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KC-Blätter · 1926-04-01 · Heft 2 (April 1926) · p. Seite 20

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Journal
KC-Blätter
Volume
1926
Issue
Heft 2 (April 1926)
Date
1926-04-01
Page
Seite 20 (sequence 10)
Language
German
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gegen die Ansiedlung von Juden in der Krim ausgesprochen: sie müsse — so habe sie gesagt — das verfügbare Land für die tartarischen Familien zurückhalten, die unter dem zaristischen Regiment nach der Türkei ausgewandert seien und jetzt wieder in die Heimat zurückzukehren beabsichtigen. Zwar habe man sich beschwerdeführend an die Zentralregierung gewandt, aber auch dieser sei es nicht gelungen, den Widerstand der autonomen Krimrepublik zu brechen; die Moskauer hatten die. Krimsowjets nur dazu bringen können, 8000 Dessiatinen für die jüdische Kolonisation zur Verfügung zu stellen und auch diese nicht etwa in dem überaus fruchtbaren Süden der Halbinsel, sondern in dem weit weniger günstigen Norden, in dem Distrikt von Djankoy. Das war natürlich für das große und weitausschauende Projekt des Komset und des Agro-Ioint nicht genug. Man knüpfte deshalb mit der ukrainischen Sowjetregierung Verhandlungen an, die dazu führten, daß diese, und zwar in der unmittelbaren Nachbarschaft der alten jüdischen Kolonien im Kherson'schen Bezirk, zwei Block Land von 36000 Dessiatinen bereitstellte. Mit dem Gebiet der alten Kolonien umfaßt das jüdische Ansiedlungsgebiet nunmehr 70000 Dessiatinen und darunter einen zusammenhängenden Block von 58000 Dessiatinen jüdischen Landes, was von den Anhängern der Kolonisation nicht mit Unrecht als einzig in der Welt dastehend bezeichnet wird. Nunmehr konnte der Agro-2oint an die Arbeit gehen. Sie setzte im Marz 1925 ein und vollzog sich auf folgende Weise: In jeder der Provinzen prüften die lokalen Vertreter des Komset die Listen der Bewerber und suchten die zur Ansiedlung geeigneten Familien aus. Erst nahm man ehemalige Landbebauer, dann Handwerker und andere arbeitende Elemente, schließlich Kleinhändler. Jede Familie mußte im Besitz von mindestens 300 Rubeln sein; später wurde die Mindestsumme aus 200 Rubel herabgesetzt. Darauf bildete man Gruppen in der Weise, daß eine jede verschiedene Gewerbe und wohlhabende wie ärmere Familien umfaßte. Die Vertreter des Agro-Ioint nahmen an der Bildung dieser Gruppen nicht Anteil. Jede Gruppe schickte ihren Vertreter in die ihr bezeichnten Gebiete, um die für die Gruppe bestimmten Landanteile in Besitz zu nehmen. Viele Familien schickten in die neuen Heimstätten zur Installierung und zum Beginn der Arbeit vorerst nur eine oder zwei Personen und ließen die übrigen Familienglieder, besonders die Frauen, erst einige Monate später Nachkommen. Man hat die Niederlassungskosten pro Familie auf 750 Dollars berechnet. 2n Palästina werden sie nebenbeigesagt auf 1000—1500 englische Pfund pro Familie geschätzt. Im ersten Jahr sollten aber nicht mehr als 500 Dollars ausgegeben werden. 150 Dollars hiervon waren von den Interessenten selber aufzubringen, 100 Dollars lieh die Regierung teils in bar, teils in Sachwerten, und die restlichen 250 gab der Agro-Ioint her. Im Gebiet von Kherson waren also 36 000 Dessiatinen Landes den neuen Kolonisten zugeteilt. Man beabsichtigte, 29 Flecken zu gründen und darin 1500 Familien mit 8466 Personen in 99 Gruppen anzusiedeln. Jede Familie erhielt durchschnittlich 15 Dessiatinen Land ohne das Weideland, das die Eigenschaft von Gemeineigentum erhielt. Was die Krim angeht, so waren für sie 275 Familien mit 1600 Köpfen eingeschrieben. Jede Familie erhält hier 28 Dessiatinen im Durchschnitt außer dem Gemeindeweideland. Wie vorhin erwähnt, ergab die vom Komset in Weißrußland veranstaltete Aufnahme eine große Anzahl Familien, die zwar Ackerbau zu treiben gewillt waren, aber Weißrußland nicht verlassen wollten. Obwohl in Weißrußland verhältnismäßig nur sehr wenig freies Land vorhanden ist, hat der weißrussische Komset dennoch in den Gouvernements Minsk und Homel mehrere tausend Dessiatinen Land für die jüdischen Bauern reserviert. Ungefähr 600 Familien aus Städten und Flecken haben sich auf diesen Ländereien niedergelassen. Die Anteilnahme der Regierung an dem neuen Kolonisationswerk läßt sich kurz dahin zusammenfassen, daß sie vermittels einer Regierungskommission, eben des Komset, den neuen Kolonisten ihren Beistand leistet, der im wesentlichen und in erster Linie darin besteht, daß ihnen unentgeltlich Land zugeteilt wird. Daneben gewährt die Regierung Ermäßigungen aus die Eisenbahntarife für die Beförderung von Personen und Materialien nach den Ansiedlungsstätten. In geeigneten Fällen läßt sie den neuen Kolonisten Kredite durch die Staatsbank und die Landwirtschaftsbank gewähren. Des weiteren verteilt der Komset Saatgut und Bauholz je nach Lage des Falls gratis oder zu Vorzugspreisen. Endlich ist dem Komset von der Sowjetregierung ein Betrag von 500000 Rubel zur Gewährung von Bardarlehen an die Ansiedler zur Verfügung gestellt. Bis z^m Oktober 1925 betrug die Zahl der neuangesiedelten Familien etwa 4900, und zwar sind vom Agro- Ioint in der Gegend von Kherson und in der Krim 2000, von der Ica in ihren alten Kolonien 600—700i weiter in der Krim in Gruppen 800 und in der Gegend von Odessa und in Weißrußland 1400 Familien installiert. . Diese Zahlen genügen natürlich den Initiatoren des Werkes bei weitem nicht. Der Komset beabsichtigt, im Laufe der nächsten Jahre Zehntausende jüdischer Familien auf das Land zu ver»

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