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KC-Blätter · 1926-04-01 · Heft 2 (April 1926) · p. Seite 27

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Journal
KC-Blätter
Volume
1926
Issue
Heft 2 (April 1926)
Date
1926-04-01
Page
Seite 27 (sequence 17)
Language
German
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27 die Universität Freiburg hinreichenden Anlaß zum Einschreiten findet. Jetzt allerdings haben die Fvrtsetzer. des Boykotts es leicht, jetzt nämlich haben sie es nicht mehr nötig, neue Boykottdrohungen auszusprechen, sondern brauchen sich, wenn sie wollen, nur auf die stillschweigende Aufrechterhaltung zu beschränken, also auf Maßnahmen, die unter gewöhnlichen Umständen, für sich allein betrachtet, vielleicht nicht ohne weiteres disziplinarisch' verfolgbar wären. Darauf aber kann sich die Universität, die durch ihre Haltung die Herbeiführung dieses Zustandes erst ermöglicht hat. nicht berufen; nach wie vor wäre es ihre Aufgabe, gegen die Urheber, und Fortsetzer des Boykotts vorzugehen und von ihnen'zu verlangen, daß die Boykotterklärungen in derselben Form ausdrücklich zurückgenommen werden, in der sie seinerzeit erfolgt sind. Nach der bisherigen Entwicklung der Dinge wird man begründete Zweifel daran haben müssen, ob die Universitätsbehörde sich zu einer solchen entschlossenen, .eigentlich selbstverständlichen Haltung noch aufrasft. Zu deutlich hat sich hier wie an anderen Orten gezeigt, daß der Druck, den die völkischen Verbände ausüben, wenn es die Bekämpfung der K. C.-Verbindungen gilt, ein außerordentlich starker ist, und daß auch gerecht denkende und objektiv sein wollende Hochschulbehörden aus begreiflichen Gründen nur allzu leicht geneigt sind, diesem Druck auf Kosten des Rechts nachzugeben. Gerade hierin liegt aber das.Moment, das diesem Einzelfall eine allgemeine weit über die Mauern der Freiburger Universität hinausgehende Bedeutung verleiht. Sollen wir es wirklich ruhig mitansehen, wie die Universitätsbehörden vor dem Druck studentischer Cliquen das Feld räumen? ■ Sollen wir es geschehen lassen, daß das Recht zugunsten der Macht gebeugt wird und unsere Hochschulen dem Terror völkischer Kreise ausgeliefert werden? Was heute der Neofriburgia in Freiburg passiert, kann morgen einer andern Minderheilsgruppe an irgendeiner anderen Hochschule genau so geschehen, und es ist ja auch der Fall der Neofriburgia nicht der erste seiner Art. Vorgänge wie sie gerade in diesen Tagen an den Namen Lessing in Hann o v er sich knüpfen, Fälle wie die Berufung Prof. Goldsteins nach D a r m st a d t im vorigen Jahre sind nur Beispiele dafür, wie Terror und Gewalt von den Völkischen rückhaltlos und systematisch als Kampfmittel eingesetzt werden, wenn es gilt, einen unbequemen Gegner zu . unterdrücken, und daß sie in gleicher Weise die akademische Lernwie Lehrfreiheit bedrohen. Darum halten wir uns Kr verpflichtet, auf die grundsätzliche Bedeutung der Freiburger Vorgänge hinzuweisen. Nicht um irgendwelche Personen geht es uns, sondern einzig und allein um die Sache. Nicht gegen die Freiheit, des Einzelnen wenden wir uns, seine Ueberzeugung zu vertreten, aber verhindern müssen wir, daß die Methoden der Gewalt und des Terrors, die in unserm politischen Leben bereits genug Unheil angerichtet haben, von denselben Kreisen auch auf unsere Hochschulen übertragen werden und dort zur Herrschaft gelangen. Nicht allein unser eigenes Recht haben wir dabei zu verteidigen, sondern den Rechtsgedanken überhaupt, und wenn unsere Gegner, die in ihrer Verblendung und ihrem Haß unfteier sind, als sie selbst zu ahnen vermögen, mit den Mitteln des Unrechts und der Unwahrheit uns zu unterdrücken suchen, so gehen wir dennoch unfern Weg unbeirrt weiter, und auch ihnen rufen wir die Worte zu, die in goldenen Leitern von unserer Alma Mater zu Freiburg herableuchten: „Die Wahrheit wird euch frei machen!" 6 Jahre Sport im K.C. («i» Mckblkck.) Von Norbert Meyer (Vin.) Kurz vor unserem 6. Sportfest mag ein kurzer Rückblick über die sportliche Betätigung im K. E. und deren Entwicklung bis zum heutigen Stande gestattet sein. Der Sport war dem K. C. nie etwas Fremdes. Schon ftühzeitig hatten dieK.C.- Verbindungen neben dem Fechtsport sich auch anderen Sportarten zugewandt. War es in Freiburg vor allem der Ski--Sport, in München der Alpinismus, in Heidelberg das Schwimmen, was schon vor dem Kriege stark in Erscheinung trat, so fehlte doch alledem eine einheitliche Verbindung eine systematische Grundlage. Diese wurde geschaffen, als — als eine der wenigen erfreulichen Folgen des Krieges — die sportliche Betätigung allgemein auch in Kreise einzog, die dem Sport bisher ferngestanden chatten und auch in der Studentenschaft festen Fuß faßte. Zunächst wurde nach dem Kriege ein neues Sportgeibiet in Berlin in Angriff genommen durch die Gründung der K.C.-Ruderriege. Die Zeit der Inflation gestattete es nicht, wie früher, den Sommer im schönen Süddeutschland zu verbringen und was lag näher, als durch systematische Pflege des Wassersports die Schönheiten Berlins zu genießen. So wurde dank der Unterstützung der älteren Kartell- und Bundesbrüder im Sommer 1920 die K.C.-Ruder-Riege mit zunächst einem Boot gegründet, um nicht nur denen, die sich bereits zu früherer Zeit in Schüler-Rudervereinen

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