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KC-Blätter · 1923-07-01 · Heft 7-10 (Juli 1923) · p. Seite 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1923
Issue
Heft 7-10 (Juli 1923)
Date
1923-07-01
Page
Seite 32 (sequence 4)
Language
German
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3L Gedanken bekannt hätten, die der K.L. im akademischen und der C.V. im allgemeinen jüdischen Leben vertieren. Und eine zweite Lehre ergibt sich mit voller Sicherheit: daß der vom K. (5. e i n g e s ch l a g e n e Weg taktisch der richtige war und ist. Das akademische Leben unterscheidet sich von dem der allgemeinen Politik methodisch dadurch, daß als Ausgleich für das be der Masse der Intellektuellen zu erwartende Anseinandcrstreben eine straffe Disziplin innerlich und äußerlich die Akademiker verbindet, während bei den Massen da8 Bewußtsein eigener geistiger und politischer Unselbstä ldigkeit den' Einzelnen zum treuen Anhänger seiner Führer macht. So ist denn auch die aritisemilische Bewegung auf den Universitäten ganz ausg.zeichuet organisiert, wobei aber der wirklich tatliäftige Teil von den Verbindungen gestellt wird. Die Abwchrbewegung leistet dagegen nur wenig, weil eben in Wahrheit nur ans ein Bruchteil der in den jüdischen Verbindungen Organisierten zu rcchrren ist. Alles andere ist nicht imstande, wirkliche Abwehrarbeit zu leisten. Tie slildenlischeu Orlsgrnppm des Zentralvereiiiö umfassen die in paritätischen Verbindungen und Vereinen vorhandenen Juden,die ehemaligen „Kameraden", die Frcisludenl.n und -sludulüiintu. Aber der Zusamittenbong — nicht überall wird er zudenr erstrebt — ist derartig locker nild „kiänzchenarlig", daß eine zielbewußle Abwchrarbeit ans ihn nicht aufznbaucn ist. Ueber d'es stellen sich die Nationaljuden ganz außerhalb des Rahmens, so daß die K.E.-Verbindnngen als einzige fcstgeschlosscne Gruppen bleiben. Biogen nun die Verbindungen noch so stark sein, ihre effektive Mraft ist ja so geling. Was bedeuten an einer großen Universität die paar Dutzende aktive und inaktive Kartcllbrüder der geschlossenen Brasse und dem geschlossenen Willen unserer Feinde gegenüber! So tapfer wir streiten, sei cs gegen Em-elakte antisemitischer Willkür, sei es gegen das Prinzip der Entrechtung und Entehrung, so schwach sind wir doch an Zahl, selbst wenn wir mit der für jüdische Slndentenverbindnngenüberhaupt möglichen Zahl rechnen. So fordert die Zeit von uns dringend den weiteren Ausbau unserer Verbindungen. Hie md da regen sich Zeichen einer lähmenden Resignation, die teils den Werl des Verbindungsgedankens an sich leugnet, teils an unserer Kampffähigkeit zweifelt. (5s wäre aber ein maßloses Unglück für die Stellung der deutschen Inden, wenn etwa der K. (5.-Gedanke — Kampf gegen den Attlisemitismns auf der Grundlage der engen Verbindnngezusammengchb'rigkcil — empfindlich geschwächt würde oder gar verschwände. Und nur wenn alle aber auch alle jüdischen Sludemen, die sich für die Verbindung eignen, ffir unsere Ideen gewonnen w> rden, ist Aussicht vorhanden, daß wir in unserem Kreise leisten, was der (5.. V. in seinem fertig bringt. Und jenen unter uns, bte wir schon längst das Stttdinrn hinter uns haben, sollte die jüdische Bot der Zeit nur ein Weckiuf sem, es mit der Keiltätigkeit viel, viel ernßer zu nehmen, als es jetzt so geschieht. Werben wir nicht die jungen Menschen zu Mitkämpfern, so lassen wir jene im Slich, die jetzt auf den Uuiocrjitätcn mit vorbildlichem Mule unsere Ideen vcrlreten. Ein Blick in das innere