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KC-Blätter · 1922-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1922) · p. Seite 38

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Journal
KC-Blätter
Volume
1922
Issue
Heft 5-6 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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38 knüpft war. Seit seiner Rezeption, über die ganze Jnaktivenzeit, sogar während seiner Charge führte er die' Kasse, und er führte sie so, daß wir am Ende dieses Wintersemesters — das erste Mal im K. C. — ihm als Zeichen unseres Dankes für seine aufopfernde Tätigkeit den „K. W." verleihen konnten. Daß er einer unserer Besten war, bewies auch die Führung seiner 1. Charge, -die wir ihm gern zu Beginn dieses Wintersemesters anvertrauten. Mit großem Eifer und eiserner Pflichttreue versah er sein Amt. Daß das .Semester einen so schönen und harmonischen Verlauf nahm, daß echte Bundesbrüderlichkeit für das ganze Leben so fest in uns wurzelte, danken wir ihm. Unzertrennlich mit Freiburg ist-sein Name: „Er schuf den Geist und gab dem Geiste Schwingen." All die -reichen Hoffnungen auf die schönen Stunden in gemeinsamem Schaffen zerbrachen, als wir erschüttert am Grabe stehen mußten. Aber dein Wollen soll nicht untergehen, wir werden es vollbringen. Das versprechen wir dir! Rudolf Weil (Ghib.). Sreidurg, vu geliebtes Städtcken! Zum 25. Stiktungsiest der Skldelllnia. Bon Referendar Erich Stern (Rh.-Sil., Ghib., Alb.). Freiburg, Tu geliebtes Städtchen, Holde große Königin, - Deine Berge, Deine Mädchen gesirln unfern Musensinn Froh genießen hier dar Leben, Wir Studenien! Selig fein Ist aiS Losung unS gegeben Stet» bei Scherz und Sang und Wein. Erinnerungen an sonnige, längst entschwundene Friedenssemester wecken diese Verse unseres gefallenen Bundesbruders Adolf Levy in jedem älteren Ghibellinen. Die Maibowlen auf dem Jägerhäusle „und auf dem Lorettoberg", die Pauktage in Zähringen und Merzhausen, die Wanderfahrten durch die Berge des Schwarzwaldes und der Vogesen, Exbummel nach Breisach, Waldkirch und all den anderen Bierdörfern werden wieder vor unserem Auge lebendig, und wir freuen uns, daß wir noch in.jener sorglosen glücklichen Zeit die großen Freuden und kleinen Leiden der Aktivität unter den schwarz-weiß-blauen Farben durchleben dursten. Diese Sorglosigkeit ist der heutigen Generation nicht mehr beschicken. Wenn in diesen Tagen alte und junge Ghibellinen nach Freiburg eilen, um den 25. Gründungstag der Verbindung festlich zu begehen und für ein paar Tage wieder jung zu sein an der Stätte der Studentenstreiche, dann wird die laute Festesfröhlichkeit gedämpft durch die Sorge unr das Schicksal unseres Vaterlandes, und in die Freude des Wiedersehens mit den „Genossen froher Stunden" mischt sich die wehmütige Erinnerung an die Brüder unseres Bundes, die nicht mehr unter uns weilen, vor allem aber an diejenigen, die in Erfüllung ihrer K. C. er-Pflicht ihr Leben für Deutschlands Größe eingesetzt und zum Opfer gebracht haben. Ihrer zu gedenken ist am Tage des Festes unsere erste und heiligste Pflicht. Es fielen unsere lieben Bundesbrüder: Ernst Heimann am 3. September 1914, Ludwig Rawack am 25. Oktober 1914, Max Cohn am 2. November 1914, Adolf Levy am 7. November 1914, Bruno Abraham am 1. Januar 1915, Alfred Cohn am 4. März 1915, Karl Frankenbach am 28. März 1915, Fritz Jacobsohn am 26. April 1915, . Georg Karger am 3. Mai 1915, Helmut