KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 123 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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soll Bei der Aufstellung der Studienpläne Rechnung getragen werden. Durch die Zulassung entsprechender Wahlfächer soll bei den Prüfungen die Möglichkeit geschaffen werden, eine Diplomprüfung .vorwiegend wirtschafts-wissenschastlichen Charakters auf technischer Grundlage abzulegen. Der erhöhten Bedeutung der Wirtschafts-Wissenschaften entsprechend wird auch für diese Studienrichtung die Doktor-Jngenieur-Pvomotion vorgesehen. Berlin. Gesamtzahl der Studierenden 1920. Im statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich ist eine Übersicht über die Zahl der Studenten und Studentinnen an den deutschen Hochschulen veröffentlicht. Nicht mitaufgenommen in der Statistik ist seit dem S.-S. 1918 die Zahl der Studierenden an der Universität Königsberg. Es sind im S.-S. 1920 an den Universitäten 76444 männliche (49221 im S.-S. 1915) und 8062 weibliche (4568 im S.-S. 1915) Studierende zu verzeichnen. Für die einzelnen Studienfächer ergibt sich folgendes Bild a) männliche Studierende . S.-S. 1920 ' 1916 1913 Rechts-- und Staatswissen- 16612 (8389) (10218) Medizin 16309 (12973) (14345) Philologisch-historisch e Wissenschaften 10746 (9730) (12105) Volkswirtschaft 8429 (2046) (2111) Mathematik u. Naturwissenschaften 6109 (6312) (6676) Zahnheilkunde 4299 (763) (675) evangl. Theologie 3369 (3691) (3869) kath. Theologie 2176 (2071) (1958) Chemie 2922 (872) (841) Landwirtschaft 2423 (1045) (1195) Pharmazie 904 (841) (1055) Sonstige Studienfächer 2146 (1489) (1655) b) weibliche Studierende: S.-S. 1920 1915 1913 Philologisch-historische Wissenschaften 2810 (2009) (1587) Medizin 2089 (1151) (776) Mathematik und Naturwissenfchaften 1032 (812) (600) Volkswirtschaft 785 (159) (101) Rechts- und Staatswissenschaft 429 (80) (47) Zahnheilkunde 266 (55) (23) ÄN den technischen Hochschulen betrug die Zahl der voll immatrikulierten Studenten im S.-S. 1920 20.471 (gegen 6832 im S.-S. 1915) und der Studentinnen 255 (gegen 97 im S.-S- 1915). Las Existenzmiuiumm der Berliner Studenten. Der bekannte Statistiker Dr. R- Kuczy nski, Direktor des Statistischen Amtes der Stadt Berlin-Schöneberg, veröffentlichte Berechnungen über das Existenzminimum eines Großstadtstudenten, nach denen das wöchentliche Existenzminimum eines Mannes in Groß-Berlin vor bern Kriege: 16,75 M., im November 1920: 153 M. kostete. Auf das Jahr umgerechnet bedeutet das eine Steigerung von 875 M. auf 8000 M. Es liege nahe, diese Beträge ohne weiteres auch als den Mindestbedarf eines Berliner Studenten anzusetzen. Das wäre aber irrig. Ein Student konnte früher mit 875 M. nicht auskommen und benötige jetzt nicht weniger als 8000 M. Daß, die Ausgaben eines Studenten vor dem Mege höher sein mutzten und heute niedriger fein können, als den Berechnungen für die Gesamtbevölkerung erweisen, liege vor allem an folgendem: Er sei von einem Mann ausgegangen, der selber wirtschaftet, d. h. im Gegensatz zum Studenten sich alle Mahlzeiten selbstherrichtet und eine eigene Wohnung hat (die vor dem Kriege etwas teurer, heute aber viel billiger ist als ein möbliertes Zimmer), und der ferner, wiederum im Gegensatz zum Studenten, jetzt sehr hohe Steuern zahlen mutz, aber nur sehr geringe Ausgaben für Bildungszwecke hat (beim Studenten machten diese Ausgaben vor dem Kriege einen großen, heute nur einen. Keinen Teil des .Existenzminimums aus). Die Tatsache nun, datz ein so erheblicher Teil der Berliner Studentenschaft bittere Not leidet, obwohl die Kosten des Existenzminimums weniger gestiegen find als für den Durchschnitt der Bevölkerung, läßt es erwünscht erscheinen, die Entwicklung einmal zahlenmäßig festzustellen. Diese Feststellung ergibt als jährliches Existenzminimum für den Berliner Studenten: vor dem Kriege jetzt Ernährung 306 M. 3014 M. Wohnung 240 „ 1200 „ Heizung, Beleuchtung 40 „ 540 „ Bekleidung 125 „ 1964 „ Ausbildung 200 „ 520 „ Sonstiges 52 „ 435 „ Zusammen 963 M. 7673 M. Das jährliche Existenzminimum des Berliner Studenten ist also seit der Vorkriegszeit von etwa 960 Mk. auf annähernd 7700 Mk., d. h. auf das 8 fache gestiegen. An der Universität Frankfurt wurde bei Beginn der Sommermonate von Senat und Studentenschaft gemeinsam ' eine „W irisch aftsgenossens cha ft der Universität Frankfurt a. M., e. G. m. b. H." gegründet, die, wie schon der Name sagt, die genugsam bekannte schlechte Wirtschaftslage der Studierenden durch billigen Verkauf sämtlicher Bedarfsartikel einigermaßen zu bessern bestrebt ist. Der Studentenschaft wird mit dieser Gründung eine große Last.von der Schulter genommen. Wie weit die Abwälzung geht, ist an den folgenden Beschlüssen der Kammer ersichtlich: 1. Gemäß Beschluß des Vorstandes der Deutschen Studentenschaft sind die Wirtschaftseinrichitungen an den deutschen Hochschulen in die Form einer Genossenschaft oder Gesellschaft zu bringen, die einen Teil der studentischen Selbstverwaltung bil-> den. Als derartiger Wirtschaftskörper ist in Frankfurt die Wittschaftsgenossenschaft gebildet. 2. Der WirtschaftsgenossensHaft find als dem.Wirtschaftsamte der Studentenschaft alle auf wirtschaftlichem Gebiet liegende Aufgaben zugewiesen. Sie übernimmt außer der Studentenspeisung, Büchervermittlung und Beschaffung billiger Lebensmittel uswauch die Vermittlung der Vergünstigungen. Der Bezug von Konzert- und Theaterkarten ist daher von der Mitgliedschaft zur Wirtschaftsgenossens chaft abhängig. Zur Frage der Kolleggelderhöhung faßte der Asta- Würzburg folgende Entschließung : „Der vom preußischen Finanzminister Lüdemann vorgeschlagene und der deutschen Studentenschaft zur Stellungnahme übermittelte Plan, die derzeitigen Vorlesungsgebühren von 8 M. auf 25 M. sur die Wochenstunde heraufzusetzen, bedeutet für das deutsche Volk eine außerordentlich schwere Kulturgefahr. Die Kosten des Hochschulstudiums und der Lebenshaltung der Studierenden erhöhen sich ohne deren Schuld von Monat zu Monat immer mehr ins Unerträgliche. Viele der begabtesten Söhne unseres Volkes müssen dem Hochschulstudium und damit dem Dienst.der deutschen Wissenschaft entsagen, weil sie die Mittel hierfür nicht aufbringenl können. Die Studentenschaft stammt nachgewiesener-