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KC-Blätter · 1921-07-01 · Heft 10-12 · p. Seite 160

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 10-12
Date
1921-07-01
Page
Seite 160 (sequence 26)
Language
German
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liefen des «nterilaitifchen Wirtschaftslebens hat Angewöhnlich viele Mänüer und Frauen Veranlaßt, die unfreiwillige Pause im Erwerb dazu zu benützen, auf die Schulen zurüätzukehren und -sich dort für bessere Zeiten, d. h. für Zeiten besserer Konjunkturen vorzubereiten.. Der Zudrang verteilt sich ziemlich gleichmäßig auf die verschrienen Fakultäten und Schulgattungen und ist in allen Gegenden den der Bereinigten Staaten gleich stark. Eine weitere Erklärung für diesen nie dagewesenen Zudrang liegt darin, daß der Wert einer höheren Erziehung in den Bereinigten Staaten immer mehr erkannt wird- Besonders der Heeresdienst soll in dieser Richtung bestimnteitd gewirkt haben; die Offiziere wurden meist aus den im Heere dienenden Hochschülern gewählt, und die Beförderungsmöglichkeiten waren für die auf höheren Schulen Ausgebildeten besonders günstig. Tagung des Reichsbundes Deutscher demokratischer Studeuteuvereine. In Jena tagten am 6. und 7. Oktober die Vertreter der Deuts chen demokratis chen Studenterrvereine fast aller Hochschulen des Reiches und Deutsch-Österreichs unter Beteiligung der Professoren und Arbeitnehmervertreter. In reger, fruckMarer Aussprache wurde, an Referate anknüpfend, das Verhältnis von „Demokratie, und Hochschule" und die Stellungnahme zur Hochschulpolitik erörtert. Man war einstimmig der Ansicht, daß es die Aufgabe der demokratischen Jugend sei, den denrokratischen Staat mit wahrhaft demokratischem Geiste zu erfüllen und daß in bezug auf die Hochschulpolitik jegliche parteipolitischen Bestrebungen abzulehnen seien. Dte Hochschulpolitik muß sich aus dem Wesen der Hochschule ergeben, die Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit erfordert. Eine starke Bindung an die Partei wurde abgelehnt. Die demokratischen Studenten gehen in dieser Beziehung dieselben Wege, wie die demokratische Jugend, als deren Glied sich die Studenten auch betrachten, und mit der -eng zusammenzuarbeiten, als besondere Aufgabe der demokratischen Studenten herausgestellt würbe. Nach der Tagung wurde am Abbe-Denkmal ein Kranz niedevgelegt, der bekunden sollte, daß die Studenten den Vorkämpfer für sozialen Ausgleich verehren und bestrebt sein wollen, für diese große Idee zu wirken. Gesellige Veranstaltungen umrahmten die Tage und trugen dazu bei, in persönlicher Aussprache die angeregten Gedanken zu vertiefen. ProruotiouSgebühren an den deutschen Universitäten. Die Umfrage der Akademischen Auskunftsstelle über die Höhe der Promotionsgebühren an den deutschen Universitäten hat ergeben, daß diese im allgemeinen der durch die Geldentwertung bedingen Preissteigerung noch picht gefolgt sind, so daß wenigstens die Erlangung akademischer Grade bedürftigen Studierenden gegenüber der Vorkriegszeit noch nicht erschwert erscheint. Die Gebühren für freit Lic. theol. schwanken zwischen 185 Mk. (Berlin) und 600 Mk. (Gießen), meist etwa 250—400 Mk. (Leipzig 250 Mk.), die für den D. theol. zwischen 340 Mk. (Bonn) und 600 Mk. (Gießen und Leipzig), meist ungefähr 450 Mk. Für den Dr. zur. sind 340 Mk. (Bonn, Frankfurt) bis 800 Mk. (Leipzig) zu zahlen, gewöhnlich ungefähr 350 bis 500 Mk. Die Kosten des Dr. rer. pol. schwanken zwischen 300 Mk. (Leipzig) und 600 Mk. (Gießen). Meist..sind sie denen des Dr. zur. ungefähr gleich. Ein Dr. med. hat in Leipzig 320 Mk., in Gießen 600 Mk. " zu erlegen, meist aber zwischen 350 Mk. und 500 Mk. 1 ein Zahnarzt in Leipzig dasselbe wie ein Mediziner, ' in Breslau 532 Mk., im allgemeinen etwa dasselbe 'oder etwas mehr als ein Mediziner. Sehr teuer erscheint der Drpbil. vet.: 300 Mk. Hamburg, 960. Mk. Leipzig. Dagegen hat es der Dr. pdil. wieder besser: er zahlt in Kiel 200 Mk., in Gießen 600 Mk., meist .250—400 Mk. (Leipzig . 