KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 10-12
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 164 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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M HvmrgeL im bürgerlichen Recht von Dr. Karl >H/einheimer. Geh.'Hofrat, Prof, an der Universität . Heidüberg, Verlag Otte Liebmann, Berlin 1921. " -Die -ritte Auflage bringt eine ganze Reihe von neuen, - juristisch sehr anregenden Fällen. Die Fälle, die direkt äüs ..demLeben gewählt sind, scheiden sich in solche '-für ^Anfänger und Fortgeschrittene. Neben einfachen, 'dem Gesetzestext airgepaßten und danach zu lösenden finden sich/Fälle, bei denen erst aus dem Wortlaut der Tatbestand und auf diesem die juristischen Fragen zu entwickeln sind. Diese letzteren sind allerdings z. sehr schwierig und dem Studenten, der nicht erkennt, daß sie nicht für ihn .bestimmt sind, werden sie .manch Kopfzerbrechen bereiten. Es hätte sich vielleicht eine deutliche Scheidung der beiden Kategorien empfohlen. Auf die Rechtsprechung des R.G. ' Und einzelne Fälle sehr glücklich abgestellt. Das Büchlein kann ledern Studenten und Referendar zu eingehender Durcharbeit nur empfohlen werden. typische Prozesse. Ein Zivilprozeßpraktikum. .5. Auflage von Dr. Karl Heinsheimer, Geh. Hofrat, f-rof. an der Universität Heidelberg, Verlag Otto iebmann, Berlin 1921. — Dieses Praktikum zeichnet sich besonders durch seinen systematischen Aufbau im allgemeinen und der Fragen der einzelnen Fälle im besonderen aus. Das ganze Gebiet des Prozeßrechtes ist besprochen. Die Fragen sind so formuliert, ' daß der Student, der sich eingeherch mit den Fällen befaßt, bald merken wird, wie ein. Prozeß anzufassen ist mrd worauf es im einzelnen dabei ankommt. Die Fälle, deren materiellrechtliche Seiten in sehr geschickten Fragen auch Behandlung finden, sind aus der /Praxis entnommen und geeignet, wirtschaftliche Erfahrung neben rechtlichen Kenntnissen zu ge&en. ZuiN Selbststudium und auch größerem Repetitorium ist das - Praktikum sehr geeignet. Übungen im Strafrecht und Strafprozeß von Graf zu Dohna, ordentlicher Professor an der Universität Heidelberg, Verlag Otto Liebmann, Berlin 1921. — Der 1. Teil dieses Praktikums bildet das Gegenstück in strafprozessionaler Hinsicht zu dem obigen Heinsheimerschen Praktikum. Die.sehr gut zusammengestellten Fälle in Verbindung mit den genau bis ins einzelne gehenden Fragen werden dieses Buch in der Strafrechtlfteratur bald eine angesehene Stellung einnehmen lassen. Die Straftechtsjudikatur des RG. ist in einzelnen Entscheidungen tznit Gründen) zwecks kritisHer Nachprüfung vertreten. Sehr interessant sind die fingierten R.G.-Entscheidungen. Falle und Frage» des Staats» and BerwattungSrechts von vr. Gerhard Anschütz, Geh. Hoftat, ordentlicher Professor der Universität Heidelberg, 3. Auflage, Verlag Otto Liebmann, Berlin 1921. — Dieses Buch ist zur Examensvorbereitung für jeden unbedingt notwendig. Die 3. Auflage bringt Fälle aus dem Staatsrecht, wie es nach der Revolution geschaffen worden ist, wobei aber in der Erkenntnis, daß. das frühere Staatsrecht für unsere heutige Gesetzgebung von großer -Bedeutung ist, lehrreiche Fälle aus den früheren Aufnahmen stehen geblieben sind. Das Polizeirecht, das in dieser Auflage einen größeren Umfang, angenommen hat, ist ganz ausgezeichnet behandelt. vr. F. L. Aus dem Philoverlag. Der äußerst rührige und umsichtige Philo- Derlag