KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 3 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- Seite 36 (sequence 10)
- Language
- German
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36 abspielen würden, längst vorausgesehen haben. Wer wer nicht geneigt sein sollte, tiefgründige Forschungen a la Reventlow anzustellen, wird dankbar hören, was der bekannte christliche Theologe Geheimrat Ed. König in Bonn in seiner Kritik des Kittelschen Gutachtens über diese Frage zu sagen weiß: Erstens sind Vernichtungskriege von Israel nur gegen solche Völker unternommen worden, an denen wegen ihrer grenzenlosen Degeneration die Weltgeschichte endlich zum Weltgericht werden mußte, indem das Maß ihrer Sündenschuld voll war (1. Mos. 16, 16), wie bei den Kanaanitern, deren Schamlosigkeit und tierische Entartung ja insbesondere von den Sodomitern her bekannt ist .., zweitens wurde nur solchen Feinden gegenüber Vernichtung beschlossen, die dem tyrannischer Knechtschaft entfliehenden und friedlich durch die Wüste dahinziehenden Volke aus dem Hinterhalt in die Flanke gefallen waren (2. Mos. 17,14; 1. Sam. 16, 2 ff.) .... drittens war der Bann, d. h. Bindung oder Weihung für die Gottheit nur an den nahe wohnenden Völkerschaften zu vollziehen, damit sie nicht, wie ausdrücklich in den Quellen zu lesen ist (6. Mos. 20, 16—18) durch ihre Vielgötter und gräuelhaften Gebräuche, wie Tempelprostitution oder auch Kinderopferung, die Israeliten verführen sollten. .". Begnügen wir uns mit diesen Proben völkischer Bibelexegese. Das, wie Kittel richtig bemerkt, ebenso wie Calvin und Luther vieles „Anstößige" gepredigt haben, auch im alten Testament Stellen vorhanden sind, die als „bedenklich" zu bezeichnen sind wird kein Freidenkender bestreiten; aber sie zu den die mosaische Religion kennzeichnenden zu machen, erinnert uns an die Methoden jener Kinder, die mit hämischer Freude in den Schulpausen nach „interessanten" Bibelflellen suchen. Ganz zu schweigen von jenen, die von der Zeit für die Zeit geschaffen sind. So urteilt der christliche Professor Gunkel über die so hart von Fritsch angegriffenen Stellen aus der Patriarchengeschichte: „Wollen wir aber gerecht und besonnen urteilen, so dürfen wir jene Erzählungen nicht mit unserer Religion und Sittlichkeit vergleichen, sondern mit derjenigen der Antike. . Diese Erzählungen zeigen also, daß Israel schon in sehr alter Zeit eine bewunderungswürdige religiöse und sittliche Höhe erreicht hat, die es von allen Völkern des damaligen Morgenlandes unterscheidet. „Was Wunder, daß völkische „Forscher" so auf den Gedanken kommen, - die „unsittlichen" Stellen des Neuen Testaments ihren Lesern in gleicher Weise vorzusetzen? Doch täuschen wir uns nicht, wenn der Kampf gegen die christlichen Kirchen auch im allgemeinen mit geschickteren Mitteln geführt wird: — wir werden noch davon zu reden haben — weniger heftig als der gegen das Judentum ist er nicht. Aber selbst wenn es nicht so wäre, der Kampf gegen das alte Testament untergräbt nicht nur das Judentum sondern seine Schärfe richtet sich in gleicher Weise gegen das Christentum; denn Kittel hat recht, wenn er sagt, daß das Christentum schon allein durch jene Angriffe gegen das Judentum mindestens mittelbar betroffen wird. Aber auch der, der nach einer Ueberwindung der Religionen trachtet, wird einsehen, daß Geist nur durch Geist überwunden werden kann nicht aber durch Lüge und Verleumdung. Nicht allein realpolitische Momente scheinen uns hier für eine „Liga der Anständigen" zu sprechen. Zwei Gedanken zum K. C.-Adreßbuch. Von Dr. Friedrich Meyerbach (Rh.-Guest., Lic.) I. Als ich das K.C.-Adreßbuch bekam, ging's mir wie dem berühmten Professor: „Ich fand viele, die nicht darin standen." Nun soll das K.C.-Adreßbuch doch kern Album darstellen, in dem lediglich eine wohlerwogene Auswahl von Bekannten ihre Unterschrift niederlegen, sondern es soll für den ganzen internen K.C.-Vetrieb die autentische, gewissermaßen amtliche Unterlage dartun. Mit anderen Worten: Wer darin steht, urü> eben nur, wer darin steht, ist K.C.er; wer nicht darin ausgeführt ist, gehört nicht zu unserem Verbände. Die Ausfüllung der großen Lücken nun, die das Adreßbuch enthält,. ist nicht allzu schwierig. Der G.A. veranlaßt alle Verbindungen und A.H.V.s, ihre Mitgliederlisten mit den Angaben des K.C.-Adreßbuchs zu vergleichen. Die Namen (soweit nröglich die Adressen) der Fehlenden sind dem G.A. bis zu einem bestimmten Termin anzugeben. Soweit dann noch Adressen fehlen, sind diese „steckbrieflich" (wie schon im vorigen Jahre) einzufordern. Nach Verlauf von zwei weiteren Monaten werden die Listen abgeschlossen, und es wird ein Nachtrag zum Adreßbuch herausgegeben. Diejenigen K.C.er, deren Namen darin noch nicht ermittelt sind, kann man getrost als nicht zum Verband gehörig betrachten, denn wer sich weder um die K.C.-Vlätter bekümmert noch irgendwelche Beziehungen mit Vundesbrüdern von seinem A.H.V. unterhält: ist der vielleicht noch ein Vundesbrudet? — Ich bin der Ansicht, daß diese Vervollständigung des K.C.-Adreßbuchs einen Status praesens im weitesten Sinne zu liefern vermag. II. Ich gelangte also in den Besitz des K.C.-Adreßbuches und da habe ich einige Stunden stiller Andacht abgehalten. Ich schlug diesen, ich schlug jenen Vundesbruder nach, und so bekam ich, zum ersten Male seit Jahren, obendrein nur indirekt unvollständig und unbeabsichtigt Kenntnis von vielen, mir von Herzen lieben Bundesbrüdern, die seit unserer Trennung von der slma mater entweder sofort oder nach kurzem Briefwechsel in konstggtes Schweigen versunken waren. Da wir doch — ich nehme es zu unser aller Gunsten an — nicht für die paar Aktivitätssemester in der Verbindung waren, sondern auch für alle Zukunft etwas ins Philisterium mitnehmen wollten, so will ich nun einmal in aller Oefsentlichkeit die Aufforderung ergehen lassen, daß die jeweiligen Consemester wieder Fühlung miteinander nehmen sollen. Warum und weshalb, das möchte