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KC-Blätter · 1925-07-01 · Heft 3 (Juli 1925) · p. Seite 47

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Journal
KC-Blätter
Volume
1925
Issue
Heft 3 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 47 (sequence 21)
Language
German
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47 Anhaltspunkt dafür, daß der geistige Radius dieser von mir als durchaus verderblich angesehenen Bewegung noch wesentlich kleiner ist, als ich angenommen hatte. Deswegen bin ich Ihnen für Ihre Aufklärung zu Dank verpflichtet und ich werde nicht versäumen, Ihre Aufklärung entsprechend zu verwerten, sobald sich mir hierzu Gelegenheit bietet. Ihre Meinung, daß der Gegensatz zwischen K. C. und B.C. etwa der gleiche sei, wie zwischen den Korps- und Burschenschaften, vermag ich allerdings nicht zu teilen. Aber, mir lag und liegt überhaupt nichts daran, daß paritätische Prinzip des B. C. in diesem Zusammenhang zu kritisieren oder etwa für den K. C. zu werben, ebensowenig wie ich mich beispielshalber gegen die F. W. V. gewandt habe. Das Ziel meines Angriffs war nur der Verband nationaldeutscher Juden, und wenn ich aus ihren Zeilen entnehmen darf, daß die von mir bekämpfte Denkungsweise höchstens in der Saxonia zu Heidelberg nicht aber in anderen B. C.-Verbindungen gepflegt wird, so ist das für mich eine aufrichtige Genugtung. Mit vorzüglicher Hochachtung gez. vr. Marx Rechtsanwalt. □ Bücher- und BlätierfcDau □ EI 112 EI Das nationaldeutsche Judentum und seine Lästerer. Eine Streitschrift von Dr. Alfred Peyser, Verlag Albert Goldschmidt, Berlin. In einer Schrift das „Nationaldeutsche Judentum und seine Lästerer" nimmt Herr Sanitätsrat Dr. Peyser zu der Schrift von Kartellbruder Dr. Jakob Marx, Karlsruhe „Das deutsche Judentum und seine jüdischen Gegner" Stellung. Cr appelliert in seiner Schrift, die angeblich nicht werben will, an mich, mich nach dem Studium der Quellen nochmals als melius int'oi-matus an meine Vundesbrüder zu wenden. Darum halte ich mich für verpflichtet, persönlicher als sonst auf das Thema des Buches einzugehen. Schwierig ist es sestzustellen, was eigentlich unter den Quellen verstanden wird, zu denen ich hinabsteigen soll. Ich teilte bisher die Äuffaffung, die auch Marx in seiner Broschüre vertritt, daß als Quelle das zu verstehen ist, was über die Politik des Verbandes nationaldeutscher Juden von diesem und feinen Vorstandsmitgliedern gesprochen und geschrieben worden ist und auch. die verschiedenen Tätigkeiten, die seitens des Verbandes und seiner Ortsgruppen ausgeübt wurden. Herr Sanitätsrat Dr. Peyser faßt den Begriff „Quelle" scheinbar anders auf; denn er wendet sich dagegen, daß Marx frühere Ereignisse heute dem Verband zum Vorwurf macht, und schreibt wörtlich: „Ja, aber er hält es in der Polemik für erlaubt, Dinge, die wir selbst längst als Kinderkrankheiten unseres jungen Verbandes bezeichnet haben, agitatorisch so zu verwerten, als beständen sie noch heute, von Milderungen und Abänderungen, wie sie in der Entwicklung jedes jungen Unternehmens zu erfolgen pflegen, keine Kenntnis zu nehmen, Ereignisse, die vor Reumanns Auftreten liegen, wie z. V. eine gleichgültige studentische Korporationsangelegenheit längst vergangener Zeiten und uns unbekannter Beteiligter, hervorzukramen, ferner Privatmeinungen unserer Mitglieder, die in unserem Blatte mit ganz besonderer Betonung als solche gekennzeichnet sind, so zu zitieren, als gäben sie offizielle Verbandsansichten wieder, kurz, er nimmt nur das, was, und er nimmt alles so, wie es ihm in den Kram paßt? Für