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KC-Blätter · 1921-07-01 · Heft 10-12 · p. Seite 151

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 10-12
Date
1921-07-01
Page
Seite 151 (sequence 17)
Language
German
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Persönliche Beschimpfung' —. bie; „j ü bi s ch e n ober farbigen Weiber" sinb noch nicht vergessen.! — seinen Kampf gegen bie Juben führt. Daß auch in anberen Kreisen bie Genugtuungsverweigerung auf ähnliche Motive zurückgeführt wirb, mag ein kleiner Aufsatz von Erich Spechter in der Vossischen Zeitung vom 27. 9. betveisen. In diesem heißt es: Genugtuungsverweigerung. - Die straflose Beleidigung. Uns wird geschrieben: In dem Bericht über die 36. Werbandstagung des Kyffhäuser-Verbandes der Vereine Deutscher Studenten von Kurt Raudö (Hochschulbeilage der „Täglichen Rundschau" vom 18 Augusts finoet sich folgender Absatz: „Bon einer auch über den Rahmen des Verbandes hinausreichenden Bedeutung ist der Beschluß der Tagung es den aktiven Mitgliedern der V.B.D.St. zu untersagen, Juden mit der Waffe Genugtuung zu geben. Die Berbandstagung vertrat den Standpunkt, daß die ritterliche Waffe des Zweikampfes zu hoch steht, als daß man sie kreuzen soll mit den Trägern eines aus anderer Rassenart entstandenen und sich von dem germanischen wesentlich unterscheidenden Ehrbegriffes, mit den Vertretern einer Rasse, die versteckt und zäh deutsche Art im Kultur- und Staatsleben zu zersetzen strebt." Wer die Hetze Und die Treibereien von gewissen politischen Kreisen auch nur flüchtig kennt, wer weiß, wie namentlich von rechtsstehenden Politikern Seelenfängerei getrieben wird, den kann der Beschluß nicht überraschen. Es steht zu erwarten, daß der Kyffhäuser-Berband bald Nachahmer finden wird. Denn es wird eine ganze Anzahl Verbände geben, die nicht der Stimme der Vernunft folgen werden, sondern vor dem Borwurf der Schlappheit zurückschrecken werden. Was bedeutet der Beschluß des V. D. St.? Nichts anderes, als die Möglichkeit zu beleidigen, ohne Genugtuung geben zu müssen! Es bedeutet, die Außerrechtsetzung eines Teiles oer Studentenschaft bei Ehrenhändeln. Denn mag es noch hingehen, wenn sich ein B.D.St. bei Juden keine Satisfaktion holen will, so spricht doch der Beschluß allen Gesetzen des Ehrbegriffs, der Billigkeit Hohn, wenn man ihnen keine Genugtuung gibt, wo sie jeder andere bekommt! Nur eines verwundert': daß die Opfer politischer Drahtzieher nicht so weit gingen, ihren Beschluß auch den Alten Herren aufzuzwingen. Es ist tief betrübend, wenn man sieht, wie die Verhetzung immer mehr um sich greift in der deutschen Studentenschaft. Dies alles geschieht im Namen des „Aufbaus". Das ist aber nicht Aufbau, der getrieben wird, sondern Raubbau. Raubbau mit den Kräften des deutschen Bolkes. Der beschrittene Weg führt nicht a u f wärts, sondern a b wärts. Nicht eher wird die Arbeit der deutschen Studentenschaft gute Früchte tragen (der gute Wille soll nicht bestritten werden), bis sie ihre Ohren den' verhetzenden Einflüsterungen von rechts und links verschließt, bis sie erkennt, daß bas Ziel, das sie sich gesteckt hat, nur.dann zu erreichen ist, wenn sich alle Teile zu gemeinsamer, aufbauender Tätigkeit finden werden. Auch bie anberen Teile dieser Auseinandersetzung sinb sehr beachtlich. Ernsten Unwillen haben wir beim A. D. B. erregt, ber folgende Notiz veröffentlicht (Burschenschaftliche Wege, Heft 8, Seite 168): Zur Judenfrage. (K.C. -Blätter XI, Nr.. 7^ 8, 9). .Wie nicht anders zu erwarten war, haben die, K. C.'