassenen Arzt — wir werden gleich sehen, daß man diese Aerzte nicht immer zu den jungen mehr zählen kann — besteht also nur die Möglichkeit der Privatpraxis, wobei ich von der Zahl der wenigen Kassen absehen darf, die ohne weiteres alle Aerzte zulassen. Diese Tatsache besagt nicht mehr und nicht weniger, als daß zwar heute noch die unbeschränkte Möglichkeit»^ besteht, sich zum Aerzt auszubilden, daß dieser aber, dann durch gesetzliche Bestimmungen gehindert ist, seinen Berus auszuüben. Daß dieser Zustand auf die Dauer unmöglich ist, ist leicht verständlich! Man wird deshalb über kurz oder lang auch den Zutritt zum medizinischen Studium einschränken müssen. Ohne auf statistische Angaben näher einzugehen, sei nur kurz eine Zahl veröffentlicht, die Aerzte betrifft, die bereits 1924 und früher approbiert waren, die also mindestens 5 Jahre, z. T. aber bereits 10 Jahre auf Kassenzulassung warten. Die Zahl dieser Aerzte beläuft sich auf etwa 3000. Dazu kommen noch die Scharen derjenigen, die in den Jahren von 1925 an approbiert wurden, von denen nur eine verschwindend geringe Zahl zugelassen ist. Diesen Argumenten wirft man aber mit noch einiger Berechtigung entgegen, der jung approbierte Arzt soll sich ja noch gar nicht niederlassen, er soll vielmehr Assistentenstellen in Krankenhäusern annehmen, und an Assistenten bestehe ja sogar ein großer Mangel, wie die Lektüre des Stellenmarktes in der Fachpresse ergibt. Dieses Argument ist zurzeit noch richtig und wird noch längstens ein bis zwei Jahre richtig sein; dann wird aber der infolge der Inflation und ihren Nachwirkungen während einiger Jahre gering gewesene Zustrom zum Medizinstudium nachgelassen haben, und die großen Mengen der jetzt in den klinischen Semestern stehenden Studenten approbiert werden. Wie schon gesagt^ wird dann in spätestens zwei Jahren auch eine Aeberfülle an Assistenten^^ auftreten, die diese zwingen wird, lange und immer länger in unbezahlten Stellen auszuharren, bis ihre glücklicheren Vordermänner den. Sprung in die eigene Praxis wagen, den sie aber immer später wagen werden, da ihre Kassenzulassung ungewiß wird. An eine Befristung der Assistentenstellen auf kurze Zeit, wie sie unmittelbar nach dem Kriege vorgenommen wurde, dürfte heute nicht mehr gedacht werden. Es hat . auch wirklich keinen Zweck mehr, den jungen Arzt durch eine Assistentenstelle einige Zeit noch über Wasser zu halten, um ihn dann an der Ausübung seines Berufes zu hindern. Wir sehen also im ärztlichen Beruf das eigenartige Bild, daß eine Sperre zum Studium nicht besteht, daß aber dann schwere Schranken jeden behindern, das Erlernte auch zu verwerten; ein Zustand, der weder

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