KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 4-6 (April 1923)
- Date
- 1923-04-01
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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w^;..; ^v>.; r / . - - 16 * .• *1 t,1‘ H *■ \ ' hörige einer bestimmten Rasse betrachten, bleibt jedem - überlassen. Ich z. B. glaube an die Existenz einer einx.' heitlichen jüdischen Rasse nicht. Wenn man aber die , zweifellos über das religiöse Band hinaüsreichendm Bindungen unter den Juden als durch die Zugehörigkeit . zu einer einheitlichen Rasse hervorgerufen ansieht, so , "wird man den Antisemiten auch auf das energischste » Aar zu machen haben, daß diese „Rasse" alles weniger' als eine minderwerttge ist. Als wahrer K. C.er wird MM aber immer für seine religiöse Ueberzeugung oder für die Gleichwertigkeit seiner Rasse unter dm vielen arideren Rassen, aus denen sich das Deutsche Volk zusammensetzt, zu kämpfen haben. Immer wird der , K. C.er als Jude aufzutreten haben, d. h. in erster Linie als Mitglied her jüdischen Religionsgemeinschaft, darüber hinaus evtl, noch als Deutscher Staatsbürger besonderer Raffe oder besonderer Abstammung. Abzulehnen ist daher das reine Trotzjudentum. Der krasse Trotzjude kämpft zwar für das Judentum gegen den Antisemitismus, bekennt stch selbst aber nicht zum Judentum bzw. gehört dem Judentum nur aus Tradition oder besser, kraft des Beharrungsvermögens an. Der Trotzjude ist also ein negativer Jude, der entweder nur aus Reaktion auf den Antisemitismus oder aus Gedankenfaulheit, Feigheit, mangelnder Entschlußkraft oder" gesellschaftlichen Rücksichten noch zu uns hält. Muß man Mf eine solche geistige Verfassung mit einiger Geringschätzung herabschen, so soll doch nicht verkannt werden, daß es eine große Anzahl von Juden gibt, die ohne eigenes Verschulden in diese Stellung gekommen sind. Durch die wohldurchdachte Regelung des Unterrichts . im alten Staat war für die jüdischen Schüler im Gegensatz zu den christlichen der Religionsunterricht von dem Augenblick an, wo sie anfMgm konnten, ihm mit einigem Verständnis zu folgen, nur facultativ... Da Schüler im . allgemeinen sich um Unterricht nicht zu reißen Pflegen, an dem sie nicht unbedingt teilnehmen müssen, hatte diese Handhabung die Folge, daß die meisten von.uns vom Judentum fast garnichts gelernt haben- Wenn diese jedoch rein instinktgemäß am Glauben festhalten, daun sollen sie nicht mit den oben geschilderten Trotzjuden in einem Atem genannt werden. Sie sollen mit zu Ms gezogen werden, und hier winkt dem F. m. f. T. eine schöne Aufgabe. An und für stch kann es nicht Gegenstand des Ten- . denzunterrichts sein, den fehlenden Religionsunterricht zu ersetzen. An und für sich muß dieser vorausgesetzt werden; denn wir sind keine religiöse Verbindung. Sonst wäre auch jede Burschenschaft eine solche, die keine Juden aufnimmt und. sür christliche Grundsätze kämpfen will. An und für sich kann es nur Aufgabe des F. m. f. T. sein, die Füxe, deren überzeugtes Deutschtum und Judentum, er voraussetzen mußnach Darstellung der jüdischen politischen Geschichte und des Anteils der Juden an der Geschichte der deiüschm Volksgesamtheit in ifjrem selbstbewußtem Eintreten für ihr Deutschtum und Judentum zu stärken und ihnen dadurch zugleich die Mittel zum Kampf gegen den Antisemitismus und zur Wahrung ihres StMdpnnktes gegenüber dem Zionismus zu geben. In Anbetracht der traurigen Tatsache jedoch, " - daß viele Füxe garnicht wissen, was es heißt, „Jude" zu fein, wird der gewissenhafte F. nt. f. T., wenn er seine Füxe nicht nur zu Selbstbewußten sondern Mch, Juden erziehen will, nicht umhinkönnen, soweit es eben möglich ist, auch darüber zu sprechen, wodurch sich die jüdische Räigion von den anderen Religionen unterscheidet, warum wir die jüdische Religion den.anderen Religionen vorziehen, welches die Gruudzüge der jüdischen Ethik sind etc. . . , , Demnach könnte man den Unterricht sür ein Semester folgendermaßen gliedern: A. S)„ie „Rassengeschichte" der Juden. (Die Juden sind keine einheitliche Raffe. Die Juden sind keine minderwertige Rasse.) v. I. Periode der Vermischung durch Mischehen. Ursprung der jüdischen Sekte — Terachiden — Abrahamiden — Zug nach Palästina — Zug nach Aegypten — Vermischung mit kanaaniüschen, ägyptischen und hethitischen Elementen — Rückkehr nach Palästina und Arabisierung — Einfall der Jsraelstämme aus Arabien — Eroberung Palästinas — Die Juden.als Ackerbauer auf dem Lande — ... Kampf und Friede mit. den Philistern — Auf- 7 nähme arischer Bestandteile — Ende Israels (719)— Ende Judas (586) — Babylonisches Exil (586) — Wandlung des Gottesbegriffs — Uebergang zu den Handelsberufen — Rückkehr nach Palästina — Vermischung mit den Eroberervölkern — Ende der Mischehen durch Esra. H. Periode der Vermischung durch Proselytismus Hellenismus — römische Proselyten —^ Sklavenbekehrungen — abermals Eindringen von „Ariern" — Widerstände (Tiberius,. Hadrian, Domitian) — - Adriabene — Unterwerfung der Edomiter und Jturäer — Jemenitische Juden in Arabien — Falascha ' in Abessinien — Mavambu der Loangoküste — * Kala Israel in Indien — Chinesische Juden in Honan — Chasaren auf der Krim (Karäertum) — Kaukasusjuden — Proselyten gemeinden in Rußland — Uebertritte zum Judentum in neuster Zeit — Aschkenafim und Sephardim — Blondes und dunkles Haar — Judentum und Deutschtum. 6. Geschichte der Deutschen Juden. I. Mittelster. Juden in Gallien, Gleichberechtigung — Eindringen ' von Juden in Süd- und Westdeutschland a) von Gallien, b) jüdische Kanfleute im römischen Heeresgefolge, c) jüdische Soldatenweiber — die Juden nach deutschen Urkunden in Köln (4. Jh.) — Magdeburg (10. Jh.) — Merseburg (10. Jh.) — Regensburg (10. Jh.) — Trier (11. Jh.) — Mecklenburg (13. Jh.) — Bremen, Oldenburg (14.- Jh.) — Hamburg (16. Jh.) — Soziale Lage bis zu dm Kreuzzügen — Kreuzzüge — Kammerknechtschaft — Das Judenregal — Steuem der Juden — Geleit und Zoll — Leibzoll — Auspressung der Juden — Absperrung von Landwirtschaft, Handel und Gewerbe — Zinsverbot der Kirche und des alten Testaments — Wucherprivileg — Reichspolizeiordnung tit. 27 von 1530 — Zwangsanleihen — Exeptiorefusionispretii (Judenprivileg)—Judenverfolgungen aus materiellen Gründen — Judeneid — Judentracht (Pabst Innozenz HI. IV. late-, ranisches Konzil 1215) — Judenviertel — Soziale Lage der Juden am Ausgang des Mittelalters. Anhang: Talmud, Kaballa, Ritualmord, Hostienschändung. *