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KC-Blätter · 1922-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1922) · p. Seite 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1922
Issue
Heft 7-9 (Juli 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 69 (sequence 13)
Language
German
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69 Kameraden. Cvii der letzten Nummer der K. C.-Blätter (Mai- Juiii-Hest) findet sich in der Umschau unter „o" der Abdruck eines Artikels ans den „jüdischen Blättern" - über die „Kameraden", marin eS heisst: Die jüdische Auffassung der Kameraden sei van der nationalen nur durch den Namen verschieden und: die „Kameraden" würden in einigen Jahren der stärkste Faktor in der national-jüdischen Jugendbewegung Deutschlands sein. Die vetr. Stellen sind in den K. C.-Blättern gesperrt gedruckt. Am Schlnst der llmschan heisst es: „mir mallen vorläufig nicht durch einen Kommentar die Bedeutung dieser Warte abschtvächen." Ich habe den ganzen Abschnitt „c" der Umschau mit grösstem Erstaunen - um nicht mehr zu sagen aelesen. Ich siede seit längerer Zeit in der Kameradenbewegnng und bin über alle Vorgänge in ihr genau orientiert. Von national-indischen Bestrebungen habe ich noch nie etwas bemerkt, es würde auch schwerlich ein junger Mensch mit national-jüdischer Auffassung ein Kamerad bleiben, da sie dem Wesen der Kame-- radeubeweguiig diametral entgegengesetzt ist. Hieran hat sich seit Gründung des „Kamerad" nichts geändert und wird sich auch wohl schwerlich in absehbarer Zeit etwas ändern. Di*. Leo Seligmauu (Nassov.). Gern sei van dieser Zuschrift Kenntnis genommen, die den Behauptungen der „Jüdischen Blätter" cutgegentritt. Über das Verhältnis der „Kameraden" zum M'. C.. über die Beziehunaen ihrer Ideen zu dem vom K. C. vertretenen Gedanken ivird an dieser Stelle nach der Plenarsitzung der G. A. in zusammenfassender Weise die Rede sein. Tie Nedaktiou. Korporation und Werkstudent. Von l)r. Philipp Wallach (Frib.-Ghib.). Der nnaelienre wirtschastliche Umschmuna. der in den letzten Jahren begonnen hat, und dessen (Lude noch nickst abzusehen ist, hat auch den Hochschulen seinen Stempel ausgeprägt. Der Typ des sorglosen Studenten ist selten geworden: jeder sucht so schnell ivie möglich seine Examina zn machen und in Amt und Würden zu gelangen. und nicht aeriua ist die Zahl derjenigen. die sich als „Werkstudenten" das Ehstd für ihr^ Studium verdienen müssen. Als Mittelglied zwischen dem Werkstudenten und dem Nur Studenten im traditionellen Sinne steht tlameutlich in den Geoststädteu - lver, mit bereits als Student Fühlung mit dem Praktischen Leben zn erlangen. neben seinem Studium als Volontär in einem kaufmännischen oder industriellen Betriebe arbeitet. Auch mancher von diesen jungen Menschen, denen die tluiversitätsjahre nickst ein romantisches Jugendparadies sind, sondern möglichst schnell zu überwindende Lehrjahre, sehnt sich nach einem festen Freundeskreis, wie ihn eine Korporation bietet, möchte noch einen Hauch alten Farbenstudeuteil rums verspüren. Die Korporationen werden damit vor ein neues Problem gestellt. Früher kam es ivohl einmal vor. das; ein einzelner Keilsnchs, der durch irgendwelche Umstände in seiner freien Zeit beengt lvar. Ansnalnne in eine Verbindung suchte: hierfür gab es die Einrichtung des „5D. V. G." Heute sind es ganze El r u v v e n solcher . Kommilitoneu. Dennoch wird der Austeuncbende es ' schiver begreifen, das; eine Korporation hieraus überhaupt ein „Problem" mackst. Aber Korporation und Werkstndententnm sind begrisstich Gegensätze, wie sie schroffer nickst gedacht^ werden können. Der Korpvrationsstndent alten Schlages hatte seiner Verbindung seine letzte freie Minute und derer waren viele! - zn opfern, hatte ganz anszugehen im Dienste seiner Korporation. Der Werksttideiit kann das nicht. Er eriibrigt vielleicht mit vieler Mühe ein paarmal in der Woche am späten Abend ein freies Stündchen, das er in angeregtem Freundeskreise verbringen möchte: an Conlenrtragen und Fechten ist bei ihm oft nicht zn denken, und doch,steht er so fest ans dem Boden der von der Korvoration vertretenen Prinzipien. wie nur denkbar. Kann eine studentische Berbindung es mit ihrem Wesen, ihrem Charakter als Korporation vereinbaren, diese Kvmuiilitonen in sich aufzuii'hmen? Ich habe diese Frage oft aus dem Convent einer Groststadtverbindnng miterlebt. Die Einen sagen: „Wir müssen den Kommilitonen ausnehmen" und begründen dies mit den Zeitverhältninen. vielleicht auch mir dem persönlichen Wert gerade des Betreffenden: die Anderen sagen - leider sind es häufig die ältesten Allen Herren —„Die Korporation hat nichts von dem Betreffenden" und fürchten den berühmt-berüchtigten „Präzedenzfall". So sehr der letztere Standpunkt auch gerade bei Alten Herren zu begreifen ist, die sich die Korporation von heute noch ebenso wünschen, wie sie zur Zeit ihrer Aktivität war, so must die Verbindung in. C. doch einen offenen Blick haben für die wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen wir leben. Sie müsste sich freuen über jedes Mitglied, das sich mit eigener Kraft und Tüchtigkeit Studium verdient, und must weitgehende Zugeständnisse machen. Von jeher war die akademische Jugend Führer in ihrer Zeit, wie dürste sie sich jetzt engherzig den Forderungen der Zeit entgegenstellen! Ich verkenne nicht, das; manches Ideal dabei zn Grunde geht, gerade das Ideal der Korporation, aber das liegt nun einmal an den Zeitverhältnissen. Man darf nicht vergessen, das; gerade der K. C. im Grunde eine Zweckgemcinsch af t ist. „Die Verbindungen im K. C. haben zum Zweck bcit_ Kampf ,gegen den Antisemitismus in der deutschen ^tudenteiistbaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zn selbstbewussten Inden, die jederzeit bereit und imstande sind, snr die politische und geseltschastliche Gleichberechtigung der Inden einzutreten." Kann sich darauf nicht auch ein Werkstudent verpflichten, zumal der Kamps gegen den Antisemitismus mit der Waffe heute zur seltenen ''Ausnahme geworden ist'? Ihr aber, die ihr euch dagegen wehrt, und die ihr fürchtet, die Verbindung würde zum „Verein", ivuudert euch nicht, wenn eure Kartellverbindnngen suspendieren müssen ans Mangel an Aktiven? Ansterordeiikliche Zeiten verlangen Konzessionen, selbst wenn darüber Ideale zu Grunde gehen sollten! Ad N vücker- und Mallersckau. fö R Brüderlichkeit. Von Walter Vloem. Verlag von Grethlein & Co., Leipzig. — Ein Studeuteuromau — und doch weit mehr als man im üblicherl Sinne darilnter versteht. Es ist eine Warnung für die einem Abgrund Zutaumelnden. ein Weckruf für die Gleichgültigen. — Der Sieger ans 24 Lufttvettkämpsen komnit aus der Gefangenschaft im Jahre 1919 nach Deutschland zurück. Cr ist erschüttert von

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