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KC-Blätter · 1921-07-01 · Heft 10-12 · p. Seite 150

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 10-12
Date
1921-07-01
Page
Seite 150 (sequence 16)
Language
German
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-;m vvtT -.*■'* Hentralverein undkeinen Zionismus. Die Masse hMnserer EauLens-- und Stammesgenossen empfand direkt als etwas Unerhörtes, wenn einer der; Zeitströmung entgegen sich offen als Jude bekannte und zunächst vielleicht aus Ressentiment, '' chäld über in. vertieftem Bewußtsein seines Wertes als -Jude für die Gemeinschaft eintrat. In der -''Beziehung gMndlich Wandel geschaffen zu haben, C ist in erster Linie das Verdienst des K. C. und .namentlich seiner ältesten Organisationen und in ^diesem Zusammenhang darf auch hervorgehoben . werden, daß selbst das K. I. V. letzten Endes uns, dem K.C. seine Existenz verdanlt. Ich erinnere mich noch jenes Spvevenkonventes, in dem Adolf Friedemann und Max Oppercheimer sich die Erlaubnis zur Gründung des Berliner Vereins jüdi- ' scher Studierender -erbaten — und sie auch erhielten — mit der Begründung, daß es gelte, - auch die weniger waffenfähigen jüdischen Studen- - ^ten organisatorisch zusammen zu schließen und daß dazu—von seiner zionistischen Tendenz war dabei nicht die Rede — der Verein jüdischer Stu- . dierender nötig sei. Heute, am fünfundzwanzigjährigen Jubeltage des K. C. dürfen wir bei aller Anerkennung dessen, was auch von anderen Organisationen, vom Zentralverein wie vom Zionismus, in bezug aus die Hebung des jüdischen Selbstbewußtseins geleistet wurde, mit Genugtuung auf die erfolgreiche Arbeit zurückblicken, die wir als erste, lange vor allen anderen ausgenommen haben. In allem Unerfreulichen unserer Tage dürfen wir deshalb die Gewißheit in uns tragen, daß, gestützt auf die Organisationen, die im K. C. und in den größeren politischen Vereinigungen heute geschaffen sind, die deutschen Juden die Kraft besitzen werden, um sich denen gegenüber auf die Dauer durchzusetzen, die ihnen ihr deutsches Vaterland und ihre deutsche -Heimat rauben möchten. Unserer Jugend aber dürfen wir Alten sagen, daß das, was uns Alten einst ohne starke Organisation möglich war, ihnen auf die-Dauer erst recht gelingen wird: den Respekt vor dem deutschen Juden herzustellen und ausvechtzuerhalten, der die 'Grundlage für unsere persönliche Existenz als deutsche Juden wie die 'Grundlage der Weiterexistenz des Judentums in - den modernen Kulturstaaten überhaupt ist. Das Bewußtsein der historischen Leistungen unserer Väter und des Wertes, den sie mit allem, was das Judentum bedeutet, uns hinterlassen haben, wird uns die Erfüllung dieser letzten Endes auf politischem Gebiet liegenden Aufgabe erleichtern. Dr Max Mainzer, Badenia-Heidelberg, Spreviae. Umschau. Der K. C. in der Presse. Eine der letzten Nummern der „Burschenschaftlichen Blätter", des Organs der „Deutschen Burschenschaft" enthielt folgende Sätze: K. C. Der geschäftsführende Ausschuß des K.C. veröffentlicht in den K. C-Blättern einen Beschluß: „Studenten, die einem K. C.er gegenüber die Satisfaktion mit der Begründung verweigert haben, daß sie Juden grundsätzlich keine Satisfaktion gäben, darf auch keine Satisfaktion gegeben werden." Der Beschluß erscheint uns lediglich eine logische Folge der Beschlüsse anderer Verbände und Verbindungen, jüdischen Studenten keine Genugtuung.mit der Waffe, zu geben. Insofern brauchte man sich mit dem Beschluß nicht weiter zu beschäftigen. Auf das entschiedenste muß aber abgelehnt werden, wenn der geschäftMhrende Ausschuß des K. C. in der Begründung des Beschlusses folgende Stelle bringt: „J^erzeit werden unsere Verbandsbrüder dem bierehrlichen Gegner zur Verfügung stehen, niemals aber dem, der seine persönliche Feigheit hinter Dogmen und „völkischen Belangen" zu verschanzen sucht." Wir sind nicht in der Lage, mit dem K.C. über völkische Belange uns auseinanderzusetzen. .Aber wir hätten begrüßt, wenn der K. C. den Anhängern des Wäidhofener Standpunktes nicht persönliche Feigheit vorgeworfen hätte. Es macht einen merkwürdigen Eindruck, wenn der KE. erklärt, keine Genugtuung zu geben und im gleichen Augenblick denen, welchen er keine Genugtuung gibt, persönliche Feigheit vorwirst. Als einst jüdische Verbindungen, entstanden, gab man ihnen gern Satisfaktion. Die Bedenken stellten sich ein, als man merkte, daß die Juden sich nicht unter dem Hohnlachen ihrer Feinde widerstandslos zusammenhauen ließen, sondern den Säbel zur Verteidigung ihrer Ehre kräftig zu führen wußten. Die „völkischen Belange" sind, wie die Geschichte unserer Viadrina, Badenia und Sprevia jn erster Reihe beweisen, in nur allzuvielen Fällen das Mittel gewesen, um sich der studentischen Verantwortung für Beleidigung der Juden zu entziehen, um also Feigheit zu verberge it.1) Gegen diese historische Wahrheit läßt sich ebensowenig ankämpfen, wie gegen die Tatsache, daß man als beliebtes Kampfmittel gegen den K.C. die feige Denunziation benutzte, Daß die Burschenschaft sich nicht mit uns über „völkische Belange" auseinandersetzen kann, ist bedauerlich. Wir fürchten über, daß auch hierein klein wenig Besorgnis steckt, daß man aus dieser geistigen Mensur zweiter Sieger bleiben könnte, zumal wir uns. als Sekundanten auch mancher Burschenschafter bedienen könnten, die unseren Anschauungen von „völkischen Belangen" näher stehen als denen ihres Verbandes. Vielleicht blättert die Redlcktion der „Burschenschaftlichen Blätter" einmal in ihrem letzten und vorletzten Jahrgang nach. Im übrigen aber klingen die Vorwürfe direkt grotesk, da sie von einem Verbände ausgehen, der durch hetzerische *) Siehe Seite 148 dieser Nummer! .

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