KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1922)
- Date
- 1922-05-01
- Page
- Seite 44 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2268830-2268937-2268940--2881-2272055- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
44 von März 1922 (Seite 368 ff.) einen umgearbeiteten Plan einer S. C.-Bank (!!) bringt. Man lese nach, was diese Bank alles leisten soll, und bestaune dann das geschäftliche Talent der völkischen jungen Herren, die sich wahrscheinlich, stammte der Plan von Juden, nicht genug über das Eindringen des „geschastsgerissenen Galiziertums" in die deutsche Studentenschaft beklagen würden. Die S. C.-Bank will alles machen: Jndustriebeteiligungen, Versicherungen, Bankgeschäfte, Buchhandel, Warenvertrieb (Zigarren, Zigaretten und Wein!). Sogar der Name „Waren- und Versandhaus" taucht aus! Neben dem K. d. W., dem Kaufhaus des Westens, ein K. d. S. C.! Nur ein freundlicher Stern leuchtet in dieser Nacht, da die finsteren Mächte des jüdischen Kapitalismus über die reinen Arier triumphieren. Der Corpsbrüder, der die Denkschrift versaßt hat, der das Band dreier Korps trägt, heißt Kurt E. Rosenthal! Man ist also gedeckt! Wenn die Sache klappt, kann man das Geld einstreichen und trotzdem den Korpsbruder Nosenthal wegen jüdischer Abstammung und jüdischen Geistes dimittieren. Wir hoffen, bald näheres über die S. C.-Bank und S. C.-Warenhaus berichten zu können. Und zuletzt ein Wort von unseren alten Freunden den Herren vom A.D.B., die es fertig gebracht haben, ein Verbot unserer Silesia für die Dauer eines Jahres zu erreichen. Wie man - es in jenen Kreisen verstanden hat, die Öffentlichkeit irre zu führen, mag der ganz unglaubliche Bericht dartun, den der „Tag" v. 31. 3. 22 bringt: Am Tage der Reichsgründungsfeier bediente sich im Zuge der in Vollwichs chargierenden Korporationen der stud. Elkeles von K. C. -Verbindung „S i l e - s i a" des Knüppelkomments und wurde vom Senat der Berliner Universität mit Entfernung von dieser Hochschule bestraft. Die Ursache für das rüpelhafte Verhalten jenes Herrn lag in einem Abstande zwischen den Chargierten der „Silesia" und einer anderen Korporation in jenem Zuge, und Herr E. glaubte den Abstand als einen beabsichtigt beleidigenden auffassen zu müssen; allein dem verständigen Verhalten des „Gemaßregelten" ist die Verhinderung größerer Ausschreitungen zu verdanken. Dies alles vor der Universität. Statt daß die „Silesia" von ihrem Vertreter deutlich abrückt, entschuldigt, ja: rechtfertigt sie dessen Verhalten; sie mußte, da ihr Bestehen dadurch die akademische Sitte zu gefährden schien, auf ein Jahr verboten werden. „Knüppelkomment"! „Rüpelhaftes Verhalten"! Kern Wort davon, daß das Abstandnehmen bei öffentlichen Aufzügen nichts anderes besagen will, als daß man den Juden seine Mißachtung bezeigt. Jeder Akademiker in Deutschland weiß das — mit Ausnahme freilich des Berliner Universitätsrichters Dr. Wollenberg, bei dem besondere Umstände vorliegen mögen — jeder Akademiker weiß, daß die Silesia sich lediglich gegen eine herausfordernde, beleidigende Handlung der A.D.B.-Burschenschast Neo-Germania zur Wehr gesetzt hat, aber nunmehr soll das alte Spiel, das in den achtziger Jahren üblich war, wiederholt werden. Tie Juden, die sich nicht jeden Schimpf bieten lassen, sollen als die Störenfriede dargestellt werden! Wir hoffen, daß die Berliner Neo-Germania, die von Juden gegründet wurde und innerhalb des A. D. B. stets die meisten Juden hatte, jetzt ihre völkisch-antisemitische Gesinnung jedem, der noch vielleicht zweifelte, einwandfrei bewiesen hat. Bei dieser Gelegenheit eine Frage: Im Dezemberhest 1921 der K. C.-Blätter habe :ch aus Seite 152 den Herausgeber der Burschenschastlichen Wege, des Organs des A.D.B. Herrn Dr. iuris Otto Grote ersucht, für gewisse verleumderische Behauptungen über den K. C. den Wahrheitsbeweis anzutreten. Der Herr hat plötzlich die Sprache verloren und aus seiner Zeitung ist das Wort K. C. seitdem verschwunden! Höchst merkwürdig! Warum so zurückhaltend? Ich hoffe, daß es nur dieser zweiten Anfrage bedürfen wird, um Herrn Dr. iuris Otto Grote daran zu erinnern, daß ein deutscher Mann sich nicht fürchtet und man Behauptungen beweisen muß. Wir erwarten mit Spannung seine Antwort. c) Von den „Kameraden"! In den „Jüdischen Blättern", dem Organe des neutralen Verbandes der Jugendvereine findet sich folgender Artikel über die „Kameraden". Wie es scheint, stehen die Kameraden dem Blauweiß diametral gegenüber. Sie sind einmal von: Zentralverein oder doch von einer ihm nahestehenden Seite offiziell als Gegenbewegung zum Blauweiß gegründet worden. Aber das war wie mit dem Zauberlehrling: „Die Geister, die ich rief, die werd' ich nun nicht los!" Beschworen wurde der Geist der Jugend, der Geist des frischen Lebens, der Geist des Judentums. Dieser letzte kam zunächst zwar nur als Torso — er hatte nur ein Bein zum Stehen, nämlich die „Religion". Aber da ihm bald die anderen beiden Geister zur Hilfe kamen, wuchsen die fehlenden Glieder nach und heute spukt im Kameradenbund ein leibhaftiges „positives", „kulturelles" usw. Judentum. Und so ist es gekommen: Die Ka:neraden leisten uns heute den wichtigsten Dienst, sie schulen einen bedeutenden Teil der^ assimilantischen Jugend für eine jüdische Auffassung, die von nationaler nur durch den Namen verschieden ist*). Dieser Prozeß ist no.ch nicht zu Ende. Aber der K. C. hat ihn zu spüren bekommen; denn die von ihm gestellten Führer sind zum Teil hinausgeflogen, zum Teil innerlich dem K. C.- Gedanken entfremdet worden. Und noch mehr. Es gibt Kameraden, die Zionisten wurden, namhafte Führer, es gibt Treffahrten zwischen Blauweißen und Kameraden und ich glaube, daß die Kameraden, die zahlenmäßig und organisatorisch stark und gut sind (siehe auch ihre Zeitung), in einigen Jahren der stärkste Faktor in der national-jüdi schen Jugendbewegung in Deutschlan sein werden*). Ich sage dies auf die Gefahr hin, *) Von uns gesperrt. <y w