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KC-Blätter · 1921-07-01 · Heft 10-12 · p. Seite 139

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Journal
KC-Blätter
Volume
1921
Issue
Heft 10-12
Date
1921-07-01
Page
Seite 139 (sequence 5)
Language
German
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Zeichnungen erworben; die meisten sind wegen ihrer Leistungen vor dem Feinde befördert worden. Wir beanspruchen keinen Lohn, keine Anerkennung für selbstverständliche Pflichterfüllung. Wohl aber werden Eure - Exzellenz es verstehen, wenn wir mit Empörung und Entrüstung alle Bestrebungen zurückweisen, die dem deutschen Studenten jüdischen Glaubens nun noch aus parteipolitischen oder theoretischen Gründen, aber fernab von moralischen Bedenken, seine Zugehörigkeit zum deutschen Volke zu bestreiten trachten. Mit ihm sind wir nicht nur durch Kultur- und Rechtsgemeinschaft, sondern mehr noch! durch! das Blut unlöslich verbunden, das deutsche Juden in allen Kriegen des letzten Jahrhunderts, das unsere Verbandsbrüder in diesem Kriege vergossen haben. Wer unsere Zugehörigkeit zum deutschen Volke bestreitet, bedroht das Fundament unserer Ehre und unseres Lebens. Gegen ihn müssen wir uns mit allen Kräften zur Mehr setzen. Unseren Verbandsbrüdern, die aus dem Felde zurückgekehrt sind und noch mehr dem Andenken derer, die im Felde geblieben sind, glauben wir es schuldig zu sein, alle Zweifel völlig zu zerstreuen, die sich aus der oben angeführten Äußerung Eurer Exzellenz ergeben, und wir würden daher Eurer Exzellenz für eine entsprechende Aufklärung besonders verbünden sein. Mit vorzüglicher Hochachtung Der Geschäftsführende Ausschuß des K. C. i. A. Dr. Holländer. Auf dieses Schreiben folgte Ludendorffs Antwort, welche im Wortlaut hier wiedergegeben wird: An den Geschäftsführenden Ausschuß des K. C. Bei der Stellungnahme der unter jüdischem Einfluß stehenden Presse und damit der Judenschaft gegen mich, kann ich Ihnen als einer jüdischien Organisation eine Berechtigung zu Ihrer Frage nicht anerkennen. Sie schreiben: „Wer rursere Zugehörigkeit zum deutschen Volke bestreitet, bedroht das Fundament unserer Ehre und unseres Lebens. Gegen ihn müssen wir uns mit Men Kräften wenden." Ich empfehle Ihnen, zunächst im eigenen Hause Umschau zu halten, ob alle Juden dieserr Standpunkt teilen, der in dem ersten Satz eingenommen ist und weise Sie auf die Sammelschirift „Das. deutsche Judentum, seine Parteien und Organisationen" — Verlag der Neuen jüdischen Monatshafte — Berlin, München 1919 hin. Me Schrift enthält sehr lesenswerte Abhandlungen über nationaljüdische Bestrebungen — auch unter der jüdischen Studentenschaft. Diese nationaljüdischeil Bestrebungen lassen sich ut. E. mit der Zugehörigkeit zum deutschen Volke nicht vereinigen, die Sie als Grundlage Ihrer Ehre und Ihres Lebens ansehen. Mit vorzüglicher Hochachtung gez. Ludendorff. Kurze Frist nach diesem Briefe erschien Ludendorffs Buch „Kriegführung und Politik", dessen auf die Juden bezüglichen Stellen von Dr. Paul Nathan, unserem Kbr. Sanitätsrat Dr. Goldschmidt und mir in Heft 12 der Vereinszeitschrist des Centralvereins „Im deutschen Reich" ausführlich behandelt worden sind. Ich gehörte immer zu denen, welche dem General Ludendorff im höchsten Maße Achtung und Dankbarkeit entgegengebracht haben. Denn er hat im wesentlichen den moskowitischen Einfall im Jahre 1914 verhindert, der eine furchtbare Überschwemmung Nord- und Mitteldeutschlands mit den zaristischen Horden zur Folge gehabt haben würde. Ich sagte mir, für den letzten Erfolg eines Krieges sei selbst größte Genialität, größter Fleiß und ungeheuerster Opfersinn nicht allein entscheidend. Wenn schon in der alten Geschichte mit ihren verhältnismäßig einfachen strategischen Unternehmungen mannigfache Zufälle ftir den Ausgang eines Krieges maßgebend gewesen sind, so ist das jetzt bei der überaus komplizierten Kriegführung doppelt der Fall. Alle menschliche Voraussicht kann sich mit den jeden Tag neu aufkommenden technischen Wundern keineswegs abfinden. Eines habe ich allerdings immer vorausgesetzt, daß nämlich Ludendorff die einfachsten Erfordernisse eines Mannes und eines Führers im reichen Maße besitzen würde: Klarheit, Gerechtigkeit und Wahrheitsliebe. Darin hebe ich mich leider täuschen müssen. Zunächst läßt er es an Klarheit fehlen. Auf unseren Brief ist die Empfehlung, Umschau zu halten, ob alle Juden diesen unseren Standpunkt teilen, ein logischer Widersinn. Wir haben nicht im Namen des gesamten Judentums gesprochen, zu dessen Vertretung wir weder Lust noch Beruf haben. Wir haben für uns gesprochen. Wenn Herr Ludendorff schrieb, daß die nationaljüdischen Bestrebungen sich seines Erachtens mit der Zugehörigkeit zum deutschen Volke nicht vereinigen lassen, so hat er unserer Auffassung nach recht, wenn wir damit auch keinesfalls behaupten wollen, daß das Nationaljudentum notwendigerweise das deutsche Vaterland schädigt. Aber wer berechtigt Herrn Ludendorff, uns ftir Auffassungen verantwortlich zu machen, die wir bekämpfen? Billigt er es, wenn man das gesamte Offizierskorps für fälsche Handlungen Einzelner verantwortlich macht? Weiter: Ich mutz General Ludendorff des Mangels an Gerechtigkeit zeihen. Er hat offenbar die Ausstoßung der deutschen Studenten jüdischen

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