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KC-Blätter · 1925-04-01 · Heft 2 (April 1925) · p. Seite 19

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Journal
KC-Blätter
Volume
1925
Issue
Heft 2 (April 1925)
Date
1925-04-01
Page
Seite 19 (sequence 9)
Language
German
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ersehen sind. Es handelt sich nun noch darum, wie Ihr die Kenntnisse, die Ihr Euch hier auf der Schulungswoche erworben habt, am besten in die Praxis zum Unterricht und zur Belehrung der jüngeren Bbr. Bbr. umsetzen könnt. Ich will hier keine pädagogische Vorlesung halten, sondern nur einige Worte über die Erfahrungen sprechen, die ich selbst in meiner langen Praxis als Fuxmajor gesammelt habe. In erster Linie ist bei einer Untersuchung über die beste Art des Tendenzunterrichts der Geist zu erwägen, aus dem heraus unser junger Nachwuchs von den Fuxmajoren zu erziehen ist-. Der Geist des Tendenzfuxenunterrichts ergibt sich aus zwei Grundlagen: Zuerst aus der Eigenart, die eine KC.-Verbindung innerhalb des Begriffs der Studentenverbindung darstellt, und dann aus der Eigenart der Stellung, die der Fuxmajor für Tendenz innerhalb der einzelnen KC.-Verbindungen einnimmt. Die Eigenart der KC.-Verbindungen, welche in erster . Linie grundlegend für den Geist sind, aus dem heraus der Unterricht erteilt werden muß, ergibt sich daraus, daß die KC.-Verbindung keine Korporation im üblichen Sinne des Wortes und des Begriffes ist. Die KC.-Verbindung ist etwas. anderes und etwas mehr. Hierbei denke ich an eine Episode vom Göttinger KC.-Tag. Es entspann sich damals eine größere Debatte über die Frage des Fechtens im Kartell. Der Kartellbruder, welcher damals für die Anhänger des Kartellsechtens sprach, ging bei dem Versuch, zur Lösung dieses Problems zu gelangen, von der Frage aus: Was ist die KC.- Verbindung, was ist ihr Inhalt und wie steht sie zum Begriff der Korporation überhaupt?, weil er richtig erkannt hatte, daß jede Frage, die den KE. bewegt, nur von diesem Ausgangspunkt aus zu lösen ist, insbesondere auch die Frage des Kartellsechtens. Er kam zu dem Resultat, daß auch die KC.-Verbindung eine Vereinigung von jungen Studenten sei, die, wie alle anderen Verbindungen, die Pflege der vaterländischen Gesinnung zum Inhalt haben, wie auch das Fechten und alles das,, was sonst den Inhalt des Korporationslebens ausmacht. An diese Definition möchte ich anknüpfen. Sie ist, soweit sie sich auf die KC.-Korporation bezieht, zu eng. Wir sind mehr! Denn wir erschöpfen uns nicht in der Pflege vaterländischer Gesinnung. Wir betreiben darüber hinaus noch einen Komplex von Aufgaben, den wir kurz mit dem Worte „Tendenz" zusammenfassen wollen. Diese Tendenz ist es, die uns von dem größten Teil der anderen Korporationen unterscheidet, uns über den größten Teil hinauszuheben geeignet ist. Denn diese bedeutet geistige Vertiefung. Unter diesem Gesichtspunkt ist es für den Fuxmajor erforderlich, an seine Aufgabe heranzugehen. Er gerade hat diese typische Eigenart des KE. zu bewahren. Er. ist derjenige, der dazu berufen ist, , das zu erhalten und mehren, was unserer Verbindungen wichtigster und schönster Bestandteil ist: Wir kommen dann zur Lösung der Frage der Stellung, die der Tendenzfuxmajor innerhalb der KC.-Verbindung einnimmt. Es gibt wenige Korporationen, die die Zweiteilung in Comment und Tendenz aufweisen. Ich brauche nicht auf die Frage einzugehen, was von beiden wichtiger ist. Diese Frage dürfte als gelöst betrachtet werden. Die Tendenz ist ein eminent wichtiger Faktor für die KC.-Verbindung. Der Fuxmajor für Tendenz ist trotzdem nicht wichtiger als der Fuxmajor für Comment, denn unsere Verbindungen müssen eine vollkommene Synthese von Comment und Tendenz bilden, wenn wir unsere Eigenart als K.C.-Verbindungen bewahren wollen; aber er ist der Schwerpunkt, weil er das Typische zu wahren hat für alle Zukunft, für das, was den KC. für alle Zukunft erhalten soll und ihm allein Existenzberechtigung gibt. Wenn der Fuxmajor für Tendenz sein Amt antritt, so muß er sich aber auch darüber klar sein, wem er als Lehrender gegenübersteht und in welcher Art er denjenigen gegenüber, die er belehren soll, auftreten muß. Zunächst muß er eme genaue Kenntnis des Wesens seiner Füxe haben. Er muß sich mit seinen Füxen vertraut machen und muß dies in ausgiebigem Maße auch außerhalb der Fuxenstunde tun, um in den Charakter und die Sonderheiten seiner Füxe einzudringen. Es muß versucht werden, jeden individuell zu erziehen und sich mit ihm vertraut zu machen, um zu wissen, wie er zu behandeln ist. Er muß sich damit ab finden, daß er den- Füxen gegenüber eine schwierigere Rolle haben wird, als sein Kollege, der Fuxmajor für Comment. Das liegt in den Zeitläuften und dem Lebensalter derjenigen begründet, die er zu unterrichten hat. Danach muß er sein Verhalten eben einstellen. Die Füxe, die er in geistige- Dinge einführen soll, sind junge Leute,. die von der Schule kommen, und die, wie jeder junge Mensch, das Bestreben haben, die Schulfesseln abzuschütteln, in Freiheit zu leben, und die zu der Verbindung wohl weniger die Beschäftigung mit geistigen Dingen, als ein frohes Studentenlebenführt. Es wird seine Aufgabe sein, sie durchaus, nicht, davon abzuhalten, sondern seinen Unterricht in die frische fröhliche Studentenart einzugliedern. Er wird sich darüber im Klaren sein müssen, daß bei den Füxen nicht nur der allge-

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