Hellwitz im Juni 1915, Erich Friedländer am 21. September 1915, - Leo Lahnstein am 23. März 1916, KarlWeiskopfam31. Mai 1916 (Skagerrak), Paul Einstein am 3. Juli 1916, Erich Scharf st ein am 10. Oktober 1916, Siegfried Lubinski am 25. Mai 1917, Adolf Marx am 15. Dezember 1917, Harry Freudenthal am 28. Dezember 1917, Martin Goldschmidt am 18. April 1918, Fritz Lammfromm am 11. August 1918, Walter Goldschmidt am 1. Oktober 1918. Habt Dank, ihr tapferen Streiter, .für all die Liebe, die ihr unserer Verbindung dargebracht, für die Treue, mit der ihr ihre Ideale bis in den Tod vertreten habt! Wir durften nicht die Speere über euren Gräbern kreuzen, die schwarz-weiß-blaue Fahne über eurer Gruft nicht senken, denn ihr ruht in Flanderns und in Frankreichs granatdurchwühlter Erde, auf den weiten Gefilden Polens und Rußlands und auf dem Grunde der Nordsee; aber tief im Herzen trägt jeder einzelne von uns, der euch gekannt hat, euer Andenken und bewahrt es als eine heilige Mahnung, weiterzukämpfen in eurem Geiste für das Recht des Vaterlandes und unser Recht am Vaterland! * * * Wir feiern den 18. Juni 1897 als den Gründungstag der Ghibellinia, aber die Geschichte des K. C.- Gedankens in Freiburg beginnt schon ftüher. Bereits im November 1896 war von dem neugegründeten Kartell-Convent, insbesondere durch Heidelberger Badenen, die Friburgia ins Leben gerufen worden, die bis zu ihrer Suspension als K. C.-Verbindung, erst ohne, dann mit Couleur bestanden hat. Die Ghibellinia, die ursprünglich dem Ring der wissenschaftlich-geselligen Vereinigungen angehört hatte, dann mehrere Jahre hindurch freie Verbindung gewesen war, wurde am 17. Januar 1905 in den K. C. ausgenommen. Sie übernahm den alten Friburgenwahlspruch „Per aspera. ad astral", und als sie im Winter 1908/09 Couleur aufsetzte, verlieh sie den alten Herren der Friburgia ihr Band, nachdem schon vorher die beiden Altherrenvereine zum' A. H. V. Friburgo-Ghibellinia vereinigt worden waren. Damit war die Ghibellinia auch äußerlich Nachfolgerin der Friburgia geworden. Die Geschichte beider Verbindungen wird an anderer Stelle ihre ausführliche Darstellung finden. Sie ist erfüllt von einem jahrelang mit wechselndem Erfolg geführten Kampf gegen die antisemitischen Korporationen um die Anerkennung als gleichberechtigte nichtkonfessionelle Verbindung. Aber auch Heiteres weiß die Berbindungschronik zu berichten: „In manchen Jahren kam die Ghibellinia mindestens zweimal im Semester wegen ruhestörenden Lärms vor das Schöffengericht, und trotz der warmen Worte des „Offizialverteidigers" (A. H. Eugen Meyer) mußte mancher Strafzettel bezahlt werden." Hing das etwa damit zusammen, datz das Viertel Glottertäler nur 35 Pfennig kostete und die Bowlenrepartitionen nur 2 Mark betrugen? Und trotzdem (oder etwa gerade deshalb?) lesen wir in den Annalen der Verbindung mehr als einmaldaß „die Kassenverhältnisse der Verbindung wie der Bundesbrüder meistens gedrückt" waren. Ja sogar bis zu einer „ungeheuren" Schuld bei Zipf von 100 Mark hatte man sich im Winter 1899/00 verstiegen! — Wer das alles vermochte der studentischen Fröhlichkeit keinen Eintrag zu tun; gar oft fuhr man in corpore nach Bern oder Basel hinüber, um mit der Schweizer Verbindung Helvetia (in Bern im Keller!) zu fechten. Der Fax Fritz, der seit 1900 seines Amtes waltet und schon manchen Fuxen mit dem von ihm gebrachten

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