KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 1 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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K. C.-Blätter 11 werden nur, wenn man sich die Zahlen der Hochschulstatistik vor Augen halt. Hierfür bieten die vom Statistischen Reichsamt herausgegebenen Erhebungen, insbesondere aus dem Sommersemester 1928 und dem Wintersemester 1928/1929 wertvolle Grundlagen. I. Die Hochschule als Staatsanstalt. Es ist stehende Redensart in Deutschland geworden, daß der Staat sich jeden Eingriffs in die Hochschule gegenüber der Staatsfeindschaft des Studenten enthalten müsse, daß der Grundsatz der Lehr- und Lernfreiheit unter keinen Umständen angetastet werden darf. Es ist sicher, daß die unbeschränkte Befolgung dieses Grundsatzes dann richtig wäre, wenn die Hochschule nur darum staatlichen Charakter hätte, weil es Aufgabe des Staates ist, die Hochschule als kulturförderndes Institut zu erhalten und zu fördern. Tatsächlich jedoch besteht aber wohl doch sehr weitgehende ^Unklarheit darüber, in welchem Ausmaß die Hochschule heute weit ffdarüber hinaus zum Beamten-Erziehungs-Institut geworden ist. Im Winter 1928/1929 gliederte sich die Studentenschaft, und zwar die Gesamtheit der reichsdeutschen Studenten aller, auch der Fach-Hochschulen, nach ihrem Berufsziel wie folgt: Künftige Beamte ....... Freie Berufe. Berufe in Industrie, Bank, Landet und Versicherung Landwirtschaftliche Berufe . . . Bereits berufstätig. Sonstige Berufe.0,4 % Künftige Berufe unbekannt .... 3,5 % 53,4% 30,3o/o 10,5% 0,7% 1,2% 100 % der Gesamt- Studentenschaft Es ergibt sich also, daß die überwiegende Zahl der Studenten die Universität lediglich zur Vorbildung für einen künftigen Beamtenberuf benutzt. Hinzu kommt, daß sicherlich unter den bereits berufstätigen Studenten Beamte zu suchen sind, ebenso wie z. B. auch unter den freien Berufen (Aerzte und Tierärzte) künftige Beamte zu verzeichnen sind. Allerdings ist demgegenüber zu berücksichtigen, daß wir auch als Beamte angesehen haben 6,8 Prozent künftiger Pfarrer und Rabbiner, die zwar nicht fteie Berufe darstellen, aber doch nicht unmittelbar in den Staats- oder Kommunaldienst treten und deshalb für unsere Betrachtung einer etwas anderen Beurteilung unterliegen. Immerhin wird ^^man damit rechnen können, daß die Häfte der heutigen Studenten nach Beendigung des Studiums in öffentliche Dienste treten. Ganz ähnlich, wenn nicht noch weitergehend ist das Interesse des Staates an der Hochschule nach der Herkunft der Studenten gegeben. Im Winter 1928/1929 setzten sich die Studenten nach der Herkunft des Vaters wie folgt zusammen: Löhere Beamte . . . 14,6 °/0 Mittlere Beamte . . . 27,5% Untere Beamte . . . 2,5 % Offiziere und Militärbeamte 1,6 % Freie Berufe .... 8,1 °/0 Großlandwirte . . . 1,6% Mittlere und Kleinlandwirte . 4,4 % 60,3o/o Aebertrag 60,3 9/o Handel- und Gewerbetreibende 24,3o/o Leitende Privatangestellte 5,0 o/o Sonstige Privatangestellte . 7,2o/o Arbeiter. 2,2 0/0 Ohne Beruf .... 0,3 */o Anbekannt .... 0,7o/o 100,0 0/0