KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 2 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 27 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2268830-2268948-2268950--3022-2272200- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
27 der Verbindung als einer deutschen Studenten jüdischen Glaubens Wiedergebendes die meisten von ihnen haben. Eine Ausnahme hierin wie in der Zahl und Anordnung der Felder bildet nur S i l e s i a - Berlin. Der Wappenschild enthält nur 2 Felder, von rechts nach linkst geschrägt, links oben die 3 Farben, mit schwarzem Zirkel belegt, rechts unten in Silber ein aufgeschlagenes Buch, darauf ein Glockenschläger, die Spitze nach unten gerichtet (Symbole für die beiden Teile der K. C.-Erziehung, Tendenz und Komment). Auf dem Buche ist ein Davidstern zu sehen, der sonst in dem K. C.-Wappen nie vorkommt, während zionistische Korporationen ihn immer führen. Den Reformvorschlägen des alten Korpsstudenten Freiherrn v. Geisberg-Schöckingen, die auf eine — nach meinem Geschmack ziemlich eintönige — „Dreifelderwirtschaft" hinauslaufen, nähert sich nur das dreifelderige Wappen der Saxonia- Hamburg. Es enthält links oben eine Hansekogge in Gold, rechts die 3 weißen Türme von Hamburg in rot, unten in 3 senkrechten Streifen die 3 Farben. Den oben erwähnten Forderungen zuwiderlaufend ist aber der weiße Mittelschild' mit schwarzem Zirkel und das im mittleren Farbenstreifen stehende Stiftungsdatum. Auch Hansea - Rostock hat 3 Felder, aber in ganz anderer Anordnung. Links oben, von rechts nach links geschrägt, die Farben, im mittleren Stteifen Schlägerkreuz und Stiftungsdatum, rechts oben der mecklenburgische Stierkopf in Gelb, unten eine Landschaft, einen Dreimaster mit vollen Segeln auf hohem Meer, mit goldener Sonne darüber, darstellend. Roch eine zweite Verbindung hat die heraldische Todsünde eines Landschaftsbildes im Wappen begangen: Rhenopalatia führt im rechten oberen Felde ein photographisch genaues Bild des Würzburger Frauenberges und des Berghanges, auf dem die Burg steht, bis zum Main hinunter. Außer bei Saxonia-Hamburg sind die Farben in sämtlichen Verbindungswappen, wie üblich, schräg gestellt, und zwar meist von links nach rechts, wie das Band für den Beschauer gettagen wird; nur Silesia, Ghibellinia, Friburgia- Königsberg, Hansea und der „Akd. Fechtklub Saxonia- Breslau" (für die aufgelöste Viadrina 1896—97, Farben violett-weiß-rot, nur im Bande gettagen) führen sie von rechts nach links. 2) Die Bezeichnungen „rechts" und „links" sind vom Beschauer gerechnet, die Felder so, daß 1. links oben, 2. rechts oben, 3. links unten, 4. rechts unten ist. Der Zirkel fehlt bei Viadrina-Darmstadt, Staufia und Hansea. Bei den übrigen Verbindungen steht er entweder mit den Farben zusammen oder im weißen (bei Rheno- Silesia goldenen) Mittelschild; nur Rheno- Bavaria hat ihn im linken unteren Felde und zwar gleichfalls in W e i ß. Von der üblichen Einteilung des Wappens in 4 Felder und einem kleinen Mittelschild (der bei Staufia, Rheno-Bavaria und Hansea fehlt) macht außer Silesia, Hansea und Saxonia- Hamburg noch S u e v i a eine Ausnahme, die neben dem Mittelschilde 5 statt 4 Felder führt. Reben Farben und Zirkeln finden sich die 5 chl ä g e r als Symbol der unbedingten Satisfaktion. Sie sind — außer bei Silesia (s. o.) paarweise, und zwar getteuzt, gestellt. Allein stehen sie nur bei Viadrina -Darmstadt und Saxonia -Breslau, in Verbindung mit dem Stiftungsdatum bei Rheno-Bavaria und Hansea, zusammen mit einem auf die Spitze gestellten Schwert bei der alten Breslauer Viadrina. Sie fehlen bei Saxonia- Hamburg. Bei allen übrigen Verbindungen sind sie, wie gewöhnlich in studentischen Wappen, mit einem Eichen- oder Lorbeerttanz belegt, auf dem die Körbe bzw. Glocken ruhen, und der meist noch eine Schleife in den Farben der Verbindung trägt. Rur Viadrina- Breslau führte das Stiftungsdatum auf einem goldenen Stteifen im 4. (roten) Felde, über den Treuhänden, statt mit den Schlägern zusammen. Wie die Wappen aller Korporationsgattungen — mit alleiniger Ausnahme der Burschenschaften — führen auch die der K. C.-Verbindungen zahlreiche Länder- und Städtewappen, meist Anspielungen auf den Ort der betreffenden Verbindung. Von Länderwappen finden wir den roten Schrägbalken in Gold von Baden bei Badenia- Karlsruhe und der ehemaligen Badenia- Heidelberg, das blau-weiß gewürfelte bayrische Feld bei Bavaria und Licaria, den hessischen Löwen bei Viadrina-Darmstadt und Staufia, die sächsische Raute bei Saxo-Bavaria und den mecklenburgischen Stierkopf bei Hansea. — Rhenopalatia hat im dritten, von links nach rechts geschrägten Felde 2 kleine Schildchen, rechts oben in Grau (Mützenfarbe), das Wappen des alten Herzogtums Franken, dessen Titel die Bischöfe von Würzburg bis 1803 fühtten, drei weiße Bergspitzen in Rot, — links unten in Weiß das Würzburger Stadtwappen, eine rot-gelb quadrierte Fahne, an einer Turnierlanze befestigt, in Schwarz.