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KC-Blätter · 1922-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1922) · p. Seite 70

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1922
Issue
Heft 7-9 (Juli 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 70 (sequence 14)
Language
German
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70 hf„, ( v;ly.t. mit *■* Ä«»Ä»*. T'. itr« JH Zu\u»uu»-ui-i-i Uuivii. -- 2 c in -3:ii; iuui soll es ivrcbcn. zu iorf.iuni, „loie aljc-j gekommen iiiio zu fernen, was es Ijeifjt. Deutscher zu lein." Er kel'N in sein Corps zurück, in dein er im 2.-3 1914 af:iü geivorden ist und das sür ilm während der ganzen Kriegszeit seine Sehnsucht war und ihm. seine Heimat bedeutet. Doch bittere Enttäuschungen erwarten ihn hier. Er kann sich nicht Hineinsinden in die Verbmdungssorinen. die eine Veränderung nicht erfahren haben, er kann es nicht begreifeir. das; er, der Lieger aus 24 Lnfiwetlkäinpfen. der Ritter pour le m6rite, sich so kleinlichem Verbind'.'ugszwaiig unterwerfen mus;. Er kann sich in die Anschauungen derjenigen, die ganz im ..T r a d i t i v n a l i s m u S" leben, nicht hineiusiuden. Unerträglich ist ihm „dieses ewige Rückivärtsschauen ans das immer so Gewesene". Nickst sastbar ist ihm die Engherzigkeit und Verständnislosigkeit seiner Korpsbrüder sür so ia!politische fragen und ihre Einstellung zum indischen Volksgenossen. Vergeblich sagt er ihnen, das; „Wille zur Volkheit hingebende Hebe zu allen deutschen Menschen bedeutet, d. h. zu allen deutschen Staatsbürgern, wes Standes und Glanbens sie auch seien, welcher Klasse sie auch angehören mögen." Vergeblich rust er ihnen zu: „Was Juden, was Arier! Deutsche wollen wir werden, wer deutsch fühlt, ist unser Bruder." Nur wenige können ihm in seiner Einftellnng dem „Pack" gegenüber folgen, noch viel weniger wollen ihn verstellen. Erst über der Leiche des Korpsbrnders Löwenstein, der von der Kugel seines ehemaligen Korpsbrnders, des Hakeukreuzträgers Ströbel im Duell fällt, scheint ein neuer Morgen heranszudämmern. So endet das Buch mit einem Ausblick auf eine beshre Zukunft. An einzelnen Stellen. die eine falsche Deutung erfahren können, kann nicht kritiklos vorübergegangen werden. Was meint Blaem damit, „es könne mir eine Iudeupolitik getrieben werden, bei der die Juden zum deutschen Staatsgedanken zu erziehen waren"? Meint er damit Erziehung zur Vaterlandsliebe? Wer )o die Iudensrage lösen will, der weis; nicht, das; gerade die deutschen Inden, die gegen die „Völkischen" im Kampfe Treben, so stark ihr Vaterland lieben und das; ihnen ihr Deutschtum so stark eingetvnrzelt ist, das; ihr Kamps um ihr Vaterland ihre Lebensfrage ist. Sie sind nationaler als jene, von denen Bloem selber sagt, sie seien ..völkisch statt national" und „ihr ganzes Natioualgesübl sei negativ", indem sie anderen das Recht und die Möglichkeit nationalen Empfindens abzustreiten versuchen. Und dann, kann man überhanpt jemanden zur Vaterlandsliebe erziehen? Vaterland stiebe wurzelt in der Heimatliebe und Liebe zur Heimat ist dem Menschen angeboren. Und wenn er weiter in dem Abschiedsbries des Indon Löwenstein davon sprichtdas; cs Aufgabe der Nicht - judcn sein müsse, „den Prozes; der Amalgamierung" zu sördern, „schmerzlos und reibungslos zn gestalten", so genügt es daran; hinznweisen. dast wir in einem oberflächlichen A n v assu ngs pro ze s; eine Lösung des Probt e m s n i ch t sehen k ö n n e n. Solange nicht bei Anerkennnng der Eigenart und Verschiedenheit Brücken von hüben .zu drüben geschlagen werden, lolauge nicht der Gedanke, das; die L ösnng nicht die Auslösung bedeuten darf, allen klar wird, solange wird eine „Verschmelzung" nicht möglich sein. Das Buck, ist als Kampsschrist eines mutigen Mannes lesenswert. Der Roman ist sehr spannend geschrieben und reich an Stimmungsbildern. Seine