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KC-Blätter · 1921-07-01 · Heft 10-12 · p. Seite 152

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 10-12
Date
1921-07-01
Page
Seite 152 (sequence 18)
Language
German
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Andere Verbände haben zur Judenfrage einmal Stellung genommen, der A.D.B. übt diese Tätigkeit fast gewohnheitsmäßig aus. Warum? Wer diese wiederholten Deklamationen liest, kann gar nicht anders schließen, da doch die Herren selber von ihrem eigenen Judenhaß überzeugt sein werden, als daß man auf die Gesinnungswandlung besonders nachdrücklich weisen wolle. Ich. kann nicht wissen, ob Herr Dr. Wolfs zu den vielen A. D. B.ern jüdischer Abstammung gehört. Aber aus seiner mrd seines Verbandes Stellungnahme klingt das Bemühen heraus, das so oft bei jenen festzustellen ist, die einen radikalen Gesinnungswandel durchgemacht haben. Der A.D.B. galt einst unbestritten als die „Judenschutztruppe". Diese Vergangenheit will er nun vergessen machen. Darin liegt des Rätsels Lösung und auch der psychologischje Beweis für die Richtigkeit unserer Anschauung. Daß Herr Dr. Grote das nicht versteht, tut mir leid. Daß er von einem Abrutschen in die vornehmen Kampfmethoden des stammverwandten (!) Berliner Tageblatts spricht, kennzeichnet seine Gesinnung und nicht meine. Schließlich noch ein Wort dazu, daß der K. C., „der die Pflege deutschvaterländischer Gesinnung auf seinem Programm hat, seine Kräfte in praxi, fast ausschließlich der kritiklosen und unterschiedslosen Verteidigung des Judentums widmet". Ich fordere den Herrir Dr. Gr. hiermit auf, für diese seine kühne Behauptung den Beweis zu liefern. Falls Herr Dr. inr. Otto Grote sich nicht begreiflichen Vorwürfen aussetzen will, muß er sich etwas näher zu seinen Verdächtigungen äußern. Wir ersuchen ihn darum, und werden später auf die Angelegenheit zurückkommen. An dieser Stelle sei auch darauf aufmerksam gemacht, daß als Nr. 6 der Serie C der von 'Privatdozent Dr. Ernst Grünfel d-Halle herausgegebenen Hochschul-Hefte (Verlag von Max Niemeyer, Halle a. Saale, 1921) eine Abhandlung über den K. C. erschienen ist. Kbdr. Dr. Hermann Berlak (Spr., Ghib.) schreibt über den „Kartellkonvent der Verbindung eir deutscher Studenten jüdischen G l a n b e n s (K. C.)." Auf dreizehn Seiten gibt er eine übersichtliche mrd klare Geschichte des Verbandes und eine Darstellung unserer Tendenzen. Das Heftchen wird beim Keilen und auch sonst zur Aufklärung vortreffliche Dienste leisten. Vielleicht liest es auch Herr Dr. Grote einmal durch, bevor er für seine Behauptungen den Beweis antritt. Auch die Zeitschrift „Kameraden" nimmt in der Nr. 7/8 .in einem Aufsatz von Otto Fel dm a n n Stellung zum K. C. Die „I u n g s ch a r", eine akademische- Kameradenvereinigung in Freiburg ist gegründet worden, und Feldmann versucht zu erklären, warum der K. C. den zur Universität kommenden Kameraden nicht genüge. Polemisch seinen . Anschauungen entgegenzutreten liegt kein Anlaß vor. Aus praktischen Gründen wäre es erst vomröten, wenn die Bewegung größere Ausdehnung gewänne. Theoretisch kommt aber eine Auseinandersetzung auf die Besprechung von grundsätzlichen Fragen der Erziehung hinaus, die demnächst in anderem Zusammenhänge behandelt werden sollen. Zum Erlanger Studenten tag. Die deutschösterreichischen und sudetenländischen Studentenschaften hatten bekanntlich eine seltsame Art von Deutschtum bewiesen, als sie lieber die Einheit der deutschen Studentenschaft in die Brüche gehen ließen als daß sie mit ihrer: deutschen Kommilitonen jüdischen Glaubens zusammenarbeiteten. Hinterher aber erfährt man, daß die forschen arischen Herren sich sehr wohl zu einer solchen Zusammenarbeit verstehen, wo sie sie brauchen. Die „Bosfische Zeitung" vom 13. 12. bringt aus der Feder Dr. Wilhelm M ommsens folgenden interessanten Prager Bericht, den wir auszugsweise wiedergeben, wobei als fast selbstverständlich vorausgeschickt sei, daß die „Rede- und Lesehalle" sowie die „Sozialistische Gruppe" auch Juden und 'Judenstämmlinge enthalten: Wie wir bereits erwähnt, gehören zur deutscher: Studentenschaft allein die völkischen Gruppen. Sie sind im wesentlichen in der „Germania" zusammengesaßt, die etwa 1700 Mitglieder zählt, und die mit ernigen kleineren Korporationen gemeinsam die sogenannte „Deuts charische Arbeitsgemeinschaft bildet. Diese „Deutscharische Arbeitsgemeinschaft" ist aber alles andere als ein Studenten-Ausschuß oder eine Studentenkammer im Sinne der Verfassung der deutschen Studentenschaft. Sie übt keinerlei Selbstverwaltungstätigkeit aus und ist auch von den akademischen Behörden nicht als Vertretung der deutschen Studentenschaft Prags anerkannt. In allen Arbeiten im Sinne der studentischen Selbstverwaltung arbeitet

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