KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 25 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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25 Eine Verbindung, die ein Verfahren wie das des stud. Elkeles entschuldigt und deckt, läßt die Besorgnis begründet erscheinen, daß sie nicht diejenigen Grundsätze vertritt, die erforderlich sind, um Zucht und Ordnung in der Studentenschaft aufrecht zu erhalten. Das Bestehen der Verbindung Silesia gefährdet hiernach die akademische Disziplin; die Silesia wird deshalb gemäß Senatsbeschluß vom lv. Märznach 8 41 der Vorschriften für die Studierenden auf die Dauer eines Jahres verboten.*) Rektor und Richter, gez. Nernst vr. Wollenberg. An die Studentenverbindung Silesia hier. *) Sämtliche Sperrungen von uns. Akademische und allgemeine Nachrichten. Das Auslandsauft der Deutschen Studentenschaft, sein Aufbau und seine Ausgaven. Das Auslandsamt der Deutschen Studentenschaft wurde im Juli 1921 auf dem Erlanger Studententag als Zentralstelle für die gesamte Auslandsarbeit der Deutschen Studentenschaft gegründet. Die Aufgaben des Amtes bestehen in der Pflege der Beziehungen zwischen der Deutschen Studentenschaft und den Studentenschaften des Auslandes, insbesondere in der Vermittlung von Studentenaustausch-Aktionen, Studienreisen deutscher Studenten ins Ausland und ausländischer Studenten nach Deutschland, in der Beschaffung ausländischer Bücher zu ermäßigtem Preise für deutsche Studenten, in der Auskunftserteilung über die Studienverhältnisse im Ausland an deutsche Studenten und über die Verhältnisse in Deutschland an ausländische Studenten sowie in der Vermittlung eines Briefwechsels zwischen deutschen und ausländischen Studenten. — Das Auslandsamt vertritt die Deutsche Studentenschaft ferner gegenüber den bestehenden internationalen Studentenvereinigungen. Dem Auslandsamt wurde im Oktober 1921 das Leipziger Deutsche Korrespondenzbüro für ausländische Universitäts- und ■ Studentenangelegenheiten, dessen Ziele ähnliche wie die des Auslandsamtes der D. St. waren, angegliedert. Es ist geplant, die beiden Ein-; richtungen in absehbarer Zeit miteinander zu verschmelzen. Leiter des Amtes ist der stellv. Vorsitzer der Deutschen Studentenschaft, Walter Zimmermann, — Sitz des Amtes Göttingen, Untere Maschstr. 15 (Hauptgeschäftsstelle der Deutschen Studentenschaft). Antisemitismus an einer Handelshochschule. Ein unerhörter Fall ereignete sich bei der Beisetzung des Rektors der Handelshochschule zu Leipzig, des Geheimrats Prof. vr. Adler. Entgegen allem Brauch lehnten die Verbindungen an der Handelshochschule ein Chargieren bei der Beerdigung des Rektors ihrer eigenen (!) Anstalt ab, weil Adler — Jude war und demgemäß die Trauerfeier im jüdischen Gotteshause stattfand. Man kann sich denken, wie unendlich verletzend diese deutsch-völkische Demonstration auf alle Beteiligten wirkte. Die antisemitischen Herren haben nicht verschmäht, beim Juden zu lernen, sie ließen sich vom Juden gern prüfen, da er als wohlwollender Examinator galt, sie schickten auch einen Kranz nach seinem Tode, aber ihm die akademischen Ehren zu gewähren, die der Student dem Rektor seiner Hochschule selbstverständlich erweist, dazu konnten sich die antisemitischen Herrlein nicht aufschwingen. Ob sie einst in jüdischen Geschäften keine Stellungen annehmen werden? Jedenfalls sei der unerhörte Vorgang als Zeichen des neuen Antisemitismus, der auch vor dem Tode nicht halt macht, registriert. Deutsch - ungarischer Studeutenausgleich. In den Monaten August—September d. Iveranstaltet die „Deutsche Studentenschaft" im Einvernehmen mit dem „Landesverband ungarischer Studierender", , einer: Studentenaustausch. Der Austausch vollzieht sich in der Form, daß jeder deutsche Studierende, der.nach Ungarn zu gehen wünscht, für die gleiche Zeit einem ungarischen Studenten, möglichst in der eigenen Familie, freie Verpflegung -und Unterkunft zu gewähret: hat. Die Reise- und Paßkosten trägt jeder Teilnehmer an dem Austausch selbst. Es wird jedoch möglich sein, diese auf ein Mindestmaß herabzusetzen. Der Austausch empfiehlt sich besonders für Studierende der Landwirtschaft. Meldungen 'sind unter Beifügung von Rückporto bis zum 15. Mai 1922 an das Auslandsamt der.Studentenschaft, Göttingen, Untere Maschstraße 15, unter dem Kennwort „Ungarnaustausch" zu richten. >— Wir veröffentlichen diese uns zuaehende Nachricht des Auslandsamts der deutschen Studentenschaft, machen aber unsere Kartellbrüder darauf aufmerksam, daß bei dem brutalen Antisemitismus der ungarischen Studentenschaft jedenfalls höchste Vorsicht vonnöten ist. > Deutsche akademische Rundschau. Die Zeitschrift „Die Studentenschaft" erscheint nach Zusammenlegung mit der „Deutschen Hochschule" nunmehr unter dem Titel „Deuts cheakademis che Runds chau" (D.A.R). Man darf sie getrost die führende allgemeinstudentische Zeitschrift nennen. Es liegt im eiger:en wohlverstandenen Interesse der jungen und alten Akademiker, gerade dieses Blatt mi Aufmerktsamkeit zu lesen, weil in ihm alle allgemeinen akademischen Fragen behandelt werden. Wir halten es für selbstverständlich, daß alle Verbindungen, A. H. B. A. H. B. und Landesverbände des K.C. die Zeitschrift halten und hoffen, daß auch viele einzelne Kartellbrüder bald zu den Beziehern und eifrigen Lesern gehören. Sie erscheint im Verlag „D i e S t u d e n t e nschaft", Göttingen, Jüdenstr. 21. In demselben Verlage erscheinen die „Hochschulblätter sür Leibesübungen", die vom „Deutschen Hochschulamt für Leibesübungen" als einziges amtliches Organ ftir den Akademikersport herausgegeben werden. Bei dem großen Interesse, das in unseren Kreisen für den Sport herrscht, sollen zunächst auf diesem Wege alle K- C.-Verbände ersucht werden, diese wichtige Zeitschrift zu halten. Andere Verbände, wie z. Bder S. C. haben den Bezug für alle Verbindungen obligatorisch gemacht.! Entwurf einer Ehrenordnung der Deutschen 1 Studentenschaft. Nachfolgender Entwurf einer Ehrenordnung wurde vom Studententag 1920 zu Göttingen einstimmig angenommen. Die Verhandlungen mit dem Preußischen Ministerium zogen sich bis zum Erlanger Studententag 1921 hin, da vorerst überall in Preußen örtlich die Durchführung der Verordnung des preußischen Ministers sür Wissenschaft, Kunst und Bolksbild:mg