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KC-Blätter · 1922-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1922) · p. Seite 64

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Journal
KC-Blätter
Volume
1922
Issue
Heft 7-9 (Juli 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 64 (sequence 8)
Language
German
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64 tvrtlh' eiltet U'hu t'vfovbor(irf)i'H Verzichts eine solche. Bindung fleivählt worden. In diesem Zusammenhang wetten nur oder auch tiani offen zugeben, das; es Fragen geben kann, die nicht rein äusserer Abwehr sind, bei denen wir aber auch mit ihnen zusammen arbeiten wollen. Zum Beispiel ist hier an die Frage der ostjudisclien Studenten zu denken. Für uns ist die Frage der Zulassung der Ostjuden zur Universität, wie die ganze Ostindenfrage. zunächst eine deutsche Frage. Wir halten es vom deutschen ctandpnnkt ans für nnziveckinäsüg, wenn heute allzuviel Ausländer an deutschen llniversitäten studieren, die überfällt sind und denen heute Geldmittel für Neuanschaffungen, in Kliniken, Bibliotheken us>v. fehlen, so das; sie dem Bedürfnis der deutschen Studenten kaum gerecht lverden können. Wir hattet» es ferner für falsch, jungen Leuten mit allen möglichen Mitteln das Stndinm zu ermöglichen, ivenu sie arm sind luib wenn die Atlssicht, ihr Studium ohne llnlerstützung zu Ende zu bringen, sehr gering ist. Das eine aber tvollen ivir als deutsche Studenten ebenso lvie als Juden, das; man die ostjüdischen Studenten gerecht behandelt. Sie dürfen nicht schlechter behaitdelt werden als andere Ausländer, nur deshalb, weil sie Juden sind. Gegen diese Ungerechtigkeit, die ganz offensichtlich auch die deutschen Studenten jüdischen Glaubens treffen soll, tvollen wir uns wehren. In dieser Frage vereinigen wir utts mit der, nationaljüdischen Studenten, die allerdings bei der Behaudlttttg dieser Frage von ganz andereil Voraussetzungen ausgeheu. Wer sich seines Standpunktes betvusst ist. für den ist eine Zusammenarbeit, wie sie in obigen Zeilen angedeutet worden ist. nicht Vertvässerung seines Standpunktes, keine Nachgiebigkeit. Das wissen alle, die in der studentischen Beivegung tätig sind und die sich etwas eingehender mit der Frage beschäftigt haben. Wenn es der Verfasser des Artikels nicht gewusst hat, so lverden die Ausführungen hierüber wohl gellügen, um ihn zn belehren, vorausgesetzt, das; er fachliche Kritik üben lootlte. Übrigens sei znm Schlns; noch eine Frage an den Vertranensmann des Verbandes nationaldentscher Inden gerichtet. Warum bemängelt er lediglich, das; um° eine die jüdische!chste. ausgestellt haben: warmn bemängelt er nistlt. lvas doch eben so nahe läge, das; von der Astamittelgrnppe und von den nationalfreiheiklichen Studenten eine 7. und 8. Viftc ausgestellt wurde? Die Interessengegensätze foulten doch zlvischen diesen beiden Grnpveil und dem Ltndentenbllnd nicht erheblicher geivefen sein, als die des K. E. zn den gleichen Gruppen. Oder hatte man Bedenken, das; die eigene nationale Gesinnung bei einem Zusammengehen mit dem deutschen Stndentenbnrld von der Mehrheit nicht richtig anerkannt lverden würde? Das kann doch wohl der Grund nicht gewesen seill. Denn der Verfasser würde ja sonst dein K. E. nicht den Rat geben, mit dem deutschen Stndeutcnbund zusammen zu geben. Warum also diese „Secessio"? Ich glaube, das; die Gründe, die durch Aufstellen besonderer Listen zu elner Zersplitterung der Minderheitsgrnppen gesührt haben, weniger einlenchten dürsten als unsere. Nun znm Artikel rvieder zurück. Es scheint, als ob mit dem Artikel mehr beabsichtigt lvar, als lediglich fachliche Kritik zu üben. Wollte man den K. C. als solchen angreifen, um an ihm den Mangel an delitschvaterläildischer Gesinnung zn brandmarken? Wozu sollst der Hinweis auf den Palüstinaanfrllf, wozu die Mahnung an die d e u t s ch fühlende n . K. E. er? K. C. er. die