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KC-Blätter · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 5

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Journal
KC-Blätter
Volume
1922
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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s Berichtigung. Durch ein Versehen des K. C.- Büros ist der Redaktion der K. C -Blätter ein falscher Beschluß in der Zionistenfrage übermittelt worden. Der auf dem K. C.-Tag im Oktober angenommene Antrag hat nicht die Fassung, wie sie auf Seite 142 der K. C-Blätter Oktober-November-Dezember 1921 wiedergegeben ist, sondern folgenden: 1. Das Bekenntnis zum Ratronaljudentum ist mit der Zugehörigkeit zum K. C. nicht vereinbar. 2. Der Verband lehnt die Förderung kulturzionistischer Bestrebungen ab. 3. Die Zugehörigkeit von Aktiven und Inaktiven zu zionistischen Organisationen ist unzulässig. 4. Allen Angehörigen des Verbandes ist eine öffentliche Betätigung, welche gegen die Ziele des Verbandes verstößt, untersagt. Erklärung. Verschiedene Sätze in der Umschau der Novembernummer 1919 haben bei den Korporationen des B. C. großen Unwillen erregt. Wir haben inzwischen erfahren, daß die Voraussetzungen, auf denen die gegen die jüdischen Mitglieder der paritätischen Korporationen gerichteten Vorwürfe beruhen, auf die Angehörigen des B. C. nicht zutreffen. Ohne von unserem prinzipielleu Standpunkt abzuweichen, nehmen wir die Vorwürfe, soweit sie den B. C. treffen konnten, zurück und erklären, daß sie besser unterblieben wären. Die Schriftleitung der K. C.-Blätter. rendenzrede rum 18. Stiftungsfest der Vladrlna (26.11.1921)- Bon Ernst Selig mann (Viadr). Was sonst im allgemeinen an dieser Stelle als Tendenz behandelt zu werden Pflegt, stellt lediglich eine Erläuterung und Rechtfertigung! der bestehenden äußeren Formen unseres Verbandes dar, ohne Zusammenhang mit seinem wahren Wesen. Und darunr mag ein festlicher Tag, wie der heutige, besonders geeignet sein, uns wieder auf diesen für unser ganzes Berbandsleben entscheiderrden Zusammenhang zu besinnen. Die meisten erkennen ihn rncht und erblicken daher in den äußeren Funktionen das Wesen. Tendenz aber ist nur das aus dem Wesen geborene Wollen, und die Frage nach ihr zwingt uns daher, uns über dies Wesen Klarheit zu geben. Wären die äußeren Beziehungen, die in Wahrheit nur eine Seite vom Gesamtkomplex der Funktionen darstellen, Zweck und Ziel der Verbindung, so wäre diese ein reiner Zweckverband und in nichts verschieden von einem Verein. Das aber eignet der Verbindung als grundlegend unterscheidendes Merkmal, daß bei ihr kein äußerer, wesensfremder Zweck die Triebkraft ihres Zustandekommens bildet, sondern ein sozusagen immanelcker Zweck, der die Gemeinschastsbildung zum Selbstzweck erhebt. Diese teleologische Grundtendenz, daß der Zweck als primär den zu seiner Verwirklichung führenden Trieb im Unbewußt-Jnstinkthaften hervorruft, weist überall, wo sie auftritt — in der Natur zum Beispiel — aus das Walten einer höheren Gesetzmäßigkeit hin- Sie zwingt daher auch uns, unserer Gemeinschaft einen ethischen Inhalt zuzuerkennen. Und dieser liegt für unseren Bund von gleichaltrigen, werdenden Menschen vor allem in der Freundschaft. Allerdings nicht in denr leider abgegriffenen Sinn, der heute diesem Wort inr allgemeinen zukommt, sondern in der höchsten Bedeutung, so wie etwa Schiller sagt: „Wem der hohe Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein." Die Frage nach dem Wesen dieser Freundschaft rührt an Dinge, die nur erlebnismäßig zu erfassen sind. Der nach Vollendung Strebende bedarf der Beziehung von Mensch zu Mensch. 'Wohl ist es seine Seele, die ihn emporführt, aber zuerst muß er ihre Tiefen ergründet haben. Und da ist es die Gemeinschaft von Mensch zu Mensch, die in Augenblicken höchst gesteigerten Erlebens denr Menschen neue Wege zu sich selbst erschließt und ungekannte Tiefen seines Inneren erleuchtet. So erlebt der Mensch in anderen sich selbst und wird sich durch solche Empfängnis der in seinem Inneren ruhenden, der Auslösung harrenden Kräfte und Inhalte bewußt. Hat er sie erfiihlt, so wird er sehend. Er sieht die ganze Welt wie durch die Gläser einer Wnnderbrille: Intuitiv erfaßt er die Synthesis Welt und erlebt, über die Erscheinungsformen hinausdringend, hinter ihnen die einende letzte Wahrheit, das Unendliche. Wir befindeil uns hier in einer Wechselwirkung. Die Gemeinschaft trägt mit dazu bei, uns das Unendliche in nns erleben zu lassen. Andrerseits aber setzt uns dies Erleberr wiederum erst instand, die richtige Stellung zur Gemeinschaft zu gewinnen, indem wir die auch hinter ihren Erscheinungsformen als ihr wahres Sein liegende Idee der Gemeinschaft intuitiv erfassen. Auck» die Gemeinschaft ist vom Strom das Unendlichen durchflossen, und diese Idee ist das Siegel, das sie vonl Unendlichen hält; indem wir sie erleben, strömt das Unendliche in uns mit dem Unendlichen der Gemeinschaftsidee zusammen. Das aber ist unser Aufgehen in der.Gemeinschaft, wie es vollendeter rncht zu denken ist. Das Erlebnis! der Gemeinschaftsidee ist daher der Kern des Berbindungslebens, um den sich alles andere gleich der Schale herumlegt: von ihm aus sind rrns die Beziehungen zu allen Erscheinungsformen gegeben. Dann sehen wir in ihnen Offenbarungen jenes Erlebnisinhaltes und durchdringen sie mit seiner Tiefe. Ohne die Wurzel der einenden Idee sind sie undenkbar, tot und inhaltlos, und darum muß das Klammern an sie ohne Erfassen der ihnen zukommenden Idee zu vollkommener Veräußerlichung und Haltlosigkeit führerr. Die Gemeinschaft wurzelt in ihren Trägern und gewinnt also erst im erlebenden Bewußtsein dieser Leben und Existenz. Und deshalb ist das Verbindungsleben, das wir vor uns sehen, vorab von dem Ideal durch Welten getrennt. Denn die übergroße Mehrheit ist des Erlebens, inneren Schauens nicht fähig; in dem Augenblick, da sie sich gewiß jenem vom Zweck bestimmten Trieb folgend zur äußeren Kollektion zusammengefunden haben, versagen sie: wenn es nämlich gilt, das wohl äußerlich Angenommene erst innerlich zu erwerben. Und weshalb? Weil sie auf dauernder Flucht vor ihrem Innern sind, statt es zu suchen. Und, nicht fühlen wollen, daß die äußere Welt, der sie nachjagen, nur die Welt des Scheins, die innere die wahre Welches Seins ist: wer den Weg zu ihr gefunden, weiß sich in

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