KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 10-12
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 155 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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ISS)? Hier soll nicht die Judenfrage grundsätzlich aufgerollt werden. Nur soviel soll gesagt werden, daß Bloems Forderung dem gesunden völkischen Emppfinden jüres d e u t scheu Studenten glattins Gesicht schlägt. Der von Bloem vertretene Standpunkt ist ja grade jenes unselige „Staatsbürgerprinzip", das Ln unheilvoller Weise auf dem Erlanger Studententag die endlich erreichte, machtvolle Einheit der deutschen Studentenschaft wiä>er. zerschlug; der großdeutsche Gedanke hat in der Studentenschaft einen schweren Schlag erhalten. Die Schuld daran hängt an jenen, die das „Staatsbürgerprinzip"' vertraten, und sie wird auch Walter Bloem nicht von seinen Rocksch.ßen schütteln können. Doch das gesunde völkische Empfinden läßt sich auch durch „Gebote" nicht niÄ>erknüppeln. Das möge sich Walter Bloem gesagt sein lassen. Das letzte Wort über die Zusammensetzung der deutschen Studentenschaft ist noch nicht gesprochen. Die Beantwortung der Frag«: „Wer ist dein Kommilitone"? steht noch aus. Mer schon regt es sich in allen Kreiserr der Studentenschaft, um die Aufhebung der unseligen Erlanger Beschlüsse durchzusetzen. Hoffen wir, daß es der deutschen Studentenschaft gelingen tnöge, die nottvendige Einheit wieder herzustellen und ihr stolzes Gebäude so auszubauen,.wie es ihrer völkischen »Sinnes- und Wesensart entspricht. Wir Turnerschafter wollen unser Teil mit dazu beitragen. Die Turner waren schon lange stramm antisemitisch. Ihr Muhm läßt auch die Sänger nicht schlafen. In Nr. 3 der „Akademischen Sän g er-Zeitung" nimmt man zur„Indenfrage in Österreich". Stellung. Wes Geistes der Verfasser ist, mögen einige Stilblüten beweisen: ' Es sei aber betont, daß auch bei uns noch lange nicht die Gesamtheit, nicht einmal noch der größere Teil der Bevölkerung zu den antisemitisch Erleuchteten (!!!) gehören. Dazu ist die Gegenwehr der Juden iwch immer viel zu stark. Ein Liberalismus aber, wie ihn erst wieder der Erlanger Studententag bewiesen, findet sich bei uns doch nur mehr in den judensliberalen Blättern unserer verseuchten Presse. Auf den Werken eines Housten S. Chamberlain, Theodor Fritsch, Otto Weininger und Arthur Trebitsch hat man rn letzter Zeit einen theoretischen Antisemittsmus aufgebaut, der nicht nur jedwede Gehässigkeit peinlichst vermeid^ (Au! Die Red. der K. C.-Blätter) und «die Sache dort anpackt, wosie anzupacken ist, nämlich von der geistigen Seite, sondern der auch den Ansprüchen allzu gewissenhafter deutscher Objektivität Genüge leistet. , Mag man auch in Deutschland oder Oesterreich jedem .zugereisten Kongvneger das Staatsbürgerrecht zugestehen; seine geistige Persönlichkeit aber mit der Staatsbürgerschaftserklärung .ungeschaut in die kulturelle und geistige Gemeinschaft des Volkes ausnehmen und sie vielleicht gar noch dort führend wirken lassen zu wollen, ist.einer der unheilvollsten Jrrtümer, dem „deutsche Libertät" je verfallen konnte. Mit dem Judentum ist es uns so ergangen. Die Folgen zeigen sich auch.