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KC-Blätter · 1921-07-01 · Heft 10-12 · p. Seite 147

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 10-12
Date
1921-07-01
Page
Seite 147 (sequence 13)
Language
German
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freudig erregter Stimmung pilgerte man in spätes Stunde noch, auf daß der Abeich kein lediglich angebrochener sei, ins ©afö Fahrig, das Lokal, in dem der K- Ceinst das Licht der Welt erblickt hat. Der Eindruck, den der Kommers erweckte, war allenthalben günstig. Alle unsere Verbandsbrüder empfanden wieder einmal das stärkende, schöne Gefühl, einem ebenso umfangreichen wie wohlorganisierten Verband anzugehören, dessen Mitglieder treu, zusammenstehen. Die Philister aber haben die straffe Disziplin schätzen gelernt, welche die K. C.-Erziehung in unsere Reihen trägt, und gewiß, wie auch manche' Zweifler unter uns selbst, neuen Mut geschöpft zum Kampfe gegen den Antisemitismus, dessen Abwehr nur durch engen Zusammenschluß und einsichtige Leitung betrieben werden kann. Fastebenso groß wie die Einmütigkeit auf dein Kommers war jene, die auf dem ihm folgenden K. C.- Tag in Erscheinung trat. Über die dort stattgehabten Verhandlungen ist von anderer Seite zu berichten; sie zogen sich jedenfalls so lange hin, daß das Abendessen im großen Saal der „Gesellschaft der Freunde" erst verspätet seinen Anfang nehmen konnte. Die Zahl der Teilnehmer überstieg die kühnsten Erwartungen. Auch hier war man in fröhlicher, vielfach weinseliger Laune. Den Abschluß der Veranstaltungen bildete ein Ausflug, der uns mit den Damen unserer Verbindung zu heiteren: Tanz in Hünern vereinte, wo alte Semester einst Anlaß genommen hatten, Zeugnis für die Fechtschneidigkeit unserer Korporation abzulegen. — „'s war halt doch ein schönes Fest!" Mit dieser Empfindung sind die Teilnehmer samt und sonders auseinandergegangen. Wir aber sind der Ansicht, daß Breslau sich würdig gezeigt hat, die Wiege des K. C. zu sein. Fritz Berliner, Thur. einst und letzt.') Betrachtungen zum 25 jährigen Jubiläum des 8.c. Die Reihe derjenigen, die cut der Wiege des K. C. standen, beginnt sich mählich zu lichten. Von denen, die einst den Kartellvertrag zwischen der Breslauer Biadrina und der Badenia-Heidelberg Unterzeichneten, ruht der Breslauer Bevollmächtigte, Julius Cohn (Tetz), als Opfer des Krieges im Grabe, und von denen, die im August 1896 als offizielle Persönlichkeiten die Gründung des K. C. mitmachten, sind die meisten nicht mehr unter uns. Julius Krüger, einer der Vertreter der Biadrina, ein Mann voll Temperaments, ist vor fast 20 Jahren heinrgegangen; Oskar Magens, des nachmaliger: Führers der deutschen Ärzteschaft, ansprechende und sympathische Persönlichkeit weilt nicht mehr urrter den Lebenden; Leo Ehrenfried, der Festredner der Biadrina zunr großen Stiftungsfest, gehört äußerlich nicht mehr zu uns; Georg Fließ, wenn ich mich recht entsinne, damals der Vertreter der Sprevia, ist zwar, wie ich zu glauben allen Anlaß habe. Leider kamen die Ausführungen Mainzers zur Festnummer, die sehr früh abgeschlossen werden mußte, zu spät. in GesinnUNgs- und Denkungsweise noch der unsre, aber äußerlich auch von uns getrennt. Und der, der unmittelbar den Antrag zur offiziellen Begründung des K. C. gestellt hatte, Alfred Klee, der Vertreter der Licaria am Gründungstag des K. C., ist heute im zionistischen Lager, zu dem er sich .übrigens von jeher bekannt hatte. In den Schubladen und Kästen meines Hauses finden sich in Tausenden von Briefen und Karten zerstreut oder in wohl gesammelten offiziellen Berichten zusammengefaßt die Mosaiksteine, aus denen vielleicht ein anderer. Jüngerer einmal die Geschichte der ersten 25 Jahre des K. C. und die Geschichte der Heidelberger Verbindung Zusammentragen kann, wenn ich selbst, wie ich fürchte, über der gehäuften Arbeit des Tages dazu nicht mehr die Zeit finden sollte. Aber die Namen, die ich hier nannte, sollen denen, die heute im K. C. jung sind, genannt sein, in den Älteren aber mögen sie Stimmungen erwecken, die uns die Jüngsten kaum nachzusuhlen verprögen. . Ich denke an das Sommersemester 1891, als zum erstenmal Vertreter der Biadrina, die Inaktiven Max Davidsohn, der längst für uns verschollen ist, dieser als Sprecher, und Moritz Friedmann, aus Wurzburg zum Besuch der jungen Badenia in Heidelberg erschienen, die damals ihr inneres Leben erst ausgestaltete. Ich denke an den 20. Dezember 1891, als die kleine Schar der Heidelberger Verbindung — wir waren mit 3 Aktiven und einem Inaktiven ins 3. Semester getreten und hatten Pier neue Bundesbrüder gewonnen — zum erstenmal in Anwesenheit aller auswärtigen Bundesbrüder und der aus Mürzburg!erschienenen Viadrinen, Heimann, Aronsfeld, Hugo Ehrlich und David Krause, vor die Öffentlichkeit des Heidelberger jüdischen Philisteriums traten. Ich denke an meinen eigenen ersten Besuch' in Breslau, allwo ich in dm Pfingstserien 1893 von Berlin aus' meine Aufwartung machte und. fast alle alten Viadrinen kenNM lernte. Ich war damals, obzwar 7. Studimsenrester und vier Semester hindurch Chargierter gewesen, ob so viel ehrwürdiger bemooster Häupter, wie sie die für. meine heutigen Begriffe außerordentlich jungen alten Hervm der Biadrina in meinen Augen damals darstellten, so beschämt, daß ich nicht einmal auf die Begrüßungsworte eine Erwiderung fand. Aus all diesen Tagen stammen die Beziehungen, die ich im Laufe der Jahre mehr oder wmiger erweitern und auf fast alle K. C. er der .Vorkriegszeit ausdehnm konnte, Beziehungen, die schließlich auch nicht ganz ohne Einfluß auf die Entwicklung des K. C. geblieben sind. Wir waren damals bescheiden unb doch pon einer inneren Fröhlichkeit getragen, die manchmal der jüngeren Generation des K. C. zu

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