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KC-Blätter · 1921-07-01 · Heft 10-12 · p. Seite 140

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 10-12
Date
1921-07-01
Page
Seite 140 (sequence 6)
Language
German
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Glaubens aus den Reihen der deutschen Studentenschaft gebilligt. Offenbür geht er von ganz falschen Voraussetzungen aus, die er auf Grund der Darlegungen, die wir ihm gegeben haben, nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Der gerechtdenkende Mann würde sich dazu geäußert haben und würde nicht denen, die er auf das tieffte gekränkthat, nur deswegen eine Antwort verweigern, weil sie Juden sind. Dadurch bekennt er sich zu dem Standpunkt: „Tut nichts, der Jude wird verbrannt." Wir können gesinnt fein, wie wir wollen, wir können denken und handeln, wie es uns beliebt, für Ludendorffs Beurteilung bleibt sich das gleich. „Juden gebe ich grundsätzlich keine Antwort." . :!_'■ Derselbe erschreckende Maßstäb von Unvermögen zu unterscheiden, zu werten und zu' würdigen liegt in diesem Briefwechsel, wie in dem Werke „Über Kriegführung und Politik". Dort spricht Ludendorff über Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und bezeichnet die diesen Forderungen zugrunde liegenden Gedankengänge als jüdisch. Wie jüdisch sie sind, geht daraus hervor, daß sie von protestantischen Puritanern geprägt worden sind und daß es Protestanten waren, die für sie Existenz, die für sie Ehre und Leben gelassen haben. Jemand, der es-wissen kann, sagte mir, man habe Herrn Ludendorff, der über jüdische Dinge gar nicht Bescheid gewußt habe, die Dinge zugetragen. Ich will seine Leichtgläubigkeit zu seinen Gunsten annehmen. Hoffentlich findet er Gelegenheit, seinen Irrtum öffentlich zu bekennen. Er will gewiß ein guter Preuße sein. Denkt er niemals an den Satz: Suum cuique? Der R.C.-Cag In Breslau. Der K. C.-Tag in Breslau, der zugleich das fünfundzwanzigjährige Jubiläum deS K.C. bedeutete, stand unter dem Eindruck dreier Tatsachen. Am Freitag hatte das erste K. C.-Sportsest stattgefunden, das ebenso wichtig war wegen der bereits erzielten recht bedeutsamen Leistungen wie durch die Ausblicke, die es eröffnete. Dem K. C.-Tag war am Abend zuvor der Festkommers vorangegangen, der ein packendes Bild von der Größe und der Einheit des K. C. gegeben hatte, und alle Teilnehmer standen schließlich unter dem Eindruck des herzlichen und warmen Entgegenkommens, das unsere Breslauer Freunde bewiesen hatten. Das Sportfest hatte gezeigt, daß das alte Ideal der körperlichen Ausbildung zwar andere Wege suchte aber dennoch oberstes Prinzip der K C. geblieben ist, der Kommers mit seinen offiziellen Äußerungen hatte' bewiesen, daß vor der Größe der Tendenz alle Fragen der Taktik klein erscheinen müssen, und das Zusammensein der Kartellbrüder aus allen Gegenden des Vaterlandes weckte wieder einmal das Verständnis für die Werte der echten Freundjchaft, die aus dem Verbindungsleben erwachsen. Es ging oft hart auf hart bei diesem K. C.- Tage, mehr noch vielleicht als sonst, da Fragen prinzipieller Natur gelöst werden mußten. So schroff aber auch die Gegensätze aufeinander prallten, es fand sich immer eine Lösung, die alle befriedigte. Und man darf nicht glauben, daß die Einheit nur durch schwächliches Kompromisseln gerettet wurde. Ob es ausgesprochen wurde oder nicht, man fühlte, daß die Differenzen, trotz ihrer Größe, in keinem Verhältnis zu den Tendenzen des Verbandes standen, und auch die Kraft der Freundschaft und des auf dem Boden des Verbindungslebens gewonnenen festen Zusammenhaltens wirkte segensreich zur rechten Zeit. Keinerlei Meinungsverschiedenheit herrschte über das Sportprogramm. Wie auch immer die verschiedenen Seiten über das Fechten denken mochten, darin waren sie unbedingt einig, daß die Verbindungserziehung eine straffe Erziehung des Körpers erreichen müsse. Einstimmig wurde das Sportprogramm angenommen, das nunmehr offizielle Geltung hat. Es fei an dieser Stelle wiederholt: I. Wahl eines Obmannes in jeder Verbindung. Als Obmann ist ein besonders geeigneter und bereitwilliger Bbr. auszusuchen. II. Eine Anleitung für die verschiedenen Arten des Sportbetriebes wiw von dem K. C.-Sportwart im Einvernehmen mit dem G. A. veröffentlicht. Jede Verbindung hat eine Sportkommission, bestehend aus Obmann, Turnwart, Ruderwart, Wart für Leichtathletik, zu bestimmen. Eine größere Konimission, als aus 3 Miedern bestehend, ist zu vernreiden. HI. Bei der Auswahl der zu betreibenden Sportarten ist vor allem zu berücksichtigen, daß der Sportbetrieb zur Festigung der Disziplin in den K. B. K. V beitragen soll. Es sind daher vornehmlich außer Turnen solche Sportarten zu Pflegen, die eine gemeinschaftliche Betätigung der gesamten Verbindung ermöglichen. (Z. B. Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, dagegen nicht z. B- Reiten, Tennis.) Die straffe Durcharbeitung des Körpers muß gewährleistet sein. (Ersatz des Militärjahres!) IV. Der Sport ist in jeder Woche als Offizium an bestimmten Trainingstagen auszuüben. Dispense davon werden nur im äußersten Notfälle gegeben. V. Jede Verbindung hat mindestens eine Turnstunde und einen Sportnachmittag auf dem Sportplatz anzusetzen. Ferner sind 3 Stunden wöchentlich und zwar nach Möglichkeit, falls das Fechten nicht in diese Stunden fällt, die frühen Morgenstunden — langes Schlafen verweichlicht — gemeinschaftlicher sportlicher Betätigung zu widmen. VI. Es muß erreicht werden, daß dieVerbindungsmigehörigen auch den Sonntag zu energischer sportlicher Betätigung benutzen. VH. Jniedem Jahre.findet ein Sportfest statt, auf dem die K. C.-Meisterschaften ausgekämpft werden. VIÜ. Die Ausbildung im Fechten wird durch das Sportprogramm nicht berührt.

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