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KC-Blätter · 1923-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1923) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1923
Issue
Heft 1-3 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 7 (sequence 12)
Language
German
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7 sich zu rekrutieren ' Pflegt. Unsere Kartellbrüder müssen es als ihre erste Pflicht, betrachten, wo sie nur immer können gegen diese Art, die Berge und die schöne rottesnatur zu entheiligen, zu areiten. Und nun zu etwas weiterem. Helft den K-C.ern, die schon dem Alpenverein oder einem anderen derartigen Verbände (Odenwaldklub, Riesengebirgsverein) angehören, stärkt ihre Position, indem ihr ihnen folgt! In wahrer Freude an der Natur zieht hinaus und zeigt in guter Bergsteigerarbeit den andersgläubigen Kameraden, daß ihr dasselbe leisten könnt, und von gleicher Art seid wie sie. Tretet den Alpinen Verbänden bei und beteiligt euch an ihren Veranstaltungen. Da könnt ihr beweisen, daß es euch ernst ist mit eurem K- C-ersein, indem ihr den Antisemitismus dort nicht mit Worten, sondern allein schon durch euer eignes Verhalten widerlegt. Wirkt auch in der Philisterschaft, besonders bei den jungen jüdischen Kaufleuten nach dieser Richtung hin. Für unsere innere K- C.-Arbeit aber bedeutet der Alpinismus in allen seinen Ausstrahlungen, wie Schneeschuh- und Kletlersport usw., wo es die Gegend gestattet (Süddeutschland, Mitteldeutschland, Schlesien) neben dem Fechten eine kaum zu überbietende Möglichkeit der Erziehung. Wer eine schwere Klettertour ohne mit der Wimper zu zucken übersteht, der wird auch auf der Mensur seinen Mann stellen. Wer als Alpinist gewohnt ist, in jeder Sekunde dem Tode ins Angesicht zu blicken, dem wird auch sonst im Leben der Mut nicht wanken. Biel zu wenige K. C.er sind es noch, die man im Sommer oder Winter draußen in den Bergen erblickt. Grade bei dem jetzt aufwachsenden Burschengeschlecht konnte ich beobachten, daß ihnen die Freuden der Stadt vielfach wichtiger erscheinen als die herrliche Umgebung. Was soll daraus werden, wenn das dann so weitergeht. Daß dem nicht so wird, dafür zu sorgen ist Sache der Fuchsmajore. Sie haben darauf zu sehen, daß ihre Füchse herauskommen aus der Stadt in die Natur, in die Bergwelt, daß sie ihr schönes deutsches Vaterland kennen und lieben lernen, aber auch, daß sie wissen, wie sie sich als Wandrer und Bergsteiger zu benehmen haben. Die Mitglieder, wenigstens unserer süddeutschen Kartellverbindungen sollten Eispickel und Seil genau so führen können wie Schläger und Säbel; zur Leichtathletik sollte, wo es nur irgend möglich ist, der Schneeschuhlauf treten. Der Anfang ist gemacht und ich glaube, daß speziell unsere l. K- V- ,,'Ghibellinia" gute Erfolge damit erzielt hat, vor allem in den Semestern, da mein l. Bbr. Ludwig Guttmann dort als F. Mwirkte. Der Alpinismus ist kein leichtes Ding. Der alpine Sport fordert Entbehrungen, schwere Anspannung aller Geistes- und Körperkräfte zum Unterschied von allem andern Sport. Aber er lohnt es seinem Jünger auch mit klingender Münze: mit einem offenen Herzen, einer ernsten, aber doch lebensfreudigen Gesinnung und einein gesunden, gestählten Körper. Mögen meine Worte darum nicht vergebens gesprochen sein! Akademische und allgemeine Nachrichten. PolÄ? in den Corps. Die Nr. 11/12 der „Deutschen Korpszeitung" enthält im Sprechsaal folgenden Brief, dessen Nachbemerkung für den Umschwung der Stimmung in den Korps zeugt: Sehr geehrter Herr Doktor! Ich bin, so lange ich politisch denken kann, überzeugter Demokrat und Republikaner und habe diese meine Gesinnung auch unter dem früheren Regime niemals verleugnet. Ich kenne auch eine ganze Anzahl alter Korpsstudenten, die gleich mir Treue zumBaterlande und Liebe zu ihrem Korps mit dieser politischen Überzeugung durchaus verbinden. Wiederholt hatte <ich in den letzten Jahren Gelegenheit, in der Korpszeitung festzustelleu, daß die Demokraten in mehr oder minder deutlichen Hinweisen als minderwertig, international, vaterlandslos usw. bezeichnet werden, oder das; man 'sie mit einem gewissen mitleidigen Lächeln' abtut. Auch in Ihrer Zeitungsschau der Nr. 9 (Dezember 1922) findet sich wieder in dem Artikel über Stefan Großmann eine Wendung: „Liebling der Demokraten", die ebenso überflüssig wie absichtlich ist, in dem Zusammenhang als durchaus kränkend empfunden werden muß, und deren Bedeutung und Absicht die Schriftleitung in ihrem Nachwort noch einmal ausdrücklich unterstreicht. Ich muß diese durchaus unberechtigten, in einer unpolitischen Zeitung doppelt unklugen Angriffe gegen eine Partei, deren vaterländische Gesinnung außer jedem Zweifel und jeder Diskussion steht, und der, was au dieser Stelle in Betracht kommt, auch zahlreiche alte Korpsstudenten angehören, endlich einmal mit allem Ernst und Nachdruck zurückweisen. Mit vorzüglicher Hochachtung! Schellenberg, Sueviae, München. Anmerkung der Schriftleitung: In der Deutschen Korpszeitung sollen alle Meinungen aus korpsstudentischen Kreisen zu Wort kommen. Wir drucken daher das Schreiben ab, ohne ihm sachlich zuzustimmen. Der erste „Numerus clausus" an einer deutschen Hochschule. (Vgl. den Leitartikel). In seiner Sitzung am 21. Februar 1923 beschloß das Professorenkollegium der Technischen Hochschule in Wien, folgenden Erlaß herauszugeben, der am 3. März am schwarzen Brette dieser Hockschule verö,sentlicht wurde: Zahl 752 (1922/23). Wien, 28. Februar 1923. Das Professorenkollegium hat in der am 21. Februar 1923 stattgefundenen Sitzung nachstehende Beschlüsse gefaßt: ' „Die Jmmatrikulierung fremdstaatlicher Bewerber wird künftighin auf Grund ihrer tatsächlichen Eignung' und ihrer Zugehörigkeit unter Bedachtnahme auf die wirtschaftlichen Verhältnisse erfolgen. Für die jüdischen Bewerber des Auslandes wird noch insbesondere bestimmt, daß ihre Jmmatrikulierung in der Regel nur in dem Ausmaße erfolgen wird dürfen, daß die Zahl aller an einer Fachschule zu immatrikulierenden jüdischen Bewerber 10 Prozent nicht überstugen dürfe. Mit der Durchführung dieses Beschlusses wurde ein besonderer Ausschuß betraut, gegen dessen Entscheidung keinerlei Berufung zulässig ist und dem es auch zustehen wird, die geforderte Eignung der Bewerber in angemessener Weise festzustellen." Der Pro-Rektor der Technischen Hochschule: Max Ferstel m. p. Judenstatistik, über das Zahlenverhältnis der nichtjüdischen und jüdischen Hörer an der Wiener Uni-

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