250 Mk.). Wo . ein besonöerer Dr. pbil. nat. existiert, sind die . Kosten dieselben wie für den Dr. pbil. Ausländer zahlen teilweise noch denselben Betrag, teilweise bis zum Dreifachen, ja in Würzbuvg evtl. (nach Valutastand) sogar das Zehnfache. Auffällig ist die Verschiedenheit der Kosten, in der die Traditionen der einzelnen Universitäten zum Ausdruck kommen. Da eine Ausgleichung wohl nur durch Erhöhung der niedrigen Gebühren möglich' wäre, ist sie. vom Standpunkt des Promotionsrechts aus wohl nicht zu begrüßen. (Das genauere Material über jede einzelne Universität liegt in der Akademischen Auskunftsstelle (Leipzig) zur Einsicht aus.) - Neue Gebührenerhöhung auf den Universitäten. Die aus der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage sich ergebende außerordentliche Vermehrung aller finanziellen Bedürfnisse der Universitäten und Technischen Hochschulen hat nach dem Vorgang anderer deutscher Hochschulstaaten., nun auch die preußische Unterrichtsverwaltung gezwungen, die Kolleggelder und sonstigen Hochschulgebühren zu erhöhen. So sehr diese Maßnahme im Hinblick auf die wirtschaftliche Bedrängnis eines großen Teils der Studentenschaft zu bedauern ist, so war sie schließlich unvermeidbar geworden, wenn die' wissenschaftliche Höhenlage unserer Hochschulbildung überhaupt noch gehalten werden sollte. Insbesondere die Aufwendungen für die medizinischen und naturwissenschaftlichen Institute, aber auch die Kosten für die Erhaltung und den iwtwendigsten . Ausbau der geisteswissenschaftlichen Seminare und der Bibliotheken sind so gestiegen, daß ohne eine Erhöhung der Gebühren für die Benutzung dieser Einrichtungen ihre Aufrechterhaltung sich als unmöglich erweist. Weit mehr als früher sind bei der gelvaltigen Verteuerung der Preise für Bücher und Apparate die Studenten auf die staatlichen Büchereien und Jnstitutseinrichtungen angewiesen. So kommen die von der Studentenschaft neu aufzubringenden Beträge zum größten Teil ihnen selbst wieder zugute, zumal ein anderer Teil der sozialen Fürsorge für die Studentenschaft wird zugewendet werden können. Die Kolleggelder sind von 8 auf 10 Mk., also um 25 v. H. für die Semesterstunde erhöht; die Seminargebühren und im allgemeinen auch die sonst erhobenen Gebühren (für Immatrikulation, Benutzung der Auditoren und dergl,.) sind verdoppelt worden. Die Neuregelung tritt mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. in Kraft. Hochschul - Archiv der Deutschen Studentenschaft. Das von Prof. Dr. Ssymank geleitete Hochschularchiv zu Göttingen konnte am 1. Okt. d. I. auf ein Jahr des Bestehens zurückblicken. Diese als wissenschaftliches Forschunsinstitut für Hochschulkunde gedachte Einrichtung, welche die Gesamtorganisation der Deutschen Studentenschaft aus eigenen Mitten geschaffen hat und erhält, hat sich außerordentlich günstig entwickelt, wie die nachstehende Statistik zeigt. Es waren vorhanden!: Geb.Bll.ier Brokchllreu Elnzebl. jjrl-iär.-Nrn. am 1. Oktober 1920: 115 1457 741 1768 am 1. Januar 1921: 137 2487 1201 2329 am 1. April 1921: 170 3376 1902 2923 am 1. Juli 1921: 222 4256 2539 5349 am 1. Oktober 1921: 320 4771 3021 6549 Die. junge Schöpfung der Deutschen Studentenschaft hat in weitesten Kreisen große Beachtting gefunden.

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