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KC-Blätter · 1923-04-01 · Heft 4-6 (April 1923) · p. Seite 17

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Journal
KC-Blätter
Volume
1923
Issue
Heft 4-6 (April 1923)
Date
1923-04-01
Page
Seite 17 (sequence 5)
Language
German
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II. Neuzeit. ' Reuchlin—WiederMfricht.d.Mendelssohn—Lessing — Christian Wilhelm Dohm — Kaiser Joseph II — Ephraim Beitel — Philosemiüsmus — Massenabfälle — Die Salons (Henriette Herz, Rahel Lewin, Dorothea Mendelssohn)—Befreiung derJuden durch Napoleon — Deklaration der Menschenrechte — Befreiung der Juden fast ganz Europas durch die französischen Revolutionstruppen (Batavische Republik, Italien, Königreich Westfalen) Baden (Karl Friedrich) — Frankfurt-Main (Großherzog Dalberg) — Lübeck — Bremen — Mecklenburg (Herzog Friedrich Franz) — 11. März 1812 Emanzipation der Juden - in Preußen (Hardenberg) — Die Reaktion. — Die Wiener Bundesakte — Heine —»Börne — Gabriel Rießer — Art. 12 Pr. B. U. — Bundesgesetz vom 3. 7. 69. — Verfassung vom 11. August 1919 Art. 135 ff. V * Anhang: Die deutschen Juden und der Weltkrieg 1914-18. C. Der neuzeitliche Antisemitismus und seine Folgen. I „Der deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens" C. V. — K. C. II. „Der nationaldeutsche Jude". III. Der Zionismus und seine Wiederlegung. a) Der Zionsgedanke im Altertum — Im babylonischen Exil — Umwandlung des Nationalgottes iin einen allweltlichen Gott. b) Der Zonsgedanke im Mittelalter — Sehnen nach Rückkehr nach Palästina — Sabattei Zewi — Gebetrichtung — Wandlung des Zionsgedankens unter dem Einfluß des Messianismus in das Streben nach einem geistigen Zion, nach Vervollkommnung — Messianismus — Gottesbegriff — (Excurs: grundlegende Unterschiede des Judentums von Christentum und Islam) — Die Sendung des Judentums. c) Der moderne Zionismus — Nicht historisch Gewordenes — Präzionismus — Das Werk Herzls und Nordaus — Basler Programm (1897) — Charterperiode— Der geistige Zionismus (Achad Haam) — Neuchassidischer Kuliurzionismus (Martin Buber) — Radikal-nationaler Zionismus (Jakob Klatzkin) — Die zionistischen Sondi.rverbände: Misrachi, Poale-Zion, Hapoel- Hazair — Zeire Zion — Balfour-Deklaration — Keren-Hajessod. Anhang: Der Anteil der Juden an der deutschen Kultur und am öffentlichen Leben — Die moderne antisemitische Literatur — Abwehrliteratur — Redeübungen. Das ist zwar ein großes Programm, aber es ist doch in einem Semester zu schaffen. Dabei ist es natürlich nicht möglich, den riesigen Stoff in allen Einzelheiten genau durchzusprechen, wie^es überhaupt nicht von dem F.m.f.T. verlangt werden fcmn, nach Art eines Repetitors zu wirken. Daher ist die -gern geübte Art der Fuxmajore, möglichst viel, auswendig lernen zu lassen, namentlich Zahlen, und dann immer wieder abzusragen, ganz falsch und Lust und Liebe ertötend. Der F. m. f.T. kann nur Anregung und Fingerzeige zum Selbststudium der Materie geben. Es zu erreichen, daß das Interesse an diesen Dingen sich bei allen Mixen . - i regt und das Verlangen nach'Beschäfügung mit unserer ' .1 Tendenz in ihnen erwacht, ist ebm die Kunst und das Geheimnis eines erfolgreich geführten Fuxmajorats. Das ' Problem ist erst dann gelöst, wenn in den jungen H Bundesbrüdern die Liebe zum Judentum und zur- . Glaubensgemeinschaft