KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 2 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 28 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2268830-2268948-2268950--3023-2272201- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
28 Provinzialwappen haben Rheno- Silesia, silberner Schrägstreifen von rechts nach links in Grün (Rheinprovinz), und Rheno- Bavaria, weißes Roß in Not (Westfalen). Sehr häufig findet sich das Wappen der betreffenden L o ch sch ul st a d L. So hat S p r e v i a den Berliner Bären, V i n e t a die Charlottenburger, Ghibellinia die Freiburger Tortürme, sämtlich im Mittelfchild. 3n einem der 4 Fewer führen Nassovia den weißen Adler in Not (Frankfurt a. M.), Friburgia, Freiburg die Tortürme, weiß in Rot, während ihre Nachfolgerin Ghibellinia sie fälschlich umgekehrt trägt, B i s u r g i a, die silberne dreitürmige Mauer in Lellblau, davor goldener Löwe in Not (Göttingen), Makaria den roten, am Baumast kletternden Greifen irr Weiß, A l b i n g i a den roten Lalbmond, darüber und darunter je ein roter sechseckiger Stern, in Weiß, Suevia weißen Torturm, darauf goldenen Löwen, darunter ein goldenes dreieckiges Schildchen mit grünem dreiblättrigen Kleeblatt, das Ganze in Dunkelrot, Lassia einen geharnischten Ritter auf weißem Pferde, auf Schild und Fahne den hessischen Löwen, in Violett. Frib u r g i a - Königsberg führt wie alle dorttgen Verbindungen den „Albertus," und zwar im weißen Mittelfchilde. Wissenschaftliche Symbole haben zwei technische Verbindungen: V i n e t a ein schwarzes Zahnrad in Orange, Suevia das Zahnrad mit Lineal, Winkelmaß und Zirkel vereinigt in Gold für die Technische und eine goldene Schlange in Dunkelrot — und zwar ohne Äskulepstab, wie bei den Achselstücken des Veterinärosfizierkorps — für die Tierärztliche Lochschule. Die ^verschlungenen Lände, das Zeichen der Freundschaft, führt S L a u fi a, im 1. Felde in Blau, S p r e v i a im 2. in Gelb, B a d e n i a und Bavaria- Leidelberg im 1. in Weiß, Ghibellinia im 3. in Lellblau, Friburgia -Kgbg. im 3. und Viadrina Breslau im 4. in Rot. Gleich diesen „Treuhänden" ist eine goldene Sonne mit Sttahlen aus dem burschenschastlichen Wappen entnommen. Sie findet sich aus schwarzem Grund bei Sprevia im 3., bei Ghibellinia und Friburgia -Kgbg. im 2. Felde, auf weißem Grunde bei Viadrina Dst. (3. Feld) und im unteren Felde, dem „Seestück", bei L a n s e a. Dieselbe Bedeutung wie die Sonne, eine Veranschaulichung des Gedankens „Durch Nacht zum Licht!" dürste der goldene Stern auf schwarzem Grunde haben. Er ist sechsspitzig, in Form, wenn auch nicht Bildung, dem Davidsterne gleich, bei N h e n o - S i l e s i a (1. Feld), achtspitzig bei L i e a r i a (dgl.), B a d e n i a - Ka. (2. Feld) und Suevia (Mittelschild). Einen die Fackel haltenden Arm, wohl als Symbol der Aufklärung, hat Rhenopalatia in Grün (1. Feld). Merkwürdig ist der schwarze schrägliegende Anker in Gold bei Friburgia -Freiburg (1. Feld), ein Sinnbild der Loffnung, das sich sonst nur bei christlichen, namentlich katholischen Verbindungen findet, hier wohl als ein Teil des Wappens des Erzbistums Freiburg. Die alte Breslauer Viadrina hatte im Mittelschild ein Bild der Germania in Weiß, ihre Fortsetzung Saxonia ersetzte diese durch eine (New Borker?) Freiheitsstatue in Weiß (2. Feld). Die T h u r i n g i a hat an derselben Stelle einen Teil des Breslauer Stadtwappens: rot-weiß von links nach rechts geschrägt. Das einzige auf das Judentum bezügliche, dem K. C. allein eigentümliche Wappenbild sind die 3 verschlungenen Ringe, eine Anspielung auf das bekannte Märchen in Lessings „Nathan". Sie sind bei Vineta schwarz in Blau (3. Feld), sonst immer golden, und finden sich bei Viadrin a - Breslau (2. Feld, in Schwarz), bei T h u r i n g i a (1. in Silber), bei N a s s o v 1 a, Makaria und Saxo-Bavaria (dgl. in Weiß), bei A l b i n g i a (3. Feld, in Lellblau), Lassia (dgl., in Weiß) und V i s u r g i a (dgl., in Schwarz). Die Darmstädter Viadrina hat, wohl ihrer älteren Namensschwester zu Ehren die Breslauer Viadrinensarben Schwarz-Gold-Rot in ihr Mittelschild gesetzt, und zwar von rechts nach links geschrägt. Andere Erinnerungswappen finden sich im K. C. nicht. Der Stammttsch Rh enani a-Aachen und die Verbindung Rheno-Guestphalia- Köln besitzen noch keine Wappen, konnten also bei obigen Ausführungen nicht berücksichtigt werden. Die heraldischen Kenntnisse wie das Interesse dafür liegen bei allen studentischen Verbänden heute noch sehr im argen. Der einzige Verband, dessen Wappen streng heraldisch entworfen sind, ist der Wingolfbund. Bei ihm herrscht auch der Brauch, daß über die Wappen neugegründeter Verbindungen im Verbandsblatt eine kurze Beschreibung (oft mit Skizze) erscheint, was sehr zur Nachahmung zu empfehlen wäre. Berantwortlicher Redakteur: Di-. Hermann Berlar, Berlin. — Verlage Philo-Verlag Berlin SÄ 68. Linde,islratze 13. Druck: D. Feilchenseld, Berlin SW 68.