Leben der deutschen Judenheit bestätigt das eingangs gefällte Urteil. Bur wo der feste Boden des Ncchrs gewonnen ist, ist gedeihliches Arbeiten und Fortschreiten nröglich. Das Bild ist heute trübe. Jüdische WohlfahrtSorgamsanonen aller Art müssen ans Mangel an Mitteln ihre Pforten schließen, die wissenschaftlichen jüdischen Vereine sind eingegangen, die Institute ringen mit dem Tode. Hochschulen und Seminarien stehen vor dem Zusammenbruch, eine Flucht aus dem Rabbiner- und Lehrerstande hot eingesetzt, die die Zukunft der Gemeinden ernstlich bedroht. Gewiß wirkt hier die katastrophale politische und wirtschaftliche Lage unseres Vaterlandes, aber darüber hinaus herrscht Gleichgültigkeit und Resignation, Mangel an Verantwortung gegen die Zukunft, die glücklicherweise trotz der unendlich trüben Verhältnisse sonst im Vaterlande nicht in gleichem Maße zu spüren ist. Und für unsere Verbandsbriidcr ergibt sich auch hier mit Naturnotweitdigkeit die Aufgabe. Wir wollen uns nicht umsonst des frischen Jugendmntes, der Begeister ungsfähigkeit und des nicht zu erschütternden Optimismus gerühmt haben. Sie wären allesamt weniger als eine Phrase, wenn sie nicht dem Sturm einer verzweifelten Zeit zu widerstehen wagten. Auch in unseren jüdischen Kreisen hat das Beispiel der Allgemeinheit gewirkt, und ein die Gemeinschaft vermittelnder MalerialiS-- tiuiv raubt UNS mandjen alten Ruhm. Wer wäre eher als wir dam berufen, auch im -Joeal aufbauend zu wirken, den Wert für die geistigen und idealen jüdischen Güter in uns erweckend, anderen wieder Wegweiser zu sein ans dem inneren Zusamtnenbruch alles Idealen und Zukunftssrohen, den der äußere Zusammenbruch unS beschert hat. Die Sän'cknngen überstürzen sich nud von keinem besonderen Ereignis sei in dieser Umschau die Rede. BiS sie in die Gliedern unseres Bmtdes dringt, kann sich Umwälzendes von alles beklemmender Größe oder Schlechtigkeit begeben haben. Von rechts und links drängen — einzig im Wunsche zu verderben — die Feinde des Reiches an. Unendlich sicher fühlen sich jene Mächte des Hasses, die in wahnwitziger Verblendung deutsche Größe erwachen lassen wollen auf dem Boden der Unierdrücknng oder gar der Ausrottung des jüdischen Volksteils. In solcher Zeit soll sich wirkliches K.E.ertnm bewähren. Sein Erbteil ist Mut und die Zukunftsgewißheit der Jugend. Unb wie wir — so sehr uns auch der Ekel vor den Machenschaften unserer Feinde packen mag — zu unserer deutschen Knlturgemcinschaft und unserem Vaterland auch in bitteren Tagen treu stehen, so soll einen gerade jetzt weder der Blut noch die Arbeitsfrcndigkeit verlassen, wenn das äußere und das innere Geschick unser jüdischen Gemeinschaft, in wirrem Niedergange vor uns stehend, unsere Arbeit verlangen. Möge, wenn wieder an dieser Stelle Umschau im jüdischen Leben gehalten wird, die Krise vorüber sein. Mögen wir dann mit größerer Zuversicht an das künftige Geschick unseres Vaterlandes und unser jüdischen Brüder und Schwester in ihm denken. F. G. Vom diesjährigen Sportfest. Das 9. K. C.-Sp ortfest in Göttingen zeitigte trotz der ungünstigen Platzverhiiltnisse, für bte ansgieliiger Regen gesorgt hatte, recht erfreuliche Erfolge. Bon den (leider diesmal nur 6) Berbindungen, die an den Wettkämpfen teilnahmen, und zwar Sprevia, Ghibetlinia, Fridurgia, Bisurgia, Saxo-Bavaria, Bineta erhielt: Tie Ghibetlinia den von Kbr. Salomon (Bis.Lic.) gestifteten Wanderpreis für die beste AÜgemeinleistung einer Berbindung,

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