den ernsthaften Politiker muß eine Bewegung für das einstehen, was sie einmal verfochten hat und muß einen Wandel der Ueberzeugung rechtfertig e n. Wenn Herr Sanitätsrat Dr. Peyser behauptet, daß sie von diesen Kinderkrankheiten längst abgerückt wärenso weiß ich nicht, womit er das belegen kann, von einem einzigen, aber typischen Fall abgesehen. Im Gegenteil hat der Verband nationaldeutscher Juden be- - hauptet, immer die ursprüngliche Linie unverändert beibehalten zu haben. Wie leicht es sich Herr Peyser hiermit macht, beweist der Umstand, daß er zwar sehr ausgiebig über die Gründe spricht, aus denen heraus bei der Gründung des Verbandes die Festlegung des Programms einer bestimmten politischen Partei unterblieben ist, daß er aber die Tatsache, daß die Aufnahme von Dissidenten entgegen der ursprünglichen Absicht erst nach Gründung des Verbandes ausgeschlossen wurde, nicht nur nicht erwähnt, sondern sogar schreibt, daß der nationaldeutsche Jude nur areligiös. nicht antireligiös sein könne. Die „längst vergangenen" Jahren angehörige studentische Angelegenheit stammt aus dem Jahre 1919! — Cs kommt aber auf diese Einzelheiten wahrlich nicht an. Als Quelle kann Herr Sanitätsrat Dr. Peyser seine Broschüre nicht.ansprechen, denn sie ist alles andere als die Zusammenfassung der Grundsätze und Ziele seines Verbandes, sie will ja auch nur eine reine Streitschrift sein. Die Grenzen einer solchen Schrift habe ich bereits bei der Besprechung von Marx ausgezeichnet. Den früheren Veröffentlichungen spricht Peyser selbst die Beweiskraft ab. Auch Dr. Naumann ist wiederholt dagegen aufgetreten, daß man seinen Verband mit seinen Schriften identifiziert. Also bleibt eigentlich nichts, worauf man sich stützen könnte. Grundsätzlich bleibt aber eines bei allen Schriften aus nationaldeutschjüdischer Feder, die Idee des Verbandes ist neben der berühmten Dreiteilung die lebende Statistik: „Wir sind deutsch empfindende Juden, besser als die andern." Ms Idee ein nichts, als Verbandsaufgabe keine, die man als einen Ausfluß selbstbewußten Judentums bezeichnen könnte. Cs ist ein „national" sein, im Sinne des Nationalistischen, ein Hinausschreien, ein Bitten, es ist vielleicht eine Notwendigkeit, daß es in der Praxis zum denunziatorischen wird und es ist darum nach meiner Austastung etwas anderes als die deutschvaterländische Gesinnung des selbstbewußten deutschen Juden. Cs ist gewiß ein Ausfluß unlöslicher Verbundenheit mit dem deutschen Vaterlands, aber es ist gewiß nicht eine irgendwie geartete Verbundenheit mit dem Judentum. Cs ist ein Danebenleben völlig unabhängig und unbeeinflußt und darum ist es falsch, eine grundsätzliche Identität zwischen diesen Ideen und den des selbstbewußten deutschen Juden zu suchen. Letzten Endes ist für den Nationaldeutschen Judentum nichts anderes, als die Anerkenntnis einer Abstammungsgemeinschaft ohne gegenwärtige Bindungen. Darum wäre es konsequent, wenn es den Verband dahin triebe, Nichtjuden aufzunehmen. Wenn aber wiederum diese Abstammungsgemeinschaft mehr ist als ein Zufalldann fehlt die Änüberbrückbarkeit der Gegensätze zum Nationaljudentum, dann fehlt auch die Begründung für die Stellung zu Palästtna. Ich kann nicht nur den nationalen Aufbau Palästinas ablehnen, ich kann auch, wie ich selbst es tue, die Hingabe von Mitteln für angeblich neutrale Fonds, aus den verschiedensten Gründen ablehnen, aber, ich darf darum nicht denen, die in fester Verwurzelung mit der deutschen Kultur an diesem Werke Mitarbeiten, das Recht auf ihr Deutschtum be-

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