erweckt ist und sie, so durchalüht . - ' von Begeisterung und festgegründetem Bewußtsein unseres Ä Rechts, wahrhaft jederzeit bereit und auch imstande sind, > Ä für unsere Sache mit Waffe und Wort einzutreten.. Wenn diese heilige Flamme in ihnen entfacht ist, dann kommt es gar nicht so sehr darauf an, ob sie die ausi gefallensten Einzelheiten der Materie beherrschen. Wo; den Bundesbrüdern nur auswendig gelernte Zahlen,- Programme und Namen eingepaukt sind, werden sie in jeder gegnerischen Versammlung versagen müssen, in der die Rede auf Dinge kommt, die sie nicht gelernt haben. Tritt aber jemand, das Herz voll Begeistemng, ' i für eine Sache ein, dann kommt er auch hierüber leicht hinweg und trägt vor allem auf den Flügeln seines; i Enthusiasmus' auch die Herren seiner Zuhörer mit' empor. Was sind Worte, wenn sie nicht durchgeistigt und durchseelt sind?! Darum, Fuxmajore, gebt euren Füxen die nötigen Kenntnisse, gebt ihnen aber auch die - jüdische Seele! Dann mögen unserer Feinde noch so ", viele sein, dann mögen sie sich noch so sehr im antk-! semitischen Schlamm wälzen, sie ziehen uns nicht herab! Dann blüht der alte K.C. immer in Jugendkraft, Führer seiner Gemeinschaft und Sieger über seine Widersacher! Dr. Hartwig Lobinger f von Dr. Karl Grünwald (Spr., Fr.-Ghib.) | Die Festesfreude des Freiburger 26. Stistungssestes wurde y durch die Nachricht von Löbinger's Tod unterbrochen. Zwar wußten alle, daß seine Tage gezählt seien, aber trotzdem kam das Ende unerwartet und ergriff uns wie nur wenige Er-? eigniffe. Mir ging es besonders nah, da viele gemeinsam ver- \ brachte schöne Stunden uns miteinander verbanden. Wie gerne unterhielten wir uns später noch, von der Fahrt ins S.S. 191V, wo der gute Dicke wie auf Nadeln saß, weil nur Effenspausen -1 meinen Schlaf während der langen Reise von Oberschlefien / nach Freiburg unterbrachen. Er war begeistert von Thüringen, durch das uns der Zug'führte, dann wollte er wieder etwas von der Ghibellinia und deren Leben hören und war rasend, weil ich mich nicht aus der Ruhe bringen ließ.; - Lobinger war der Typ eines bierehrlichen K. C.ers, begeistert von unserer Tendenz, ein froher, stets lustiger Bundesbruder 3 und Zechkumpan, hilfsbereit für alle. Fast jeden Abend war ein Ghibelline zum Essen geladen, denn seine Mutter —von uns die alte Berta genannt — versorgte ihn reichlich mit Brat- , gänsen, Würsten, Butter, Fett und Schnäpsen. Stolz war er auf die Charge als XX, und nach einem Heidelberger Semester zog es ihn wieder nach Freiburg. — Bei Kriegsausbruch.blieb er nur kurze Zeit als wachthabender Arzt am Garnisonlazarett in Gleiwitz, dann meldete er sich zur Front uyd ließ sich davon auch nicht durch das flehentliche Bitten seiner Mutter, deren einziges Kind er war, abhalten. Nach leichteren Verwundungen .... riß ihm eine Granate im Oktober 1918 ein Auge aus und verletzte außerdem sehr, schwer Wirbelsäule und Beckenknochen. . Monatelang rang er mit dem Tode, aber endlich siegte seine Jugendkraft. < Meder zog er nach Freiburg, wo er Assistenzarzt an der "£ Hautklinik ^wurde und heiratete kurz darauf. Wenige Tage nach Mner Rückkehr von der Hochzeitsreise fingen einige f; Knochen und Granatsplitter zu eitern an. Wenn er sich damaM wieder erholte, so ist dies nur der aufopfernden und hingebenden

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