bringt nrie&eum einige Neuerscheinungen, die im Abwehrkampfe wichtiges Material bieten und die in den Bibliotheken der Verbindungen wie der ein? zelnen K. C.er unter keinen Umständen, fehlen dürfen. In der Sammlung „Das Li cht" erscheint als viertes Heft ein .Buch von Landesrabbiner Dr. Rieger, Braunschweig, welches „Vom HeimatSrecht der deutschen Juden" betitelt ist. .' Rieger spricht nicht über die Dinge, sondern die Tatsachen reden selber. Auf sechundzwanzig Seiten bietet das Buch eine unendliche Fülle von historischen Details, die das Recht der deutschen Juden auf ihre Heimat erweis«:. Ihr Zusammenhang mit der Umwelt, - in Sprache, Kleidung und Sitte ihre Berufe und Gewerbe, ihre Verdienste um die deutsche Literatur, alles wird mit genauen Belegen kurz und knapp, aber erschöpfend dargestellt. Die deutsche« Juden als Soldaten im Kriege 1914—1918. Eine statistische Studie von vr. ök. publ. Jacob S eg all. Mft einem Vorwort von Prof. vr. Heinrich Silbergleit, Direktor des statistischen Amtes der Stadt Berlin. — Von diesem Buche wird noch oft die Rede sein, straft es doch die Verleumdungen unsere Feinde Lügen und zeigt es doch, wie groß.in Wahrheit der jüdische Anteil am Kriege war. 100000 Juden haben am Kriege teilgenommen, 80000 waren an der Front, 12 000 sind gefallen, 35000 erhielten Kriegsdekorationen, 23 000 wurden dekoriert und davon 2000 zu Offizieren. Wenn man bedenkt, daß hier in mühseliger Arbeit ohne die Hilfe eines amtlichen Apparates die Zahlen gesammelt werden mußten, wird man einsehen, daß die obigen Wahlen eher zu niedrig als zu hoch sind. Gediegenheit in der Methode, äußerste Vorsicht in der Verwendung der Zahlen und in den Folgerungen machen das Buch zu einem wissenschaftlich unanfechtbaren Werke, dem von der Fachwissenschaft das beste Zeugnis ausgestellt wird. Die Juden in Europa? Rede gehalten in der Festsitzung der Münchener Akademie am 25. Juli 1881 von Ignaz von Döllinger. — Die bedeutende Rede des großen Theologen der Vergessenheit entrissen zu haben, ist ein Verdienst. Vom historischen Standpunkte dem Judenhaß entgegentretend ist sie heute mehr denn je geeignet Aufklärung zu schaffen und mft zum Ausgleich beizutragen. Zionistische Literatur. Von Gegnern zu lernen ist .keine Schande. Von den Zionisten könnte man lernen, wie man eine wirksame Literatur schafft. Sowohl was die Bearbeitung der praftischen Probleme anbetrifft, wie auch die Darstellung der Theorie arbeitet man auf zionistischer Seite musterhaft, und Bücher sind' die beste Propaganda für die Bewegung. Von einigen neuen Büchern, die auch für uns Gegner von größtem Interesse sind, soll heute die Rede sein. In .ganz vorzüglicher Ausstattung ist zunächst einmal im Berlage von M. W- Kaufmann in Leipzig ein jüdischer Almanach für das Jahr 5682 * 1921/22 erschienen. Herausgeber ist Raphael Chamizer in Leipzig. Dieser Almanach ist nun einzig in seiner Art, weil er vornehmlich die Urkunden selber reden läßt; er druckt längst vergriffene Schriften und Redenab, die für das Verständnis des Zionismus unerläßlich sind. Kalischer, Moses Heß, Pinsker, Herzl und Nordau kommen neben vielen neueren zu Worte, und man darf doch sagen, daß für jeden, der über die Entwicklung des Nationaljudentums sachverständig reden will, dieser schmucke, glänzend ausgestattete Band, den die Bilder der Führer der alten Generationen schmücken,' ein unentbehrliches Hilfsmittel sein wird. kiLl ." . ... - .1*. .