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KC-Blätter · 1925-07-01 · Heft 3 (Juli 1925) · p. Seite 46

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Journal
KC-Blätter
Volume
1925
Issue
Heft 3 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 46 (sequence 20)
Language
German
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WWIWW^W 46 Meine ließen Kartell- und Bundesbrüder, lassen Sie mich noch einmal zusammenfassen: den Weg zu weisen zur inneren Freiheit unserer deutschen jüdischen Akademiker, Führer zu erziehen, die einmal an der Spitze stehen sollen im Kampfe für unser deutsches Judentum, vollwertige harmonische Persönlichkeiten auszubilden, die ihr Weltanschauungsideal aus den Kräften jüdischer Sittlichkeit und jüdischen Geistes gebildet haben, hierin sehe ich den letzten Sinn und die letzte Bedeutung des K.C. Lassen Sie mich meine Ausführungen schließen mit einem Bilde und erneut Wort von Fritz Reuter. Dort hat ein Mann in der Zeit der Demagogenverfolgung seine Heimat verlassen müssen und ist nach Amerika gegangen. Nach Jahren kehrt er zurück, um zu sehen,' ob wieder politische Freiheit in Deutschland ist; aber immer noch ist es Nacht im Vaterlande, und so nimmt er seinen Jungen, den er zurückgelassen hat, mit sich übers Meer. Aber als er die heimatliche Erde verläßt, da ruft er dem Jungen zu, im Bewußtsein, daß es noch einmal besser werden wird: „Die Tat war mein, der Weg sei Dein. Frei sollt Ihr sein, frei sollt Ihr sein!" Das deutsche Judentum und seine jüdischen Gegner. E i n Briefwechsel. Von Lerrn Kartellbruder Dr. Mar x, Karlsruhe, erhalten wir folgende Zuschrift: „Auf Seite 52/53 meiner Schrift „Das deutsche Judentum und seine jüdischen Gegner" habe ich das Verhallen des Burschenbundes Saxonia in Leidelberg gegenüber unserer Kärtellverbindung Bavaria geschildert. Ich habe dort gesagt: „Es find die gleichen Leute, die heute der geistige Nachwuchs vielleicht zum Teil schon die geistigen Führer des Verbandes nationaldeutscher Juden sind". An diese Stelle meiner Schrift hat sich ein Briefwechsel angeschlossen, den ich Ihnen in der Anlage mit der Bitte um Veröffentlichung überreiche. Ich möchte mich jeglichen Kommentars zu diesem Briefwechsel enthalten und auch an dieser Stelle nur meiner Genugtuung darüber Ausdruck geben, daß meine Auffassung, als gehöre der B. C. seinem Wesen nach zum Anhang des Verbands nationaldeutscher Juden, nach dieser Richtigstellung von berufener Seite irrig ist." Der Briefwechsel hat folgenden Wortlaut: Nürnberg, den 6. Juni 1925 Sehr geehrter Äerr Kollege! Auf Veranlassung meines Bundesbruders Prof. Dr. Koburger, Ludwigshasen, erhielt ich Ihre Schrift, „Das deutsche Judentum und seine jüdischen Gegner" zugesandt. Gerade, weil ich seit Jahren auf dem Boden des C. V. stehe und dessen Mitglied mit Leib und Seele bin, muß ich wohl zu einem Punkt Ihrer Schrift Stellung nehmen, zur Erwähnung des Burschenbundes Saxonia S. 52. ff. Gerne nehme ich an, daß die Tatsachenschilderung zutreffend ist, verfehlt sind die Schlüsse. Ich selbst bin Mitglied zweier dem B. C. angehörender Korporationen, der Thuringia, München und der Südmark, München. Wenn die Saxonia tatsächlich das von Ihnen angeführte Schreiben losgelassen hat, so ist zu berücksichtigen, daß die Verfasser doch junge Leute von 18 —19 Jahren sind — denen natürlich das Verständnis für vorliegende Fragen mangelt und welche oft unbeabsichtigt daneben schießen. Es ist völlig unrichtigdaß die B. C.er die geistigen Führer der Naumannianer sind. Richtig ist vielmehr, daß wohl der überwiegende Teil des B. C. auf dem Boden des C. V. steht, z. T. auch Zionisten sind. Die erst nach dem Kriege zur Abwehr gegründete Südmark hat in ihrem Philisterium eine sehr große Anzahl bedeutendster christlicher Politiker, die durchweg auf dem Boden der Republik stehen und dies auch bei der Gründung kundgegeben haben. Wenig Naumannianer sind Republikaner. Die jüdischen Philister der Südmark sind fast durchweg C.V.er. Der bestehende Gegensatz zum K. C. rührt wohl weniger von der durch Sie untergeschobenen Absicht her, hat vielmehr seine Arsache in ähnlichen Dingen wie der Gegensatz zwischen Korps und Burschenschaft oder Burschenschaft und Landsmannschaft. .Auch meine Nessen sind jüngste Mitglieder des B. C., sie sind aber weit entfernt Naumannianer zu sein, gar deren geistige Führer zu werden. Ihre Schlußfolgerung S. 53 aus einem Einzelfall ist daher falsch und schasst Anrecht und falsche Ansichten. Ich zweifle daher nicht, daß Sie bald Veranlassung nehmen werden, diesen Irrtum richtig zu stellen. Mit vorzüglicher Hochachtung gez. Dr. Alfred Ortweiler Rechtsanwalt. Karlsruhe, den 9. Juni 1925. Äerrn , Rechtsanwalt Dr. Alfred Ortweiler Nürnberg. Sehr geehrter Lerr Kollege! Ich bestätige Ihnen dankend den Empfang Ihres frdl. Schreibens vom 6. Juni. Die von Ihnen angeführte Stelle in meiner Broschüre behandelt in erster Linie den Einzelfall der Saxonia. Insoweit habe ich natürlich an meiner Darstellung nichts zu ändern, das Rundschreiben hat mir im Original Vorgelegen. Ich verstehe es durchaus, wenn Sie als Alter Äerr des B. C. das Verfahren der Saxonia nachsichtig beurteilen. Sie werden gewiß auch dafür Verständnis haben, wenn andererseits ich mich gegenüber einem Verhalten, welches in der Tat eine ganz unerhörte Provokation der deutschen Studenten jüdischen Glaubens war, nicht auf Ihren alles verzeihenden Standpuntt stellen kann. Dagegen ist mir Ihre Mitteilung über das Verhältnis des B. C. zur Naumannsrage nicht nur neu, sondern auch vom größtem Interesse. Meine Auffassung, daß Naumann im B. C. seinem akademischen Nachwuchs heranzieht oder heranzuziehen versucht, stützt sich auf mancherlei Mitteilungen und eigene Beobachtungen. Daß die Zahl der dem Verband der nationaldeutschen Juden angehörigen B. C.er verhältnismäßig groß sei, wurde mir auch schon von B. C. Seite mitgeteilt. Wenn dies aber nicht zutrifft, so kann ich mich darüber von meinem Standpunkt aus nur herzlich freuen. Denn es ist ein ganz wertvoller

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