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KC-Blätter · 1924-01-01 · Heft 1 (Januar 1924) · p. Seite 7

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Journal
KC-Blätter
Volume
1924
Issue
Heft 1 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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>*-*'»'-.Vf lu-s; \Y'W tome in den Kreisen der Alt-Herrenverbärü>e die einer Interesselosigkeit, die man-in den vergangenen Zähren in zunehmendem Maße und mit großer Besorgnis wahrnehmen mußte. Mag dieselbe auch vielfach bedingt'gewesen sein durch die eigenen schweren wirtschaftlichen lSorgen und proportional mit den letzteren gestiegen sein, so' besteht doch allenthalben Aebereinstimmung darüber, diesen Zustand so schnell wie möglich zu beenden. Nicht Abbau der Alt-Herren-Verbände, sondern Wiederaufbau! Die Wunden, die uns der Krieg mit seinen Folgen hier beigebracht hat, müssen zur Heilung gebracht werden. Die veränderte geistige und seelische Einstellung eines großen Teiles der älteren Akademiker> die durch die Ereignisse und eigenen Erfahrungen des vergangenen Dezenniums in einen gewissen Gegensatz zu der unserer heutigen akademischen Zugend getreten zu sein scheint, läßt die Frage berechtigt erscheinen, ob diese Wunden überhaupt heilbar seien? Man braucht kein unverbesserlicher Optimist zu sein, um hier mit einem kräftigen: „und doch!" zu antworten. Was ist denn letzten Endes die Aufgabe eines Alt-Herrenverbandes-? Cr steht und fällt mit seiner Verbindung. Die, Verbindung liefert den Nachwuchs; bleibt dieser aus, so ist er zu einem allmählichen Absterben verurteilt. Cr schöpft seine Kraft aus seiner Verbindung, und je mehr Sorgfalt und Interesse er feiner Verbindung zuteil werden läßt, desto erfreulicher wird das Ergebnis für ihn sein. Das gilt nicht allein für das zahlenmäßige Anwachsen des Mitgliederbestandes, das die große Bedeutung einer richtigen Keilarbeit vor Augen führen soll, sondern auch hinsichtlich der Pflege der Freundschaft und Geselligkeit unter den Mitgliedern. Hier muß der Hebel wieder angesetzt werden. Hier sind die meisten Berührungspunkte unter den oft beruflichen und gesellschaftlich grundverschieden interessierten Mitgliedern zu finden. Daher: propagandistisch begabte ^E. er an die Front! Ihr findet überall das ehrliche Wollen, den Zusammenhalt im Verbände in Zukunft wieder enger und regelmäßiger zu gestalten. Der Wille zur Verständigung von „Alt" und „Jung" ist überreich vorhanden. Stellt die Cinheitsftont im Verbände, die uns angesichts der bevorstehenden schweren politischen Kämpfe im Reich dringend notwendig erscheint, wieder her! Leitstern Eures Handelns sei: Fortiter in re, aber suaviter in modo! Bedenket, daß Politik die Kunst des Möglichen ist! Darum wählt die Männer als Führer Eurer Verbände, die ein größtmögliches Maß dieser Kunst ihr eigen nennen! - Man kann nicht von Gegenwartsaufgaben des Verbandes sprechen, ohne auf seine Finanzverhältnifle einzugehen. Zn diesem Zusammenhang muß auf die in letzter Zeit wiederholt vom G.A. ergangene Aufforderung zur pünktlichen j Zahlung der Beiträge erinnert werden. Die Fingnzverhältnisse d.er verflossenen Inflmttonsperiode führten rapid derN Abgrund zu, und wir können dem iG. A. nicht dankbar genug seindaß es ihm trotzdem gelang die K. C.-Blätter zu erhalten. Nicht nur das allein; er hat das Zerstörte in den letzten Monaten aufgebaut, die K. C.-BläLLer zeitgemäß umgestaltet und die Absicht kundgegeben, dieselben ihrer Bedeutung gemäß noch weiter auszubauen. Dazu ist aber unbedingte Notwendigkeit, daß die Beiträge von jedem einzelnen pünktlich den Verbindungen und Alt- Herrenverbänden zugeführt werden, damit diese ihrerseits die K. C.-Beiträge rechtzeitig an die K. E.-Kaffe abführen können. Der Stabilisierung der deutschen Währung muß die p l a n m L ß ig e Sanierung der durch die bekannten Folgen der nunmehr überwundenen Inflationsperiode in Anordnung geratenen Kaffenverhältniffe des K. C. und seiner einzelnen Verbände auf dem Fuße folgen. Der Pflicht der Beitragszahlung darf nicht in säumiger oder unvollkommener Weise nachgekommen werden, denn die Gesundung der Kaffenverhältnisse des Verbandes zählt zu den Voraussetzungen, die eine K. C.-Arbeit erst ermöglichen können. Das sollte heute jedermann klar geworden sein und einer besonderen Erwähnung nicht mehr bedürfen. Wie vor dem Kriege, so müssen auch in Zukunft wieder allenthalben Beträge bereitgestellt werden für unvorhergesehene Fälle. Das kann nicht von heute auf morgen geschehen, aber kein Zeitpunkt ist zu früh dazu. Auch hier gilt: Erst Wiederaufbau dann Ausbau! In hoc slgno vinces! Resonanz. Von Prof. Dr. Z. C l b o g e n, Berlin. . Wie der Klang der angeschlagenen Taste durch die mitfchwingenden Saiten verstärkt und veredelt wird, so bedarf auch das geschriebene Wort der Resonanz. Cs liegt im Beruf des Schriftstellers, daß er in die Ferne wirken -will, es beschwingt und beflügelt seine Kraft, wenn er weiß, daß sein Wort auf günstigen Boden fällt, daß es im Herzen einer großen Leserschar verwandte Saiten berührt, Gleichklang auslöst. Wer heutzutage über jüdische Dinge in Deutschland schreibt, kann diese Genugtuung nicht immer empfinden. Cs hat eine Zeit gegeben, etwa in den Ansangsjahren des K. C., wo in weiten jüdischen Kreisen die Klage ertönte, daß wir nicht genug Bücher besäßen, aus denen der gebildete Jude sich über Inhalt und Bedeutung der jüdischen Lehre, der jüdischen Geschichte, der jüdischen Literatur sich in ansprechender Weise unterrichten, aus denen er -wertvolle Anregungen zur Auseinandersetzung mit Zeit- und Tagesfragen schöpfen konnte. Diesem Verlangen kam eine beachtenswerte Produktion entgegen und einige Jahre lang herrschte - a

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