nicht deutsch fühlen, sind ein Widerspruch in sich selbst. Darüber ist kein Wart zu verlieren, eine Verteidigung darauf erscheint uns als Schwäche uns selbst gegenüber. Bemerkenswert ist übrigklis, das; Herr l)r. Naumann einem Teil des K. E. offenbar dentschvaterländische Gesinnung zuspricht, währelld bisher anzunehmen lvar, das; er den K'. C. als solchen in den groüen Mcjfef der „Zwischenschichtler" hineilltat. Zunächst noch eine Nichtigstellnng. Der Beschluss, ans den Herr l>r. Naumann hinweist, ist ein Plenarbeschlns; des t^eschäftsführenden Ausschusses, der einstimmig gesagt worden ist. Eine längere berichtigende Zuschrift ist dem Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeiltfcher Juden zngegangen. Tie Allinalime dieser längerell Berichtigung ist dort von der Bedingung abhängig gemacht worden, das; dem Verbände Gelegenheit zur Darlegung seines Standpunktes in den W. IS.-- Blättern gegeben werde. Dies ist von uns abgelehnt worden. Sachlich ist folgendes zu erlvidern. Auch hier hat eine Verwechslung von Worten einen falschen Nückschllis; geschaffen. Seibstrerständlich scheidet die politische Seite der Palästinaanfbansrage für jeden von uns aus. Wir haben es wiederholt ausgesprochen, das; K. E. und Nationaliuderltum unvereinbar sind und das; wir den Klrlturziouisinns ablehnen. Für alle dieienigen von uns, die sich am Palästinaaufban beteiligen, kann diese ganze Frage also nur eine rein religiöse oder philanthropische sein. Für diejenigen, die nicht Nationalluden sind und an diesem Werk tätig sind, liegt das Motiv für ihre Beteiligung nicht im „Einheitsgedanken", dem Willen zur nnlöslichen Verbundenheit sämtlicher Indell, sondern es ist ein Zilsamuienschtns; zur wirtschaftlichen Gesundung jüdischer Schichteil, die durch die ungünstige Lage ihres Heimatsstaates dort keine oder geringe Lebensmöglichkeit haben. Das;, nm Palästina aufzubauen, man nicht von der Poraussetznng des Nanonaljndentums auszngehen braucht, haben ja gerade die Bestrebungen der Vereinigung „Pro Palästina" gezeigt, in der sich «oben Inden eine stattliche Anzahl von Nichtjnden für den Aufbau einfetzten. Die überwiegende Mehrzahl des K. E. steht aus dem Standpnukt. bas; alle Kräfte nub alle entbehrlichen Gelder dem deutschen Vaterlande gehören und das; eine Kavitalienfestlegnug in Palästina durch deutsche Arbeit und deutsches Geld zur Zeit ein Entziehen von Hilfsmitteln ans Deutschland bedeutet. Wir lehlien daher als Einzelne in der Mehrzahl die Mitarbeit ab. Der K. E. als solcher hat zu der Frage noch keine Stellung genommen. Er brauchte es auch rricht. Solange die Betätigung auf diesem Gebiet nicht dem tj 3 unserer Satzung widerspricht, die unlösliche Verbundenheit mit dem Vaterlande, die Bodeilständigkeit der deutschen Juden nicht gefährdet, können wir ltnseren Mitgliedern, die unter solchen Voraussetzungen und in diesem Nahmen für. den Lorsn haje.ssod tätig waren, eine Beteiligurrg daran »licht verbieten. Dies zur Ansklärnng. Etivas. was nicht im direkten Zusammenhang mit dem Vorhergehend.'» steht, fei noch ertvähnt. Man macht uns lviederholt znm Vorivnrf, besonders von jüdischer Seite, das; sich jüdische Studenten, die im Bewusstsein ihrer Eigenart und der Betonung ihres Glanbens^aus deutschvcsterländischem Boden stehen, zu jüdischen Dnrn-, Sportvereinen usw. zusammenschlösfen, und so gewisser,nagen selbst eine Isolierung herbciführten. Wir brauchen hier ans die Gründe, die zur Gründung der K.E.-Korporationen gezwungen haben, nicht näher einzugehen. Der Gründnngsanfruf der Breslauer Biadrina, der hier zuletzt in dem Inbilänmsheft Iuli-Angnst-September 19?1 abgcdrnckt wllrde, ist immer noch tvahr. Es genügt, wenn wir darauf Hinweisen, das; die Erziehung zu selbstbewussten Juden, die die Geschichte und Kulturgeschichte ihrer Vorfahren kenllen müssen, um so die Voraussetzung für

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