Wirkung wäre aber stärker, wenn die etwas allzu tu’,rl'Ih?n 3teltcit fehlten und wenn die geschichtli±e DarüeNung der Nackrevolutionszeiterschtinmigen nicht so sehr in den Vordergrund gern.lt wäre. F. L. Politische Bildung aus deutschen Hochschulen. Von Pr. Friedrich Raab. 1922. Denische Vetlegegesells.hast für Politik und Geschichte. G. m. h. H. in Berlin W. K. In der kleinen, überaus bemerkenswerten Schrift behandelt der Verfasser ein Problem, das theoretisch Map Weber und neuerdings Westvbal beschäftigt hat und das in der neu gegründeten Hochschule zur Politik seiner Verwirklichung entgegen zu gehen scheint. Raab sondert voneinander drei Begriffe: Die staatsbürgerliche, die volksbürgerliche und die politische Bildung. Die staatsbürgerliche Bildung nmsastt den Inbegriff aller Erzielmugsmastnahmen, die den rin- . seinen befähigen sollen, in den innerhalb des Staates und der Velfassung gezogenen (Grenzen sich wirksam zu betätigen. Tie Erziehung zn velksbiirgerlicher All- > düng wendet sich an die Gesinnung. Sie erstrebt das Bewusstsein der inneren Verbundenheit mit allen Glie- , dem des Volkes. Staats- und volksbürgerliche Erziehung sehen verfassuugsmästig bestimmte Formen, eines bestimmten Staates voraus, die politische Erziehung will dagegen zum richtigen Denken und Handeln überhaupt er,-ich. n. Sie besteht darin, fähig zu machen, bestehellde Machtbereiche der Meni scheu und Meuscheiigruvneu wirksam umzugestalten. Unter den wesentlichen Sei teil politischer Erziehung, die einer ivisseuschaitlicheii Behandlung fähig sind, unterscheidet der Verfasser die politische Wertlehre, die politische Metliodeulehre und poli'ische Wnklichkeits- - künde. Wissenschaftliche Methodenlehre der Politik soll der Gesamtheit alle Wege zeigen, aus denen überhanpt politische Wirkungen erzielt werden. Die politische Wertlehre bcuoc.it Durchschauung jener Ideologieen. die sich als letzte politische Zielsetzungen darstellen, die aber in Wahrheit sich auf nur wenige bestimmte, im Wesen der Menschenuatur begründete und sich wandelnde Wertsetznngen zurücksühren lassen. Tie poli-; tische Wnllichkeitskunde soll dazu führen, sämtliche Verhälttiiste eures Landes. Technik, die BvttSpspcho- - logie, den Staatsgedank-.-n nicht nur wissenschastllch, > sondern in ihrem Verhältnis zu den politischen Vcrj hältnissen zu erfassen.! Zur Durchführung des von ihm angegebenen Zieles i schlägt Raab ein politisches ^einiiiar vor. Auch j hier mus; wie bei einer politischerr Hochschule oberstes Prinzip der Grundsatz der akademischen Freiheit, der unbedingte, durch nichts 31t beeinflussende Wille zur ' Wahrheit und die Pflicht unbedingter sachlicher wissenschaftlicher Arbeit sein Wenn auch nach Ansicht des; Versassers p0litische Genies durch eine noch so vorzüg- ' licke politische Erziehungsmethode nicht gezüchtet werden können, so ist es doch möglich und notwendig die Politik p wissenschaftlich zu durch dringen. Gestützt ans theoretische Kenntnis und Einsicht wird es uns erleichtert werden, den rechten Weg zrr wählen, um arrs den vielen sich bietenden Möglichkeiten herauszusiuden. F. L. Anton Kuh, Juden und Deutsch e. Erich Reis; Verlag. Berlin. -- Kritiker und Verfasser eines Buches müssen irgend eine gemeinsame Wninblafle \ des Nrteilens haben, sonst wird die Kritik 311 einem ' H Stoste iit den leeren Raum. Bei Kuh's Brrch haben e wir den kongenialen Kritiker nicht finden können. ' Er würde vielleicht als geistreich, stilistisch sein, logisch treffend, gedaukentief. interessant und klar bezeichnen. i was wir „schwerfälligen Kasfeelöfselempiriker und Etii fettenbeaebter der Folgerung" als verworren, phrasenhaft. unlogisch und vor allem als höchst langweilig empfinden. Die Idee des Buches -- falls nicht der Verfasser die Annahme eines Ärnndgedankens als

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