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KC-Blätter · 1925-07-01 · Heft 3 (Juli 1925) · p. Seite 33

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Journal
KC-Blätter
Volume
1925
Issue
Heft 3 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 33 (sequence 7)
Language
German
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M' ’^jj,! '“ij 33 nalismus der Bolschewisten Rußlands. Wir tragen solches Schicksal mit Würde, wie wir uns ja auch ebenso zugleich als Träger des alles zusammenraffenden Weltkapitalismus und als Pioniere des eigentumsseindlichen Kommunismus anklagen lassen müssen. Unsere Lehre bleibt unerschüttert. Und unsere Ueberzeugung wird noch dadurch gestärkt, daß es in der Frage der Weltreligion eine Parallele gibt! Was für Nationalismus und Internationalismus gilt, bezieht sich auch auf die Begriffe „Konfession" und „Weltreligion". Ohne durch die Konfessionen getragen zu sein, ist die allgemeine, alle Menschen verbindende Weltreligion eine Chimäre. Sie ist — trotz der Meinungen vieler liberaler Juden — kaum denkbar, geschweige denn praktisch möglich. Rur die Konfession ist das Mittel, um Menschen zur Lösung religiöser Aufgaben und zur Betätigung religiösen Sinnes heranzuziehen. Jede Konfeffion sinkt freilich zu einem Götzendienst hinab, sofern sie nicht über sich selbst hinausstrebt und einen Weg zu Umfassenderem, Größerem, alles Einigendem, zur Weltreligion zeigt. KoNfeffion als Selbstzweck ist ein Widersinn, und Weltreligion ist für sich allein ein blutleerer Begriff. Und wenn man, wie es ja allgemein geschieht, diese Wahrheit begriffen hat, ist der Weg zum wirklichen Verständnis der Parallele, des Nationalismus, gebahnt. Cr ist kein Endziel, sondern nur eine Etappe! Cr gewinnt reinen, höchsten Wert durch seine Vollendung in der Völker umspannenden und Völker versöhnenden übernationalen messianischen Welteinheit! Der völkische Kampf gegen Synagoge nnd Kirche. Von Ludwig Kaempfer (Bav.) Motto: Man sagt: „Der Zweck heiligt die Mittel. Ich aber sage: es gibt auch Mittel, die den Zweck entheiligen." (Prof. Julius Goldstein.) Es ist eine von . der. deutsch-völkischen Bewegung immer wieder mit Emphase in der breitesten Oeffentlichkeit aufgestellte Behauptung, daß ihr Kampf gegen die Judenheit nur der „Rasse", nie aber der Religion gelte. Nun sind die völkischen „Raffenargumente" von keinem Geringeren als von Felix von Luschan in seinem ausgezeichneten Werke „Völker, Rassen, Sprachen" gründlichste zurückgewiesen worden. Aber nichtsdestoweniger: der Kampf geht weiter, und so ist es notwendig, das Waffenarsenal unserer Gegner immer wieder einer Ueberprüfung zu unterziehen; hierbei muß mit aller Deutlichkeit gesagt werden, daß jene Behauptung, keinen Religionskampf führen zu wollen, mag sie auch noch so oft wiederholt werden, nichts anderes ist als Spiegelfechterei, und die Dreistigkeit, mit der sie'aufgestellt wird, ist um so erstaunlicher, als an der Spitze jener Bewegung gerade Männer wie Streicher und Fritsch stehen, die — der letzte sogar dreimal — bereits wegen Gotteslästerung bestraft sind. Es sind nicht irgendwelche Unverantwortlichen, von denen wir hier sprechen, sondern Männer, die die Bewegung erst in den Sattel hoben. Und es ist sogar unsere Pflicht, uns in erster Linie mit Theodor Fritsch zu befassen; wird er doch von seinen Anhängern als der Vorkämpfer und Begründer der völkischen Bewegung auf allen Tagungen gefeiert. Eines aber muß doch vorweggeschickt werden. Wenn wir ihm in unfern Ausführungen einen so breiten Raum gewähren, so geschieht es nicht, weil wir ihn für einen besonders schätzenswerten Gegner halten; im Gegenteil: wir sind sogar der Meinung, daß der protestantische Professor D. Rudolf Kitte l durchaus im Recht ist, wenn er in seinem gerichtlichen Gutachten von einem Mann, der es fertig bringt, den Juden „Nachweisen" zu wollen, daß sie sich nicht mit Gatt, sondern mit dem Satan verbunden haben, sagt: „Was Fritsch hier vorbringt, ist nicht allein positiv unwahr, sondern es zeugt zugleich von so kindlicher Unwissenheit, daß man sich allen Ernstes stagen muß, ob die geistige Verfassung dessen, der so etwas drucken lassen kann, ein wissenschaftliches Gutachten über das Geschriebene und nicht viel eher ein solches über den Schreiber lohne." Aber trotz dessen können wir uns der Meinung des christlichen Gelehrten nicht anschließen, daß „der Fluch der Lächerlichkeit genügen könnte, um einen solchen Mann zu erledigen". Wir müssen im Gegenteil bedauernd feststellen, daß es weite Kreise der christlichen Kommilitonen sind, die zu den Anhängern Fritsch' und Winters gehören, der all den Unsinn in seinen von dem christlichen Geheimrat Strack als „Sünde wider die Kunst, wider die Wissenschaft und wider das Vaterland" bezeichneten Romanen abdruckt. Und doch ist es komisch genug, daß Fritsch überhaupt noch lebt, denn nach seinen eigenen Ausführungen in der Schrift „Der Streit um Gott und Talmud" bedrohen ja die Juden jeden, der sich mit ihren Lehren beschäftigt, mit dem Tode. Alldieweilen es den „Hebräern" noch nicht gelungen ist, Herrn Fritsch von dieser ach so mühsalschweren Erde zu entfernen, bleibt nichts anderes übrig, als seine Argumente gegen den „Gott der List und Lüge" zu -prüfen.;] i-j "i!;:ii M i 1!

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