überall dort, wo der Fremdling in unser -Geistesleben eingedrungen ist und sich außerdem noch der Führerschaft bemächtigt hat. Nach dieser recht scherzhaften Auffassung wird der Verfasser etwas Deutlicher: Solange aber das deutsche Volk jeden. X-beliebigen für einen Ehrenmann hält, — „solange er nicht das Gegenteil bewiesen" — solange wird es eben in dieser Frage, in der man es für gewöhnlich nicht mit Ehrenmännern zu tun' hat,, nicht besser, ft immer nur schlechter werden. Mit besonderer GemM tung gedenken wir Oesterreicher der Angelegenheit-? „Einstein und die -Berliner Studenten". Hier haß?" sich zum erstenmal die erwähnte Anschauung Bahn! gebrochen. Hätten die Deutschen seit Jahrzehnten?;? diese 'Art geistiger Führer ebenso entschieden abgxL'-? lehnt, wie es in diesem einen Fall die Jugend gaiW^ instinktiv gemacht hat, sie hätten es derzeit kaum?? nötig, 'an der Hand eines Scheidemänn, Haase^ Stegerwald »und Rathenau durch eine allzu trübe?:? Gegenwart zu wandeln. Wir sprechen hier bewußt einer rassischen Unduldsamkeit das Wort, denn wir Oesterreicher haben es an. eigener Haut erfahren, daß es im Kampfe mit dem. „ewigen Judentum", aller Menschheitlichkeit zumTrotz, „-.y? immer noch tausendmal besser ist, Hammer als Ambos .,?■ zu sein. ' ' :v. Weiteres sei dem Leser geschenkt. Pikant ist? nur, daß gerade der Weimarer V.D^S. Judenin größerer Zahl zu seinen „Alten Herren" zählt. . Eine der Leipziger Verbindungen hat sogar einen :t Juden im Vorstände des A. H. V. Seltsame Leute " sind doch unsere deutschvölkischen Herrm, ob sie nun turnen oder singen! , In der „Hochschule" (Heft 6 vom September 1921) nimmt Naumann auch auf akademischem " Boden Stellung zur Judenfrage, und man muß. ihm zugestehen, daß sein Vorgehen hier nicht so judenfeindlich wirkt, wie es erst jüngst durch den. berüchtigt gewordenen Artikel im „Tag" geschah. Ebenso hat er auch in der Zeitung seines Verbandes, des B.C. („Deutsche Hochschule" vom November 1921) eine Auslassung veröffentlicht/ aus der wir wegen der charakteristischen Ausblicke in soirst Verschlossenes einen Abschnitt wiedergeben: Der Einwaud, den man von mancher Seite hört, wenn man den Versuch macht, die Judenfrage innerhalb unserer Korporationen offen zur Sprache zu bringen, ist gewöhnlich der, man „dürfe mit Rücksicht auf die nichtjüdischen Verbandsbrüder der Erörterung . dieser nur für einen Teil der Verbandsangehörigen wichtigen Frage keinen zu breiten Raum geben". Ich - meine, daß jemand, der diese Ansicht aüsspricht, von unseren nichtjüdischen Verbandsbrüdern eine nicht allAN schmeichelhafte Auffassung hat. Sollte es wirklich nichtjüoische Verbarwsbrüder geben, die sich durch eine' Erörterung der Judenfrage unangenehm berührt fühlen, so würde ich diese Herren lieber außerhalb als innerhalb unseres Verbandes sehen, denn sie würden eine Art von „Renommierchristen" darstellen, mit der man wirklich nicht renommieren kann. Unser Verband beruht auf dem Grundsatz der Parität. Ein nichtjüdischer" Akademiker, der die Parität nur so auffaßt, daß' er gönnerhaft genug ist, sich mit jüdischen Kommilitonen an den Biertisch zu setzen unb auf die Mensur stellen, der aber von den für die gleichen Kommilitonen^ lebenswichtigsten Dingen nichts hören will, gehört, meiner Überzeugung nach nicht in unseren Verband. t Wir dürfen uns nicht darüber täuschen, daß die übrigen - Dingeoie in unseren Korporationen getrieben werden, wie Fechten, Sport, Trinken, Geselligkeit und'? persönliche Freundschaft dem Nichtjuden auch in emo? großen Anzahl anderer akademischer Korporationen gei3. boten werden. Ein Nichtjude, der sich trotzdem enb- - schließt, gerade in eine nationalfreiheitliche Korporation - y