-Blätter, die neuerdings besonders gern deit" A. D. B. literarisch anremveln, auch ihre „Festnummerzum 25 jährigen Bestehen des K- C." mü Angriffen aus' unfern Verband gespickt, wobei es ihnen vor allem. der Vortrag unseres A. H. vr. Emil Wolfs (Weg und Ziel des A. D. B., Burschenschastliche Wege,Sonderheft Juli 1921) angetan hat. Es ist sattsam bekannt, daß der KE-, der die Pflege deutsch-vatevländischer Gesinnung auf seinem Programm stehen hat, seine Kräfte in praxi fast ausschließlich der. kritiklosen und unterschiedslosen Verteidigung des Judentums widmet. Daher ist es nicht zu verwundern,. daß die K-C.-Blätter aus der Arbeit unseres Bbr. Wolfs, die sich eingehend mit Fragen der deutsch-vaterländischen Gesinnung beschäftigt, einzig und allein die' Bemerkungen zur Judenfrage heraus- und Herunterreißen. Sie. zitieren aber auch diese nicht vollständig,. sondern suchen sich diejenigen Stellen heraus, die ihnen gerade in den Kram passen. Da sich ferner auch .trotz diesem Kunstgriff gegen die maßvollem Wolff'schen Ausführungen, deren Berechtigung verständige Juden wohl anerkennen dürsten, sachlich nicht' viel sagen läßt, so begnügen sich die KC.-Älätter mit der Behauptung, daß unser A. H. Wolfs „mit dem Rüstzeug gemeinster anttsemitischer Verleumdung arbeite", und daß er sich „durch derartige Verleumdungen und Schimpfereien die Seele erleichtet" habe. — Wir kennen unfern A. H. Wolfs gut genug, um zu wissen, daß seine „erleichterte Seele" durch diese Wutschreie der armen K-C.-Blatt-RedakLeure, die nun einmal mit geistigen Scheuklappen durch die. Welt laufen müssen, sicher nicht von neuem beschwert werden wird. — Ein erheiterndes Moment wollen wir zum Schluß unfern Lesern nicht vorenthalten, nämlich die für unsere Bundesbrüder gewiß überraschende Entdeckung der K- C.-Blätter, daß wir uns bei unserer Stellungnahme zu den Zeitfragen von dem Wunsch, nach Anerkennung „auf.oer andern Sette" bestimmen ließen. Nun wissen wir wenigstens, welches unsere Motive sind, und oer Herr Redakteur der K. C-Blätter hat sich ein gewaltiges Verdienst um die Geschichtsschreibung des A.D.B. erworben. Oder sollte dieser Herr am Ende doch ein wenig in die vornehmen Kampfmethoden des chm stammesverwandten Berliner Tageblattes abgerutscht sein? Den verständigen Juden, der die Ausführungen des Herrn vr. Wolfs als berechtigt anfehen wird, möchten wir einmal sehen. Nicht einmal die Naumannsche Richtung wird behaupten, daß es etwas anderes als Verleumdung und Beschimpfung sei, wenn Herr Wolff behauptet, daß durch die Juden die deutsche Bühne zum „pathologischen Seminar" und zu einer „Stätte überhitzter Erotik" Mrde, wenn er von einer ,>jübischen Diktatur über daZ^ deutsche Kulturleben" spricht, wenn er den „Dolchstoß von hinten", die „Massen-. b es erta tiv n im deut-s che n He er e" aufdas jüdische Konto setzt, wenn er der großen Masse des deutschen Judentums vorwirst, daß sie viel mehr Verständnis für das Gedeihen der eigenen Geschäfte (!!'!) als für die Seelennot der stammesbewußten Deutschen hat. Ein verständiger Jude und ein verständiger Christ, wird eher meinen, daß durch derartige Phrasen

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