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KC-Blätter · 1921-07-01 · Heft 10-12 · p. Seite 145

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 10-12
Date
1921-07-01
Page
Seite 145 (sequence 11)
Language
German
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unsere Not gebieterisch nach Organisationnach gemeinsamer Abwehrfront gegen einen Feind, den zu vernachlässigen sich selbst aufgeben bedeutet. Und wenn es in unserem Tendenzparagraphen lautet, daß die Verbindungen im K. C. zum Zweck haben, den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein ihrer unlösbaren Zugehörigkeit zum deutschen Vaterlande in den Kampf um die Rechte des deutschen Judentums eintreten, so wollen wir aus der Bitterkeit unserer Zeit heraus uns die Frage vorlegen, ob diese Forderung nicht grade jetzt dringendste Aufgabe unserer Gegemvart ist, wollen wir uns die bejahende Antwort geben, daß diese Tendenz für den aufrechten gemeinschaftsbewußten deutschen Juden das Gebot der. Stunde geblieben ist. Die neue Zeit wird manche Umstellung und Neuordnung unserer Kampfesmittel erforderlich machen. Mag auch von uns das Wort gelten, das die Göttinger Studenten — einst die Schrittmacher des Liberalismus — sangen, als sie in ihrem Kampfe für Volksrechte und Bürgerfreiheit Metternich zum Opfer fielen: Wir hatten gebauet Ein stattliches Haus Und drinn auf Gott vertrauet Trotz Wetter, Sturm und Graus. Das Haus mag zerfallen Was hat's denn für Not! Der Geist ist in uns allen Und unsere Burg ist Gott. Über den Verlust unseres bisherigen äußeren Kampfes triumphiert die Erhaltung unserer inneren Werte, und der Geist, der uns einist das alte Haus baute, wird sich!, auch auf vielleicht manchem neuen Wege als der alte Geist des K. C., als der stolze Geist der jüdischen Selbsthilfe weiter auswirken! Die Formen und die Mittel unseres Kampfes mögen mit dem Wandel der Zeiten sich wandeln und umbilden müssen, unsere Jugend wird wohl in manchem anders kämpfen lernen, als wir gekämpft haben — aber äußere Umstellung bedeutet nicht andere innere Einstellung, und Einkehr bedeutet nicht Abkehr. So sind es die alten Sterne, die uns durch das Dunkel der Zeiten auf unseren weiteren Wegen weiter leuchten: Me Liebe zu unserem armen zerstückelten und zerfleischten Deutschland, von dem einst ein deutscher und jüdischer Dichter gesungen hat, daß ihm, wenn er seiner gedenke das Herz höher schlage und die Tränen reichlich! fließen, die Liebe zu unserer Gemeinschaft, von der erst lvor kurzem ein großer Deutscher und jüdischer Philosoph von neuem gezeigt hat, welch' Ströme gegenseitiger Befruchtung zwischen ihr und der echten deutschen Kulturwelt fließen und geflossen sind. So mag eine schwere Zeit ein starkes Geschlecht finden! Ihr Jungen, verliert Euch nicht in Müdigkeit und Resignation, sondern seid Tatmenschen, denen das Judentum nicht eine volle Kufe Jahrhmrderte alten Weines ist, auf deren Grund sich ein bitterer Niederschlag von Ironie und Überdruß ablagert, seid gärender Most, der die alten Schläuche weitet und mit dem Duft seines Ursprunges neues lebendiges Feuer in sich birgt. Die neue Zeit mit ihren ungeheuren Problemen verlangt eine Zusammenfassung aller Kräfte zu einem deutschen Aufstieg und zu unserem Sonderkampf für unser Recht als Deutsche und Juden. Der Geist des großen jüdischen Parlamentariers im Frankfurter Parlament, Gabriel Rießer's, sei auch uns hierbei Panier: Solange blinder Haß, blind gegen die Wucht der Tatsachen, uns mit Haß und Verleumdung überschüttet, werden wir da sein und Unseren Mann stehen. Aber auch wir sehnen jenen Tag herbei, wo jener Haß in jedem Menschen seinen Kämpfer finden wird, der auf wahre Kultur und echte Menschlichkeit Anspruch erhebt. vas I. u.c.-Sporttest zu vreslau. Von Fränkel (Thuringae). Nach dem Beschluß des letzten K. C.-Tages zu Berlin sollte in Breslau ein Sportfest veranstaltet werden und wohl die wenigsten Kartellbrüder haben damals gewußt, welche Schwierigkeiten es kostet, innerhalb des K. C. ein solches zustande zu bringen. Ganz Abgesehen von den vielen finanziellen Opfern, zu denen in dankenswerter Weise A.H.B. A. H.V., K.V. K.V. und einige A.S. A. H. aus Breslau persönlich beigesteuert haben, war zähe Organisationsarbeit nötig, um dieses Fest zu ermöglichen. Um es gleich im voraus zu sagen, «wir können mit den Leistungen zufrieden sein. Wie bei jeder ersten Veranstaltung stellten sich Mängel heraus, aus denen hoffentlich die Leitung und auch die K. B. K.V. lernen werden. Zunächst fand das Fest zu einer Jahreszeit statt, wo bet] Sportbetrieb schon seinen Winterschlaf angetteten, d. h. sich von der Öffentlichkeit zurückg^ogen hat. Ein akademisches Sportfest gehört unbedingt an den Schluß des Sommersemesters. Da kann man den Erfolg des Trainings sehen, da ist die Temperatur angenehm, da wissen die Verbindungen auch, wer bei ihr aktiv ist und es geht nicht wie diesmal, da die Kbr. Kbr. schon wochenlang in den Ferien waren, als der Termin der Abgabe der Meldungen herankam, und dfe KB. K B. gar nicht wußten, wer

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